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Der Hüter der Bücherzelle

Jabel Der Hüter der Bücherzelle

Lesen und Bücher gehören zu Siegfried Bröckers liebsten Hobbys. So ist es nicht verwunderlich, dass er sich seit zwei Jahren um Jabels Bücherzelle kümmert. Sogar Licht hat der 59-Jährige schon in die Mini-Bibliothek eingebaut. Denn die hat auch ihren Nutzen für ihn: dort kann er einen Teil seines Buchfundus bereitstellen und im Gegenzug neu Schmöker entdecken.

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Die Biete-Suche-Tafel in der Bücherzelle wird von den Jabelern gern genutzt. Auch Siegfried Bröcker hat darüber schon günstig Geflügel kaufen können.

Quelle: Christian Bark

Jabel. Als es vor über zwei Jahren hieß, Jabel bekommt eine Bücherzelle, war die Freude bei Siegfried Bröcker groß. „Ich habe angeboten, mich um die Zelle zu kümmern“, blickt er zurück.

Immerhin habe er genau die gleiche Idee verfolgt, wie Heiligengrabes Gemeindeoberhaupt Holger Kippenhahn. „Nur ich hätte eine alte englische Telefonzelle vorgezogen“, sagt der 59-Jährige. Kurzzeitig sei darüber nachgedacht worden, wo der zur Mini-Bibliothek umfunktionierte Fernsprechkasten aufgestellt werden sollte.

Hunderte Bücher lagern auf Siegfried Bröckers Dachboden

Hunderte Bücher lagern auf Siegfried Bröckers Dachboden.

Quelle: Christian Bark

„Sie wurde dann vor unserem Haus errichtet, da habe ich besser ein Auge drauf“, berichtet der Anwohner. Die Betreuung der Zelle liegt Siegfried Bröcker schon deshalb am Herzen, weil sie Platz und Austauschbörse für eine alte Leidenschaft bietet: Bücher. Und davon hat der 59-Jährige nicht zu knapp. Auf seinem Dachboden stehen hunderte, dazu habe er noch zwei Schränke voll, wie er sagt. Die ältesten Bücher stammten aus dem 19. Jahrhundert, einige seien wichtige Zeugnisse der Familiengeschichte. So befinde sich in einem Gebetsbuch ein Stammbaum. Andere Bücher, hauptsächlich aus DDR-Zeiten, hatte sich der Jabeler nach der Wende aus Containern, zum Beispiel aus dem, wo die Bestände der ehemaligen Schulbibliothek lagerten, genommen. „Bücher schmeißt man nicht weg“, sagt er.

Ein Solarmodul liefert den Strom für den Bewegungsmelder

Ein Solarmodul liefert den Strom für den Bewegungsmelder.

Quelle: Christian Bark

Einen Teil seines Schatzes kann Siegfried Bröcker so unter die Leute bringen. „Die Leute lesen aber längst nicht mehr alles. Mit alten Kochbüchern brauchst Du denen heute nicht mehr kommen“, erklärt er. Seine Frau Elke stimmt ihm zu. „Die Bücher sollten nicht zu abgenutzt sein“, sagt sie. Zudem beobachte sie an sich selbst, dass sie immer häufiger zum E-Book-Reader greifen würde, als zum klassischen Buch.

Dennoch, die Telefonzelle wird in Jabel ganz gut angenommen, wie Bröckers berichten. Auch Besucher von außerhalb stöberten im Fundus mal rum, wenn sie durchs Dorf schlenderten. Seit einiger Zeit gebe es neben der Zelle auch eine Bank zum Verweilen. „Da lässt es sich an lauen Sommernächten mit einer Flasche Wein gut aushalten“, stellt Elke Bröcker fest.

Die Zelle in Jabel wurde vor zwei Jahren errichtet

Die Zelle in Jabel wurde vor zwei Jahren errichtet.

Quelle: Christian Bark

Und wer mal zu nächtlicher Stunde ein Buch ausleihen, mitnehmen oder zurückgeben möchte, muss nicht im Dunkeln tappen. Dafür hat Siegfried Bröcker einen Bewegungsmelder in der Mini-Bibliothek angebracht, dessen Energiebedarf durch ein Solarmodul auf dem Dach gespeist wird. Damit die Schmöker nicht allzu großer Feuchtigkeit ausgesetzt sind, hat Siegfried Bröcker in der Zelle zudem einen Eimer mit Salz untergestellt.

Getauscht werden können in der Zelle nicht nur Bücher, auch andere Herzenswünsche und Angebote können an einer Pinnwand publiziert werden. „Darüber sind wir mal an Enten gekommen“, berichtet Elke Bröcker. Ihr Mann wiederum hat durch die Zelle die Bücher gefunden, die er schon immer mal lesen wollte. Zum Beispiel „Sie waren Zehn“ von Heinz Konsalik. Oder „Das vergessene Dorf“ von Theodor Krüger. „Das hatte ich zwar noch, da fehlten aber Seiten“, sagt Siegfried Bröcker.

Von Christian Bark

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