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Ostprignitz-Ruppin Der Sekretär der Störche
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00:17 30.06.2016
Hartmut Mäder aus Glienicke dokumentiert seit vielen Jahren das Leben im Storchennest in Glienicke (Hintergrund). Quelle: Björn Wagener
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Glienicke

Am vergangenen Samstag wurde in Wernikow ein Storch tödlich vom Blitz getroffen. Vor diesem Hintergrund appellierte Ornithologe Jürgen Kaatz aus Dranse an das Verantwortungsgefühl in den Dörfern den Störchen gegenüber. Hartmut Mäder aus Glienicke ist ein gutes Beispiel dafür, wie dieses Verantwortungsgefühl gelebt werden kann.

Die Störche gehören einfach dazu

Glienicke und die Störche – das gehört einfach zusammen. Wie lange sie schon jedes Jahr regelmäßig auf einer Scheune ihr Nest beziehen, weiß selbst Hartmut Mäder nicht genau. Und das will etwas heißen. Denn er führt seit etlichen Jahren das Familienbuch der majestätischen Vögel. Auf einer kleinen Tafel auf seinem Grundstück vermerkt er jedes Jahr, wann die Störche kommen, fortfliegen und wie viele Junge sie aufgezogen haben. „So lange ich mich erinnern kann, waren hier immer Störche“, sagt er. Und Hartmut Mäder lebt schon seit Jahrzehnten im Dorf. Im Winter entfernt er die Tafel regelmäßig, um sie zu schonen.

Nur wenige Junge aufgezogen

Dass die Vögel ihr Nest auf dem verzinkten Rad auf einem alten Schornstein immer wieder beziehen, heißt aber noch nicht, dass sie auch jedes Mal Nachwuchs haben. Die Ausbeute in den vergangenen Jahren fällt eher mager aus. Seit 2011 wuchsen in dem Horst insgesamt nur sechs Junge heran, die beiden diesjährigen eingeschlossen – jeweils zwei in den Jahren 2012, ’15 und ’16. 2011, ’13 und ’14 hingegen blieb der Nachwuchs aus. Zweimal seien jeweils fünf Junge in Glienicke groß geworden, aber das ist schon länger her. Denn Hartmut Mäder beschriftet bereits die zweite Storchentafel, nachdem das erste Exemplar voll beschrieben war. Bereitgestellt wurden die Tafeln vom Hobbyornithologen Christian Dörendahl aus Friedrichsgüte. Er gebe die Daten jeweils etwa Anfang August an das zuständige Landesamt und den Naturschutzbund (Nabu) weiter, damit sie Eingang in die Statistik finden, sagt er.

Nicht genug Futter

Dass die Störche in der Region generell weniger Nachwuchs hervorbringen, will er nicht pauschal bestätigen. Denn das hänge von zu vielen Faktoren ab. Um diese Frage fundiert zu beantworten, brauche es eine Langzeitbeobachtung über mindestens zehn Jahre. Laut Ornithologe Jürgen Kaatz komme es jedoch häufig vor, dass Junge aus dem Nest geworfen werden, weil die Elterntiere sie nicht mehr ­ernähren können. „Es gibt zu wenig Futter“, sagt Kaatz. Das liege daran, dass es immer weniger Brachflächen gebe und damit auch weniger Insekten und Feldmäuse, von denen sich die Vögel ernähren.

Das ganze Dorf voller Störche

Hartmut Mäder bedauert es, dass nur so wenige Jungstörche in Glienicke aufwachsen. Er beobachtet die Vögel gern und berichtet von erbitterten Kämpfen um den Nistplatz, manchmal sogar nachts. 1992, so erinnert er sich, sei einmal eine Windhose durchs Dorf gezogen und habe nicht nur großen Sachschaden angerichtet, sondern auch kleine Störche aus dem Nest geweht. Sie hätten aber gerettet werden können. Und vor etwa vier Jahren sei etwas sehr Ungewöhnliches passiert: „Da war an einem Abend das ganze Dorf voller Störche.“ Den Grund dafür kann Mäder nur vermuten: Vielleicht hatten sie sich Glienicke als Sammelplatz auserkoren. Das habe sich seitdem aber nicht mehr wiederholt.

Von Björn Wagener

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