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Der Katastrophe folgte das Wunder

Wittstock gedenkt Stadtbrand Der Katastrophe folgte das Wunder

Nach dem großen Stadtbrand im Jahre 1716 war Wittstock zu großen Teilen zerstört. Das Ereignis ist ein so bedeutendes in der Stadtgeschichte, dass daran gebührend erinnert werden muss, findet die Leiterin des Museums „Alte Bischofsburg“, Antje Zeiger. Sie hat auch schon eine konkrete Idee, wie. Auch die Stadt hat ein Projekt in Vorbereitung.

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Besonders Wittstocks Nordteil wurde vom Brand verwüstet: Antje Zeiger am historischen Stadtmodell aus dem frühen 17. Jahrhundert.

Quelle: Christian Bark

Wittstock. Es ist ein Sonntag wie jeder andere. Die Wittstocker eilen zur Messe in die Kirche, danach wollen sie ihren einzigen freien Tag in der Woche genießen. Was sie am Nachmittag des 24. Mai 1716 noch nicht wissen können: Viele von ihnen werden am Abend nicht mehr in ihre Häuser zurückkehren. Der Tag sollte als einer der furchtbarsten überhaupt in die Geschichte Wittstocks eingehen – denn binnen weniger Stunden vernichtete ein Feuer große Teile der Dossestadt.

„Über 300 Häuser gingen in Flammen auf, darunter auch die Heilig-Geist-Kirche und das Rathaus“, schildert die Leiterin der Museen Alte Bischofsburg, Antje Zeiger, die Ereignisse vor 300 Jahren. So seien rund Zwei Drittel der Stadt zerstört worden, gut 1000 Menschen hätten ihr Dach über dem Kopf verloren und mussten in provisorischen Zeltlagern vor der Stadt kampieren. Eine Katastrophe für Wittstock, das sich nach dem Dreißigjährigen Krieg und der Ende der 1630er Jahre in der Stadt grassierenden Pest gerade wieder erholt hatte und wieder bis zu 2400 Einwohner zählte.

„Die Quellen verraten jedoch nichts über Todesopfer“, sagt Zeiger. Im Gegenteil, wie Stadthistoriker Wolfgang Dost verrät. „Es wurde ausdrücklich erwähnt, dass bei dem Brand niemand gestorben ist“, sagt er. „Eigentlich ein Wunder“, wie Zeiger bemerkt. Und es wurde noch wunderbarer, denn die stark beschädigte Stadt wurde rasch wieder aufgebaut, auch Dank Spenden anderer Städte, darunter Lübeck.

Lichterkette und historisches Theaterstück geplant

Verantwortung für das Flammenmeer soll der Apotheker Georgi gewesen sein, in dessen Haus, der heutigen Adlerapotheke, das Feuer ausbrach. „Angeblich weil er dort Branntwein gezapft hatte“, erklärt Zeiger. Beweise dafür gebe es jedoch keine. Der starke Südostwind habe dann dazu geführt, dass die Flammen wie in einem Dominoeffekt die vielen größtenteils mit Stroh bedeckten Häuser erfasst hätten.Vom Preußenkönig sei deshalb später ein Patent erlassen worden, dass den Bau von Ziegeldächern förderte.

„Es war ein prägendes Ereignis für Wittstock und wir als Museum möchten unbedingt daran erinnern“, kündigt Zeiger an. Am 24. Mai sollen deshalb möglichst viele Menschen eine Lichterkette mit Fackeln um die vom Brand zerstörten Stadtquartiere bilden. „Das wird eine Art historischer Abendspaziergang“, erklärt die Museumsleiterin.

Unterstützung für die Aktion kündigt sich auch aus dem Rathaus an. „Wir sind natürlich bereit, dabei zu helfen“, sagt Stadtsprecher Jean Dibbert. Das Thema „300 Jahre Stadtbrand“ werde aber auch Bestandteil des diesjährigen Altstadtfestes sein. Dazu sei am 3. Juni um 19 Uhr die Aufführung eines historischen Theaterstückes „ Brandbeschleuniger Bruno“ auf dem Marktplatz vorgesehen. Autor des Stücks ist übrigens Wolfgang Dost. Im Anschluss gebe es zu dem Thema noch eine historische Ratssitzung auf dem Marktplatz.

Von Christian Bark

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