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Der Protest war vergebens

Wittstock Der Protest war vergebens

Vorstoß gewagt und abgeschmettert: Der Verein der Freunde des Städtischen Gymnasiums Wittstock hatte in einem offenen Brief an Bildungsminister Baaske die Einrichtung einer dritten 7. Klasse gefordert. Das Ansinnen wurde zwar abgeschmettert, aber der Verein will dranbleiben.

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Das Städtische Gymnasium Wittstock.

Quelle: Björn Wagener

Wittstock. Die Forderung eine weitere 7. Klasse am Städtischen Gymnasium Wittstock einzurichten, ist vom Bildungsministerium des Landes abgelehnt worden. Das berichtet Philipp Wacker, der Vorsitzende des Vereins der Freunde des Gymnasiums. Ende Juni hatte der Verein einen offenen Brief an Bildungsminister Günter Baaske (SPD) gesandt. Darin machten Philipp Wacker und sein Stellvertreter Andy Thierbach deutlich, dass das Städtische Gymnasium seine neuen 7. Klassen im kommenden Schuljahr dreizügig führen sollte. Das Staatliche Schulamt in Neuruppin hat jedoch nur eine Zweizügigkeit genehmigt.

Ein Brief allein reicht nicht

In dem Antwortschreiben aus dem Ministerium „hieß es nur, dass da nichts zu machen und alles so in Ordnung sei wie es ist. Es liege im Ermessen des Schulamtes, darüber zu entscheiden, ob die Klassen zwei- oder dreizügig eingerichtet werden sollen“, so Wacker. Er habe aus dem Brief „nicht die kleinste Nuance“ herausgelesen, dass man daran etwas ändern sollte. „Ein offener Brief allein reicht wahrscheinlich nicht aus, um etwas zu bewirken“, glaubt Philipp Wacker. Deshalb denke der Verein daran, sich wegen dieser Thematik im nächsten Schuljahr mit der Schulkonferenz am Gymnasium „zusammenzusetzen“, um über weitere Schritte zu beratschlagen. Darüber hinaus hält es Wacker für sinnvoll, auch an die Grundschulen heranzutreten. Denn diese müssten schließlich ebenso ein Interesse daran haben, dass am Städtischen Gymnasium möglichst gute Lernbedingungen herrschen.

Die 62 Anmeldungen hätten ausgereicht, um mindestens 20 Schüler in jeder Klasse zu haben, wie es die sogenannte Bandbreite fordert. Doch während der Verein lieber drei 7. Klassen mit relativ wenigen Schülern gesehen hätte, entschied das Schulamt, nur zwei randvolle Klassen zuzulassen – so voll, dass zwei Schüler trotz Ausnahmeregelung abgewiesen werden mussten. Sie sollen künftig das Johann-Wolfgang-von-Goethe-Gymnasium in Pritzwalk besuchen.

Unterstützung vom Landtagsabgeordneten Jan Redmann

Unterstützung im Bestreben um eine dritte 7. Klasse am Gymnasium bekommt der Verein vom CDU-Landtagsabgeordneten Jan Redmann. Er stellte im Landtag die Frage: „Warum hat das Schulamt keine dritte 7. Klasse eingerichtet, obwohl dies laut geltender Rechtslage geboten gewesen wäre und dem Wunsch der Eltern und des Schulleiters entsprochen hätte?“

Dreizügigkeit wäre „pflichtwidrig“ gewesen

In der von Minister Günter Baaske unterzeichneten Antwort heißt es unter anderem: „Im Hinblick auf die Schwierigkeiten in entfernten Regionen Lehrerstellen zu besetzen, wäre die Einrichtung von drei Klassen für 62 Schüler pflichtwidrig gewesen.“ Das bekräftigt auch Dietmar Menzel vom Staatlichen Schulamt Neuruppin. Die Entscheidung für eine Zweizügigkeit hänge vor allem mit dem Stellenplan für Lehrer zusammen. Da die verfügbaren Pädagogen so effektiv wie möglich eingesetzt werden müssen, könne man es sich nicht leisten, vergleichsweise viele Schülerplätze in den Klassen unbesetzt zu lassen, was bei einer Dreizügigkeit der Fall wäre. „Nur wegen zwei Schülern eine dritte 7. Klasse zu eröffnen, ist illusorisch. Es gibt zu wenige Schüler am Gymnasium in Wittstock“, sagt Dietmar Menzel und verweist auf die gute Erreichbarkeit des Johann-Wolfgang-von-Goethe-Gymnasiums in Pritzwalk.

Landlehrer-Stipendium als Vorschlag

Für Jan Redmann macht das eines deutlich: „Der Lehrermangel im Land geht zu Lasten der Qualität des Unterrichts. Es sind zu viele Schüler in den Klassen.“ Bisherige Maßnahmen des Ministeriums hätten nichts gebracht. Redmann schlägt deshalb ein „Landlehrer-Stipendium“ vor, das Lehramtsstudenten fördert, die bereit sind, in ländlichen Regionen zu arbeiten.

Von Björn Wagener

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