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Ostprignitz-Ruppin Der Figuren-Säger
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00:29 01.03.2018
Holzgestalter Patrick Warminski aus Neustadt hat sogar die Kästen für sein Werkzeug selbst gebaut. Quelle: Sandra Bels
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Neustadt

„Ich arbeite seit 20 Jahren mit Holz“, sagt Patrick Warminski. Ein hölzerner Buddha war die erste Figur des Neustädters. Es war auch sein erster Auftrag. Aus Eichenholz sollte der Buddha sein und 1,50 Meter hoch werden.

„Ich hatte zuvor noch nie eine Figur gesägt“, erzählt der Holzkünstler, der mittlerweile nicht mehr nur mit der Kettensäge modelliert, sondern auch mit der Dreh- und der Hobelbank arbeitet. „Am Ende sah der Buddha so super aus, dass ich sogar noch ein Trinkgeld bekam“, sagt Patrick Warminski.

Der Neustädter ist seit 2009 selbstständig, er war vorher im Straßen- und Tiefbau tätig. „Ein Knochenjob mit wenig Verdienst“, wie er sagt.

Sein Bruder besitzt ein mobiles Sägewerk. Ihm half Patrick Warminski zunächst. „Das reichte zum Leben aber nicht aus“, sagt er. Durch Zufall lernte er dann einen Dachdecker kennen, für den er heute noch als Subunternehmer arbeitet. „Meistens baue ich für ihn Fachwerk ein“, so der Handwerker. Mit diesem Job habe er die Freizeit, sich selbst zu finden und kreativ sein zu können. „Ich habe lieber weniger Geld in der Tasche, aber dafür mein Leben und meine Freiheit“, sagt er.

Holzgestalter Patrick Warminski aus Neustadt schnitzt auch Logos. Quelle: Sandra Bels

Seine damalige Freundin schenkte ihm einen Gutschein, mit dem er seine erste Kettensäge kaufen konnte. Vier Sägen hat Patrick Warminski mittlerweile. Derzeit sind sie im Winterschlaf.

Auf die Frage, ob man das Sägen lernen kann, sagt er: „Diese Art Kunst kannst du nicht erlernen. Das musst du fühlen.“ Proportionen zeichnet er sich meistens vor. „Der Rest ist Kreativität und Können, alles so auszuformen, dass es dreidimensional wirkt. Er arbeitet nach Bildern. Alles soll so originalgetreu wie möglich aussehen.

Die Figur hat er zu Beginn schon im Kopf

Meist hat Patrick Warminski die Figur zu Beginn schon im Kopf. So war es auch mit dem Wassermann, den er zum 50. Geburtstag für seinen Kollegen modelliert hatte. Ein Stuhl aus Pappelholz von Patrick Warminski steht in Vichel. Die Firma Dreistern aus Neuruppin bestellte bei ihm ein Schwein aus Holz. Es steht im Bürotrakt. Das Logo der Band „Defkrom“ hat sich der Neustädter in die Platte für seinen Küchentisch geschnitzt.

Auch der Kratzbaum aus Ulme für die Katzen Ernie und Bert, der Stubentisch und das Parkett im Wohnzimmer sind seine eigenen Arbeiten.

Patrick Warminski sammelt auch ausgefallene Holzstücke. Quelle: Sandra Bels

„Holz, das ist meine Welt“, sagt er. Meistens steht er auch am Wochenende in der Werkstatt. Oft fängt er mehrere Sachen gleichzeitig an. Das Werkzeug für die Arbeit hat er sich über die Jahre zugelegt und spezielle Aufbewahrungskästen dafür gebaut.

Irgendwann möchte Warminski von seiner Kunst leben können. „Darauf arbeite ich hin“, sagt er. Er formt das Holz nicht nur, Patrik Warminski sammelt es auch. So hat er in seinem Haus, nicht nur die Werkstatt in der unteren Etage, sondern auch sein Lager.

Raritäten sind immer gern gesehen

„Ich suche immer Raritäten“, erzählt er und zeigt auf ein paar schwarze Bretter. „Das ist Mooreiche“, so Warminski. Er hat sie geschenkt bekommen. Eine dendrochronologische Untersuchung ergab, dass der Baum rund 1000 Jahre lang in der Elbe im Schlick lag. Dadurch wird das Holz hart und schwarz. „Je mehr Eisenoxid im Wasser ist, desto dunkler wird es“, weiß der Holzkünstler. Was er daraus baut, weiß er noch nicht. „Es wird aber sicher etwas ganz Besonderes“, sagt er.

Seine Freundin hat er auch schon für die Holzkunst begeistert. „Sie wollte sich einen Tisch aus einer Baumscheibe bauen“, erzählt der Neustädter. Jedoch fehlten ihr damals Ideen für die Füße. „So schrieb sie mir einen Brief und steckte ihn in meinen Briefkasten“, sagt Warminski. Beim Ideensammeln für die Fußgestaltung lernten sich die beiden dann näher kennen. Das Holz hat die beiden zusammen gebracht.

Im Holzlager finden sich die unterschiedlichsten Bretter und Baumstücke. Quelle: Sandra Bels

Von Sandra Bels

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