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Allerhand Ansichten von Neuruppin

Museum in der Wohnung Allerhand Ansichten von Neuruppin

Sein Eigenheim in der Neuruppiner Poststraße hat Dieter Exner (83) in eine Art privates Heimatmuseum umgewandelt. An den Wänden hängen unzählige Fotos, Drucke und Gemälde von der Fontanestadt, kaum ein Quadratzentimeter ist noch frei. Das Beeindruckende: Zu jedem Bild kann Exner eine Geschichte erzählen.

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Der Platz an den Wänden von Dieter Exners Flur wird knapp.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Wer das Haus von Dieter Exner in der Neuruppiner Poststraße betritt, der kommt nicht weit. Die Wanddekoration im schmalen Flur ist zu ungewöhnlich, als dass man einfach an ihr vorbeigehen könnte. Zu beiden Seiten hat Exner historische Ansichten der Fontanestadt aufgehängt. Die meisten von ihnen sind klein, sie haben Postkartenformat. Doch die Menge schindet Eindruck. 400 Bilder – Ansichtskarten, Fotografien, Drucke – hängen hier gerahmt und liebevoll angeordnet auf wenigen Quadratmetern.

Zu jedem Bild eine Geschichte

Zu jeder der Ansichten kann Exner etwas erzählen. „Das hier ist das ehemalige Gaswerk“, sagt der 83-Jähige und tippt auf eine Abbildung. „Dort befindet sich heute das Resort Mark Brandenburg.“ Ein Schwarz-Weiß-Bild zeigt eine Militärkapelle, „eine Besonderheit“, wie Exner erklärt: „Nur die Flieger durften in der Kapelle Saxofone mitführen.“ Direkt daneben ist das ehemalige Lenin-Denkmal am Stadion zu sehen. „Lenin stand auf dem Königssockel, heute steht der König wieder drauf“, fasst Exner gleich zwei politische Umwälzungen in wenigen Worten zusammen.

Einst beerbte Lenin den König auf dem Sockel des Denkmals am Stadion

Einst beerbte Lenin den König auf dem Sockel des Denkmals am Stadion. Heute findet sich dort wieder der König.

Quelle: Peter Geisler

Für den gebürtigen Neuruppiner geht es nach eigener Aussage darum, in den Ansichten das Besondere der Stadt und des Umlandes festzuhalten. Ob alte Denkmäler, Neuruppin als Garnisonsstadt oder ehemalige Gaststätten – jedem Thema hat Exner eine eigene kleine Sektion an seinen Wänden gewidmet. Im Treppenhaus hängen zudem großformatige Fotografien, Aquarelle und einige Ölgemälde über das Ruppiner Land beziehungsweise von Ruppiner Künstlern. Ein wenig mutet es an, als wandele man durch ein privates Heimatmuseum.

Keine Wehmut über den Wandel des Stadtbilds

Wann genau seine Leidenschaft für die Lokalgeschichte entbrannt ist, kann Exner nicht sagen. „Ein bisschen hat es mir schon immer gelegen, die alte Historie zu ergründen.“ Als Maler sei er zudem viel im Kreis herumgekommen. „Mich hat interessiert, wie es auf den Dörfern aussieht“, so Exner. Dass sich das Stadtbild seit seinem Geburtsjahr 1932 an vielen Stellen geändert hat, stimmt Exner nicht wehmütig. „Wenn ein Haus seit Jahren leer steht und verkommt, ist es doch besser, das Gebäude abzureißen“, sagt Exner.

Hunderte Bücher und Broschüren zur Geschichte des Ruppiner Landes finden sich in Exners Archiv

Hunderte Bücher und Broschüren zur Geschichte des Ruppiner Landes finden sich in Exners Archiv.

Quelle: Peter Geisler

Im Laufe der Jahrzehnte hat sich Exner eine Reihe von Literatur zur Historie Neuruppins besorgt und sich ein Archiv angelegt. Darin finden sich auch Lokalseiten von Ruppiner Tageblatt und Ruppiner Anzeiger aus 25 Jahren. Früher sei noch mehr Wert darauf gelegt worden, die Geschichte wachzuhalten. „Heute vermisse ich das ein bisschen“, sagt Exner und verweist auf die Chronikblätter, die einst in der Märkischen Volksstimme zu finden waren. Seinen Ruf als Heimatsammler hat Exner mittlerweile weg. „Meine Bekannte kennen das“, sagt er. „Die bringen immer mal alte Ansichtskarten mit“, was Exner mittlerweile vor echte Schwierigkeiten stellt – denn nicht nur im Flur wird der Platz an den Wänden eng.

Von Mischa Karth

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