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Der Rebell der Prignitz

Wittstock: Heizwerk in Betrieb Der Rebell der Prignitz

Im Wohngebiet Röbeler Vorstadt in Wittstock wurde am Donnerstag ein neues Heizhaus übergeben. Mieter sollen künftig kräftig sparen, wenn es um die Heizkosten geht. Das Ganze ist Teil eines großen geförderten Umbauprogrammes. Mit dabei war auch Bürgermeister Jörg Gehrmann - der Rebell der Prignitz.

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Mit dem Bolzenschneider fing es an: Bürgermeister Jörg Gehrmann (r.) mit Stefan Günter vom Schlüsseldienst.

Quelle: Björn Wagener

Wittstock. Das neue Heizhaus in der Röbeler Vorstadt in Wittstock wurde am Donnerstag offiziell übergeben. Es sorgt dafür, dass die Kosten für die Wärmeversorgung in 430 Wohnungen spürbar sinken. Künftig sollen sogar 540 Wohnungen versorgt werden und die Mieter von den finanziellen Vorteilen profitieren. Diese Zahlen nannte am Donnerstag Hans-Jörg Löther, Geschäftsführer der Wittstocker Gebäude- und Wohnungsverwaltung (GWV). Wie zum Beweis hielt er 481 Euro in bar in der Hand. So viel habe die Heizkostenersparnis bereits 2014 für eine durchschnittliche 58 Quadratmeter große Wohnung ausgemacht. Denn obwohl das Heizhaus erst jetzt eröffnet wurde, hatte sich die Stadt Wittstock schon 2013 von der Fernwärmeversorgung für die GWV-Wohnungen befreit – und zwar mit einer spektakulären Aktion.

Es geschah am 26. August jenen Jahres. Da verschaffte sich Bürgermeister Jörg Gehrmann, unterstützt von Stefan Günther vom gleichnamigen Schlüsseldienst, mit einem Bolzenschneider Zugang zum Fernwärmenetz, um die Versorgung dort abzukoppeln und sie stattdessen zunächst über einen eigenen Heizcontainer abzusichern. Zu diesem äußersten Schritt war es gekommen, weil die Preisverhandlungen mit dem Versorger zuvor zu keinem Ergebnis geführt hatten, und die Zeit drängte, weil der Liefervertrag über 20 Jahre kurz vorm Ablauf stand. Dieses mutige Eingreifen brachte Gehrmann große Anerkennung ein, der am Donnerstag noch einmal demonstrativ zum Bolzenschneider griff. Frank Segebade vom In-frastrukturministerium nannte Gehrmann den „Rebellen der Prignitz“. Denn mit dem „Vertrauen auf die eigenen Kräfte“ sei ihm etwas ganz Besonderes gelungen.

Hans-Jörg Löther, Chef der Gebäude-und Wohnungsverwaltung Wittstock, im neuen Heizwerk

Hans-Jörg Löther, Chef der Gebäude-und Wohnungsverwaltung Wittstock, im neuen Heizwerk.

Quelle: Björn Wagener

Tatsächlich war es die Basis dafür, die Wärmeversorgung – und damit auch ihre Preisgestaltung – in die eigenen Hände zu nehmen. So lagen die Heizkosten bereits im vergangenen Jahr im GWV-Wohnungsbestand bei rund 466 000 Euro. 2012 hatten sie noch knapp 812 800 Euro betragen. Das ergab eine Ersparnis von etwa 346 000 Euro. GWV-Chef Hans-Jörg-Löther peilt in Zukunft die 500 000-Euro-Ersparnis an, auch zugunsten der Mieter. Doch es sollen nicht nur die Energiepreise niedrig gehalten werden, sondern auch die Wärmeverluste. So würden laut Hans-Jörg Löther insgesamt 2,6 Millionen Euro allein in die energetische Sanierung der Röbeler Vorstadt fließen, inklusive Heizhaus. Davon seien gut 1,2 Millionen Euro ausgegeben worden. Das alles führe schon jetzt dazu, dass sich die CO2-Bilanz sehen lassen kann. Der Ausstoß habe auf nur fünf Prozent der Werte aus den 1980er Jahren gesenkt werden können. Künftig werde auch an den Einsatz von Solaranlagen gedacht. Das Ziel: Ab 2030 solle klimaneutral gewirtschaftet werden.

Diese neue Kleine Röbeler Straße wurde ebenfalls eröffnet

Diese neue Kleine Röbeler Straße wurde ebenfalls eröffnet.

Quelle: Björn Wagener

Doch die Wärmeversorgung samt modernem Heizhaus auf gesunde wirtschaftliche und ökologische Füße zu stellen, ist nur ein Teil der umfassend geförderten Umstrukturierung der Röbeler Vorstadt unter dem Motto „Wohngebiet im Wandel“. Denn auch darüber hinaus werden nicht nur die Wohnungen saniert, gedämmt und mit Terrassen und Balkonen versehen, sondern es wird auch das Wohnumfeld modernisiert und so gestaltet, dass die Wohnungen barrierefrei vom öffentlichen Wegenetz aus erreichbar sind. Bis zur Laga im Jahr 2019 soll alles fertig sein.

So wurde gleichzeitig mit der Einweihung des Heizhauses auch die Kleine Röbeler Straße für den Verkehr freigegeben – eine Parallelstraße zur Röbeler Straße entlang der Häuserfront. Investitionsvolumen: rund 500 000 Euro, wovon 280 000 Euro die GWV trug, wie Hans-Jörg Löther sagte.

Insgesamt liege man im Zeitplan allerdings etwa drei Monate zurück. Da die Heiztrassen- und Gebäudesanierung sowie der Straßenbau gleichzeitig stattfanden, habe es Überschneidungen gegeben, die die Verzögerungen verursacht hätten.

Von Björn Wagener

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