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Ostprignitz-Ruppin Mit 90 in den zweiten Frühling
Lokales Ostprignitz-Ruppin Mit 90 in den zweiten Frühling
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06:01 06.06.2014
Fürs Foto vors Fußballtor: Nackels ältester einstiger Fußballer Johann Flagtmeyer (94, l.) und Vereinschef Albrecht Gottschalk. Quelle: Alexander Beckmann
Nackel

Blau und Weiß - das waren schon damals die Vereinsfarben. Und auch der Fußball stand bereits auf dem Programm - neben Leichtathletik und dem einen oder anderen Theaterstück. Ehrenamt in Reinkultur: Geld gab es kaum. Der Verein lebte von der Begeisterung seiner Mitglieder. Mit dem Naziregime in den Dreißigern kam das Vereinsleben schließlich zum Erliegen.

Am 1. Mai 1946 trat erstmals wieder eine kleine Gruppe von Turnern auf. Ab 1947 begann man auch mit dem Fußball und unter großen Schwierigkeiten sogar mit dem Punktspielbetrieb. 1952 entstand die BSG (Betriebssportgruppe) "Traktor". Die Männermannschaft hielt sich mit wechselndem Erfolg in der Fußballkreisklasse.

Werner Schneeberger sorgte ab 1958 mit seiner Nachwuchsarbeit für Aufschwung. Seine Schülermannschaften wurden zwischen 1959 und 1978 zwölfmal Kreismeister, zwölfmal Pokal- beziehungsweise Spartakiadesieger. 1964 stiegen die Nackeler Junioren sogar in die höchste Spielklasse des damaligen Bezirkes Potsdam auf. Auch die Männer machten in der Folge mit Pokalsiegen auf Bezirksebene von sich reden. Der Verein zählte immerhin rund 170 Mitglieder, war Heimat von sieben Fußballmannschaften. Hinzu kamen Volleyballer und eine Frauensportgruppe.

Das Ende der DDR bedeutete auch für den Nackeler Sport einen tiefen Einschnitt. Aus der BSG Traktor wurde der SV Blau-Weiß Nackel 1924. Mit der LPG verschwand die finanzielle Basis. Innerhalb von zwei Jahren verließen über 50 Mitglieder den Verein.

Mittlerweile gibt es im Verein nur noch zwei Männerteams. Die Nackeler Jugendlichen trainieren, wenn überhaupt, in Neustadt und Wusterhausen - dort, wo sie auch zur Schule gehen.

Dennoch gilt dem Sport in Nackel nach wie vor viel Engagement. Das Sporthaus wurde modernisiert. Selbst den Auszug aus dem alten Domizil überstand der Verein. Auf dem Sportplatz wurden Container zum neuen Hauptquartier. Man installierte Flutlichtmasten, erneuerte Sitzbänke und Zaun, pflasterte und pflanzte.

Als Vereinsvorsitzender und Ortsvorsteher gibt sich Albrecht Gottschalk inzwischen sogar vorsichtig optimistisch: "Wir sind dabei, wieder beide Männermannschaften in der 1. und 2. Kreisklasse laufen zu lassen. Das ist ganz wichtig für uns." Für ihn geht es dabei nicht allein um den Sport, sondern durchaus auch ums Prinzip: "Als Ortsvorsteher ist das ja so: Du musst Vereine im Dorf haben."

Wohl auch deshalb ist das Jubiläumsfest des SV Blau-Weiß am Sonnabend, dem 14. Juni, keine interne Veranstaltung. Die Nackeler Motorradfreunde, die Angler und die Feuerwehr sind ebenso dabei, wie viele, viele Gäste.

Von Alexander Beckmann

Ein Fest für alle

Der SV Blau-Weiß Nackel 1924 feiert seinen 90. Gründungstag am 14. Juni ab 12 Uhr auf dem Sportplatz in Läsikow.
Um 13 Uhr treten das Team Heckel-Gottschalk-Hanitzsch-Eckstorff aus Nackel und weitere ehemalige Fußballer zum Traditionsturnier an.
Sportlicher Höhepunkt wird das Spiel der 60- gegen die 70-Jährigen, verspricht Vereinsvorsitzender Albrecht Gottschalk: „Das sind alles ehemalige Liga-Spieler.“

Im Festzelt beginnt um 19 Uhr die offizielle Festveranstaltung, unter anderem mit Auszeichnungen des Kreissportbundes und des Fußballbundes für verdiente Ehrenamtler.
Den ganzen Tag über sorgen die Veranstalter mit Unterstützung der Nackeler Motorradfreunde, der Angler und der Feuerwehr für Unterhaltung. Das Spielmobil reist für die Kinder an, vielleicht auch ein Kettenkarussell.
Ab 20 Uhr darf im Zelt getanzt werden.

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