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Ostprignitz-Ruppin Der Heimatdichter Ernst Stadtkus
Lokales Ostprignitz-Ruppin Der Heimatdichter Ernst Stadtkus
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00:34 12.03.2018
Astrid Flügge vom Verein für Niederdeutsch in Brandenburg (Mitte) war aus Potsdam zur Eröffnung der Ausstellung gekommen. Quelle: Frauke Borchardt
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Kyritz

Der Historische Heimatverein Kyritz und Ostprignitz erinnert seit Donnerstag mit einer Sonderausstellung an den Rehfelder Mundartdichter Ernst Stadtkus (1905 bis 1987). Zu besichtigen ist ein großer Teil seines künstlerischen Erbes.

Ausgestellt sind für die nächsten Wochen vor allem Fotos, aber auch Manuskripte mit Geschichten, Gedichten, Notizen, dazu ein Lebenslauf des Heimatdichters – und unter Glas ein Utensil, ohne dass der ­Naturliebhaber nie sein Haus im Ortsteil Rehfeld verließ: eine metallene Hosenklammer. Denn Stadtkus, der über jede Blume, jeden Baum, jedes Ereignis – auch auf Bestellung – Verse schmieden konnte, war Radfahrer aus Leidenschaft.

Die ausgestellten Exponate, gerahmt und unter Glas, fanden bei den ersten Ausstellungsgästen großes Interesse. Quelle: Frauke Borchardt

Das Dichten gelang ihm auf Hochdeutsch ebenso wie up Platt. Letzteres lag ihm aber besonders am Herzen. Und so kam es, dass sogar Wikipedia, die Auskunftei im Internet, eine Antwort darauf parat hat, wenn einer fragt, wer denn ­dieser Ernst Stadtkus sei. Da steht nämlich: „Dat weer en plattdüütschen Schriever.“ Er war also ein Dichter, der auf Plattdeutsch schrieb.

Freunde nannten ihn Onkel Ernst

Wer mehr erfahren will, muss beim Kyritzer Freundeskreis der Plattdüütschen nachfragen. Dort hat Stadtkus noch immer seinen Platz. Die Freude wissen zum Beispiel, dass „Onkel Ernst“, wie ihn Freunde und gute Bekannte nannten, Familienvater von fünf Kindern aus zwei Ehen war, dass er das Brot für sich und die Seinen zuerst als Kleinknecht, dann Rottenführer bei der Bahn, zuletzt als hauptamtlicher Kulturarbeiter verdiente.

Und nebenbei hat er immer Texte verfasst. Die Schaffenszeit begann Mitte der 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Der schreibende Arbeiter bestimmte sogar den Inhalt der Tageszeitung „Märkische Volksstimme“ mit, wenn auch weniger prosaisch.

Unterstützt von Schriftstellern wie Irma Harder, Ehm Welk und Hans Marchwitza gelangen dem Mann aus der krummen Dorfstraße in Rehfeld wunderbar einfühlsame Gedichte, Sketche, Theaterstücke. Das Buch „Stoppelhopser“ wurde sein größter Erfolg. Es hat wie alles, was Stadtkus zu Papier brachte, einen autobiografischen Hintergrund.

Ein Vorbild für die Kyritzer Mundartgruppe

Darüber ist also nun mehr zu erfahren. Bei der Eröffnung in der Heimatstube zeigten sich die zahlreichen Gäste, unter ihnen der Vorsitzende der Kyritzer Stadtverordnetenversammlung Thomas Settgast und eine ganze Schar aus dem Plattsnacker-Freundeskreis, sehr angetan von den Exponaten.

Christina Pudimat, Vorsitzende des Historischen Heimatvereins Kyritz und Ostprignitz, hatte Ernst Stadtkus einleitend als einen „wichtigen Chronisten seiner Zeit“ gewürdigt. Den Machern der Schau sprach Fritz Neye ein großes Lob für ihre Arbeit aus. „Das habt ihr ganz toll gemacht“, so der Senior aus dem Freundeskreis, dessen Mitglieder in Ernst Stadtkus ein Vorbild sehen.

Zwei Lesungen geplant

Die Sonderausstellung über den Rehfelder Mundartdichter Ernst Stadtkus kann zunächst bis zum 30. April, dann noch einmal in den Monaten Juli und August zu den Öffnungszeiten der Heimatstube besichtigt werden. Sie befindet sich in der Kyritzer Johann-Sebastian-Bach-Straße 6. Die Heimatstube ist dienstags bis freitags von 9.30 bis 14 Uhr und sonntags von 14 bis 16 Uhr geöffnet.

Während der Schau finden dort zwei Lesungen statt: am 17. März, Beginn 13.30 Uhr, (Wolfgang Hörmann) und am 14. April, 14 Uhr (Annemarie Ostermeier).

Von Wolfgang Hörmann

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