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Der Kulturverein „Waldbühne Lindow“

Lindow Der Kulturverein „Waldbühne Lindow“

Auf dem Gelände war schon immer etwas los: einst sorgte das Lokal „Schützenhaus“ für viele Gäste, 2010 holte Niels Köpckes Singspiel „Die schöne Nonne“ das Areal wieder aus dem Dornröschenschlaf. Heute kümmert sich der Kulturverein „Waldbühne“ darum, dass das Areal gepflegt bleibt und Raum für Kinderfeste, Schwof oder Livemusik bietet – für alle Lindower.

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Vereinschef Wilfried Janicke (l.) und Vorstand Walter Matthesius kümmern sich darum, dass die Waldbühne ein Anziehungspunkt ist.

Quelle: Regine Buddeke

Lindow. Es muss nicht unbedingt immer Berlin sein – auch Lindow hat seine Waldbühne. Und genau wie ihre große Schwester wird sie für kulturelle Zwecke genutzt – nur eben eine Nummer kleiner.

Schon zwischen Mitte bis Ende der 1950er Jahre wurde das grüne Fleckchen unweit des Ortseingangs der Dreiseenstadt rege für Veranstaltungen genutzt – schon weil zu dieser Zeit die am Rande befindliche Gaststätte noch in Betrieb war. „Da wurde früher sogar der Volksangeltag gefeiert“, weiß Wilfried Janicke, der seit Anfang des Jahres der neue Chef des Lindower Kulturvereins „Waldbühne“ ist.

Spaß beim zünftigen Tanz in den Oktober

Spaß beim zünftigen Tanz in den Oktober.

Quelle: Regine Buddeke

Zuvor hatte Hansjörg Schubach das Amt inne, der es jedoch aus beruflichen Gründen nicht weiter ausfüllen konnte. Zur Vorstandswahl im Februar wurde Janicke als Vorstand gewählt, ihm zur Seite stehen Walter Matthesius und Hartmut Jechow. Janicke ist Gründungsmitglied des 2012 gegründeten Vereins und wirkte auch schon in dessen Vorgänger – dem Tourismus- und Kulturverein – mit.

Bestrebungen, das Areal wieder als Festgelände zu nutzen, kamen schon 2010 auf. Der im Januar verstorbene Banzendorfer Kulturscheunenbetreiber Niels Köpcke hatte damals eine Aufführungsstätte für sein selbst komponiertes Singspiel „Die schöne Nonne“ gesucht und in dem grünen Areal an der Waldbühne gefunden.

Die Premiere des Singspiels war zugleich auch die Premiere der Waldbühne, die mit Hilfe vieler ehrenamtlicher Helfer, unter der Federführung von Wilfried Janicke, neu aufgebaut wurde.

Die Waldbühne tanzt – bayerisch oder nicht

Die Waldbühne tanzt – bayerisch oder nicht.

Quelle: Regine Buddeke

Kein Wunder also, dass ihm wie keinem anderen der Spielort am Herzen liegt. Zumal er ihm zugleich eine Bühne bietet – Wilfried Janicke ist ein leidenschaftlicher DJ. „Verrückt genug“, wie er sagt, um bei den Waldbühnen-Festen die Tanzlustigen auf die Fläche zu scharen. Da rüstet er auch gern mal seine Technik auf – sogar eine Lasershow hat er im Angebot. „Dreht sich jetzt der Baum oder mein Kopf?“, habe ein beschwipster Partygast ihn mal gefragt, angesichts der Lichteffekte, die Janicke in einen der Bäume gezaubert hat.

Acht Gründungsmitglieder hatte der Verein 2012. „Wir wollten nicht, dass die Arbeit vergebens war, die wir schon in die Waldbühne gesteckt habe“, erklärt Janicke, dem es weiterhin oberstes Ziel ist, das kulturelle Angebot in Lindow zu bereichern: für Einheimische, Touristen und die Klinikpatienten.


Auch Kindertag wird auf der Waldbühne gefeiert

Auch Kindertag wird auf der Waldbühne gefeiert: hier ein historisches Schachspiel der Lindower Schach-AG

Quelle: Regine Buddeke

Das große Zeltdach von Niels Köpcke sei noch dagewesen – im Laufe der Jahre haben die ehrenamtlichen Mitglieder viel Arbeit ins Gelände investiert. „2015 waren es 835 Stunden“, so Janicke. Die Fläche habe sich verbessert, die Laterne sei erneuert, ein neuer Bauwagen für die Bühnentechnik sei angeschafft worden. Klarer Pluspunkt sind auch die „richtigen“ Toiletten. „Eine Baufirma aus Bayern wollte die abgeben“, erinnert sich Janicke. Problem sei nur der Transport gewesen.

Aber dann kam der „Lottogewinn“, wie Janicke sagt. Ein Tieflader, der ein Boot aus Zechlinerhütte nach München transportierte, nahm die Toilettenanlagen auf dem Rückweg mit. „Für ein Frühstück und ein Mittagessen“, freut sich Janicke immer noch.

Noch bis 2015 hat der Verein sechs Feste pro Jahr auf die Bühne gebracht. In diesem Jahr sind es nur drei: das jährliche Kinderfest, eine Tanzparty und der kommende „Tanz in den Oktober“. Den dürfe der Verein aus Markenschutzgründen nicht Oktoberfest nennen“, so Janicke. Grund für die Zurückhaltung ist zweierlei. Erstens werde es immer schwerer, Leute zu finden, die beim Auf- und Abbau helfen. „So ein großes Zelt – da brauchen wir fünf, sechs Leute.“ Die seien oft nicht da, auch wenn zum Frühjahrsputz dagegen viele Lindower kommen, die nicht im Verein sind, aber dessen Arbeit schätzen.

Der Verein setzt in diesem Jahr auf weniger Events

„Außerdem haben wir leider auch bemerkt, dass – wenn wir mehr Feste veranstalten – die Besucherzahlen rückläufig sind“, erklärt Walter Matthesius. Insofern beschränke man sich vielleicht doch besser auf weniger Events. Frei nach dem Motto: Nur wer sich rar macht, ist begehrt. Beim jüngst stattgefundenen „Wir gehen mal tanzen“ sei die Hütte voll gewesen: 30 Lindower und 160 Touristen seien gekommen. Beschwerden bezüglich der Lautstärke gab es bislang nur einmal. „Aber wir hatten eine Genehmigung“, so Matthesius, der weiß, dass Wilfried Janicke penibel mit den Vorschriften ist.

Überhaupt sei die Zusammenarbeit mit der Stadt gut – auch viele Lindower Unternehmer unterstützen den Verein bei seiner Arbeit.

Die Oktobersause wird es am bereits zum dritten Mal geben: „Dass das Essen lecker und die Musik gut ist, hat sich wohl herumgesprochen“, so Janicke. Zumal es echte Gläser statt Pappbechern gebe und auch das Partyzelt beheizt ist – dank des Neuruppiner Veranstalters „Soundedition“, mit dem der Waldbühnen-Verein gut kooperiert. Und so heißt es jetzt schon für die Vereinsleute: planen, organisieren, planen. Bis es am 1. Oktober heißt: „O‘zapft is“.

Von Regine Buddeke

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