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Ostprignitz-Ruppin Ultraleicht in Freyenstein abgehoben
Lokales Ostprignitz-Ruppin Ultraleicht in Freyenstein abgehoben
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02:16 23.07.2015
Von hier aus heben die Ultraleichtflugzeuge ab. Horst Trapp und Hans-Heinrich Grünhagen haben sich einen Traum erfüllt. Quelle: Björn Wagener
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Freyenstein

Rein in den Flieger und ab an die Ostsee - für Horst Trapp kein Problem. In knapp 45 Minuten ist er da. Kein Ein- oder Auschecken, keine Wartezeiten, einfach los. Klingt traumhaft. Tatsächlich haben sich Horst Trapp und Hans-Heinrich Grünhagen bei Freyenstein einen Traum erfüllt. Sie schufen eine 200 Meter lange und 60 Meter breite Start- und Landebahn für Ultraleichtflugzeuge. Fluggeräte, die nicht mehr als 500 Kilogramm wiegen, dürfen dort abheben oder aufsetzen - wie die „Breezer“ von Horst Trapp. Die fliegt er nicht nur eigenhändig, er hat sie auch selbst gebaut.

„Unter Ultraleichtflugzeugen stellt man sich ja immer so ganz leichte Geräte vor, aber es sind richtige Flugzeuge. Die Breezer besteht aus Voll-Alu“, sagt er. Und sie verbrauche mit sechs Litern bleifreiem Benzin pro Flugstunde weniger Kraftstoff als manches Auto. Seine Firma Trapp-Technologie hat sich zwar inzwischen auf Computernetzwerke und Solaranlagen spezialisiert, aber seit 2004 wurden dort zunächst Flugzeuge gebaut - insgesamt vier Stück und ein Doppeldecker „Kiebitz“. Der Bau sei anspruchsvoll, denn es gebe zwar Bausätze, aber die bestünden eigentlich nur aus einer losen Materialsammlung. Ein Prüfer nehme dann jeweils den Rohbau und das fertige Flugzeug ab. Die Fliegerschmiede gäbe es womöglich heute noch, wenn es 2008 nicht zur Wirtschaftskrise gekommen wäre. Dadurch sei der Absatz eingebrochen, und die Firma musste sich neu orientieren.

Die Liebe zur Fliegerei aber blieb. Horst Trapp, der einst über die Modellfliegerei zum Selberfliegen kam, darf seit rund 15 Jahren Ultraleichtflugzeuge steuern. Dieses Hobby verbindet ihn mit Landwirt Hans-Heinrich Grünhagen aus Wernikow. Doch es gab da ein Problem: Der nächste Flugplatz befindet sich bei Berlinchen, zu weit, um mal schnell ein Flugzeug herauszuholen und abzuheben. Also reifte eine Idee, die man auch als logische Folge bezeichnen könnte: Wie wäre es, einen eigenen Flugplatz bei Freyenstein einzurichten? Ein geeignetes Stück Feld war mit Grünhagens Hilfe schnell gefunden. Aber dann wurde es kompliziert: Jede Menge Genehmigungen waren nötig. Die Kosten gingen in die Tausende, die Auflagen waren immens. Nötig war nicht nur die Vermessung der Fläche, sondern es musste auch ein Kontrollraum mit Funkgerät, Kontakttelefonnummern und gefordertem Karten- und Info-Material eingerichtet werden. Auch ein Notfallauto mit Feuerlöschausrüstung steht in einem Hangar bereit, der aber noch nicht fertig ist. Später soll die Fläche unter dem blechernem Runddach drei Flugzeugen Platz bieten. Im vergangenen Jahr wurde der Platz dann als sogenannter Sonderflugplatz genehmigt. „Für einen regulären Flugplatz hätten wir regelmäßige Öffnungszeiten einrichten müssen, was aber nicht möglich ist“, begründet Trapp. Dass das ganze Genehmigungsprozedere so langwierig und aufwändig ist, liege auch daran, dass es nur ein einziges Zulassungsverfahren für Flughäfen und -plätze gebe, egal, ob dort Jumbojets oder Kleinflugzeuge starten und landen. „Ich würde es nicht noch einmal machen“, resümiert Trapp rückblickend.

Doch künftige Flugerlebnisse werden den Stress schnell vergessen lassen. „Freyenstein ist zwar ein totes Nest, aber es sieht aus der Luft wunderschön aus. Man erkennt die Strukturen sehr gut.“ Auch Agrarflächen ließen sich per Flugzeug bestens überblicken. Nach Absprache könne der Flugplatz natürlich auch von anderen Fliegern genutzt werden. Inwieweit sich der Platz künftig noch weiter entwickeln wird, bleibe abzuwarten. An eine Vereinsgründung denkt Horst Trapp derzeit nicht, allerdings könnte er sich vorstellen, dort auch Modellfliegern Raum zu bieten. Schließlich war das auch für ihn einst der Einstieg in die Fliegerei.

Von Björn Wagener

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