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Der Heideweg bis Rossow ist jetzt frei

Einstiges Bombodrom Der Heideweg bis Rossow ist jetzt frei

Fast genau vor einem Jahr wurde ein erster, gut sechs Kilometer langer Wanderweg über das einstige Bombodrom in der Kyritz-Ruppiner Heide freigegeben. Nun ist die gesamte Strecke zwischen Neuglienicke und Rossow sicher für Wanderer, Radfahrer und Reiter. Das große Anwandern ist aber erst für Mitte Mai geplant.

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Bisher kamen Wanderer nur bis zum sogenannten Sielmannshügel.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin/Rossow. Seit Mittwoch können Wanderer, Radfahrer und Reiter ein weiteres Stück des einstigen Truppenübungsplatzes in der Kyritz-Ruppiner Heide erkunden: Landrat Ralf Reinhardt (SPD) hat den Abschnitt des Weges, der vom sogenannten Sielmannshügel nach Rossow führt, aus der sogenannten Sperrverordnung entlassen. Zuvor war der Weg auf Munition abgesucht und ausgeschildert worden. Damit können Naturliebhaber nun eine 13 Kilometer lange Strecke zwischen Neuglienicke und Rossow nutzen, sagte Rainer Entrup von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima).

Bürger stoppten die Pläne der Bundeswehr

Der Bima gehört das 12 000 Hektar große Areal, das als Bombodrom bundesweit bekannt wurde, weil dort die Bundeswehr einen Luft-Boden-Schießplatz errichten wollte. Die Pläne scheiterten nicht zuletzt am jahrelangen Widerstand der Anwohner der Heide. Sie hatten genug vom Militär. Mussten die Anwohner doch mehr als 40 Jahre, von 1952 bis 1993, militärischen Übungslärm erdulden: Die sowjetische Armee nutzte das riesige Gebiet für Panzerschießübungen und das Trainieren von Bombenabwürfen aus der Luft. Wegen der unzähligen Bomben, Minen und Raketen, die sich auf dem Areal befinden, wird das Kerngebiet der Heide wohl noch für viele Jahre Sperrgebiet bleiben. Derzeit ist im Auftrag der Bima eine Spezialfirma dabei, sogenannte Kugelbomben zu finden und unschädlich zu machen. Die nicht mal tennisballgroßen Waffen gelten als heimtückisch. Der Grund: In jeder Bombe befinden sich gut 100 Stahlkugeln sowie 100 Gramm Sprengstoff, so dass bei der Explosion die Stahlkugeln mit einer Geschwindigkeit von bis zu 1200 Metern je Sekunde alles durchschlagen, was in ihrer Nähe ist. Der tödliche Radius liegt bei knapp 100 Metern. Deshalb werden Kugelbomben nicht transportiert, sondern vor Ort gesprengt. Allein für das Vernichten der Kugelbomben hat die Bima drei Jahre angesetzt.

Rossow hat große Hoffnungen

Der jetzt frei zugängliche Wanderweg befindet sich im südlichen Bereich des einstigen Bombodroms. Vor knapp einem Jahr war ein erster, gut sechs Kilometer langer Abschnitt, der von Pfalzheim am Sielmannshügel vorbei nach Neuglienicke führt, für Wanderer freigegeben worden. Der Andrang war enorm: Mehr als 300 Menschen kamen zum offiziellen Anwandern. So etwas ähnliches soll es auch diesmal geben – Treffpunkt ist am 19. Mai um 13.30 Uhr in Rossow, sagte Susanne Dorn, die Direktorin des Amtes Temnitz. Das passt. Denn tags darauf lädt der Naturpark Stechlin-Ruppiner Land zu einer Wanderung auf den markierten Wegen in der Heide ein. Darauf freut sich ebenfalls Nicole Rösler. Die Ortsvorsteherin von Rossow hofft auf einen touristischen Aufschwung und viele Nachfragen. Rösler ist ausgebildete Natur- und Landschaftsführerin in der Heide.

Von Andreas Vogel

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