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Ostprignitz-Ruppin Der Schreibtischnomade
Lokales Ostprignitz-Ruppin Der Schreibtischnomade
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00:17 13.03.2017
Ulrich Steffen hat das Büro von seinem Vorgänger übernommen und weitestgehend so belassen. Quelle: Sandra Bels
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Kyritz

Busse über Busse zieren das Arbeitszimmer von Ulrich Steffen. Irgendwie war das zu erwarten. Steffen ist Geschäftsführer der Ostprignitz-Ruppiner Personennahverkehrsgesellschaft (ORP) und sorgt dafür, dass alle Buslinien im Landkreis Ostprignitz-Ruppin bedient werden. „Schülerbeförderung und Daseinsvorsorge sind unsere Hauptarbeitsfelder“, erklärt er. Steffen kommt jeden Morgen aus der Nähe von Rheinsberg nach Kyritz zur Arbeit. Mit dem Auto.

Die großen und kleinen Modellbusse sind teilweise noch im Karton. Nein, Steffen hat sie nicht in den Schrank gestellt. Also nicht alle. „Viele sind auch von meinem Vorgänger“, sagt er und behauptet von sich, ein Schreibtischnomade zu sein. „Ich könnte heute aufstehen, ein paar Sachen in einen Karton packen und woanders arbeiten“, lautet seine Erklärung. Viel Persönliches gibt es nicht in Steffens Büro. Auf dem Schreibtisch steht ein Bild seiner Frau. An der Lampe hängt ein kleiner roter Stern mit weißen Punkten. „Den hat mir mal jemand zu Weihnachten geschenkt“, sagt Steffen. Ein Taschenrechner liegt parat. Die Fernbedienung ist für das Radio. „Ich höre Antenne Brandenburg, weil die Nachrichten und Verkehrsmeldungen für uns relevant sind“, sagt der Geschäftsführer.

2010 löste Ulrich Steffen seinen Vorgänger in Kyritz ab

Mit der Glocke unterbricht er hitzige Diskussionen und manchmal braucht er die Leiter, um an die oberen Fächer in der Schrankwand zu kommen. Das wandfüllende Möbelstück hat Ulrich Steffen genauso wie seinen Inhalt von seinem Vorgänger übernommen. Es war Wolfgang Friebel. Der arbeitete bis zum 31. Dezember 2009 in diesem Büro. Der 1. Januar 2010 war Steffens erster Arbeitstag in Kyritz. Vorher war er Niederlassungsleiter in Neuruppin. Bei der ORP ist er seit dem 1. Dezember 1997. Er fing damals als Busfahrer an.

An das Weinservice vom Vorgänger hat sich Steffen längst gewöhnt. „Wenn ich es aus dem Fach nehme, ist es leer und ich muss womöglich etwas Neues hineinstellen“, sagt er. Das gilt auch für den Brockhaus und die Sammlung der Kreiskalender. Ein englisches Wörterbuch steht ebenfalls in der Reihe. Das ADAC-Kartenset von Deutschland braucht heute keiner mehr. Aber es bleibt im Schrank. Thermometer und Uhr hat Steffen selbst hinein gestellt. Das könne man immer gebrauchen, meint er. Die Oberteile von Fahnenstangen mit den Emblemen von FDGB und FDJ hat ebenfalls der Vorgänger zurück gelassen. Überhaupt nicht dazu passt der quietschbunte Klammeraffe, der auch noch elektronisch funktioniert. „Na ja eigentlich ist er kaputt“, sagt Steffen und überlegt, ob er das Gerät mal entsorgen sollte.

Bevor er Niederlassungsleiter wurde, hat er als Busfahrer gearbeitet

In der mehrstöckigen Ablage findet Ulrich Steffen Termine, Tagesordnungen, Ankündigungen, Projekte und aktuelle Themen. Vor dem Fernseher steht ein Gesteck mit Mohn. Schon seit Jahren. Es ist künstlich. Die echten Grünpflanzen im Büro sind Geschenke. Auf dem Fensterbrett steht ein Sparschwein. ÖPNV ist drauf gemalt. Ein paar Cent scheinen drin zu sein. Das Schweinchen stand früher bei Aufsichtsratssitzungen auf dem Tisch und musste von den Zuspätkommern gefüttert werden.

Die Buchsammlung hat der Geschäftsführer erweitert. „Wenn ich es ausräume, ist auch dieses Fach leer“, sagt er. Also bleibt alles da. „Ich weiß sowieso nicht, warum ich mir alles mit persönlichen Sachen vollstellen soll“, so Ulrich Steffen. Er findet es nicht wichtig für seine Arbeit. „Außerdem habe ich doch ein Zuhause“, fügt er an und schmunzelt.

Ulrich Steffen will sein Büro nicht nach Neuruppin verlegen

Auch wenn er morgens ein bisschen fahren muss, hat er noch nie darüber nachgedacht, mit seinem Büro zum Beispiel nach Neuruppin zu ziehen. „Die Arbeit verändert sich dadurch ja nicht“, sagt Steffen. Außerdem will er an den historisch gewachsenen Strukturen nichts ändern. Seine Kollegen, acht an der Zahl, kommen schließlich alle aus Kyritz und Umgebung. Die ORP war der so genannte Funktionsnachfolger des Kraftverkehrs und wurde 1992 im Mai gegründet. Der Sitz der Geschäftsleitung war schon damals Kyritz. Hier gab es auch die entsprechende Infrastruktur. Auch deshalb sei eine Sitzverlegung noch nie Thema gewesen.

Sein Job macht ihm Spaß, auch wenn es Tage gibt, an denen man zweifelt. „Es geht aber nicht immer geradeaus. Dann muss man eben neue Wege suchen“, sagt Ulrich Steffen. Mit seinen Kollegen könne er vertrauensvoll zusammen arbeiten. Und gemeinsam finden sie immer eine Lösung.

Von Sandra Bels

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