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Ostprignitz-Ruppin Der Sparzwang trifft jeden
Lokales Ostprignitz-Ruppin Der Sparzwang trifft jeden
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00:17 03.02.2014
Bauhofmitarbeiter sehen schweren Zeiten entgegen. Quelle: Peter Geisler
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Neuruppin

Im Zweifel  Welche drastischen Folgen das Loch von rund zwei Millionen Euro im Stadthaushalt hat, "wird spätestens im Frühjahr niemand mehr übersehen können", warnte Neuruppins stellvertretender Bürgermeister Arne Krohn jetzt die Stadtverordneten im Bauausschuss. Allein das Baudezernat, für das Krohn zuständig ist, muss mehr als eine Million Euro aus seinem Budget streichen - Geld, das zum großen Teil für den Unterhalt von Gebäuden, Straßen und Plätzen vorgesehen war.

Besonders betroffen ist der Stadtbauhof. Der Eigenbetrieb soll rund 210.000 Euro weniger Geld aus dem Rathaus bekommen als bisher. Das sind mehr als zehn Prozent dessen, was Neuruppin insgesamt zahlt. Bauhofleiterin Simone Deter sieht sich nicht in der Lage, diesen Ausfall so schnell auszugleichen. Sollte die Stadt ihren Aufträge tatsächlich derart kürzen, müssten wohl einige der 26Mitarbeiter entlassen werden. Deter: "Zehn Prozent Umsatzverlust steckt kein Unternehmen einfach weg." Dabei habe der Bauhof längst zu wenige Mitarbeiter für die Fülle der Aufgaben, hatte die Unternehmensberatung Kienbaum vor drei Jahren analysiert.

Simone Deter legte dem Ausschuss am Donnerstag eine Liste vor, was der Bauhof alles nicht mehr erledigen könnte, wenn er so viel einsparen muss. Die Folgen wären unübersehbar. Unter anderem müsste sich die Stadt eben von allen ihren 13 Badewiesen verabschieden. Dort würden keine Toiletten mehr stehen, das Gras wird nicht gemäht, Müll nicht mehr eingesammelt, Taucher suchen das Ufer nicht mehr wie bisher üblich nach Schrott und Glasscherben ab, an denen sich Badegäste verletzen könnten.

Doch selbst wenn der Bauhof alles einspart, reicht das nicht. Unterm Strich ließen sich nur 151.000 Euro streichen, statt der geforderten 210.000 Euro.

Der Stadtverordnete Gerald Brose (Grüne) schlug vor, Bürger und Firmen mehr in die Pflicht zu nehmen: "Wenn die Neuruppiner es schön haben wollen, dann müssen sie auch ein Stück selbst was tun." Er forderte "kreativere Ideen".

Krohn hielt mit seinem Ärger am Donnerstag nicht hinterm Berg. Dass die Politiker bisher nicht bereit waren, im Sozial- und Sportbereich den Rotstift anzusetzen, regte ihn merklich auf: "In den vergangenen Monaten sind wir einer Problemlösung keinen Schritt näher gekommen." Das Loch im Stadthaushalt sei noch genauso groß und es gebe keinen Plan, wie es gestopft werden soll. Krohn: "Wer glaubt, der Kelch wird an ihm vorübergehen, der täuscht sich. Der Kelch wird an niemandem vorübergehen."

Dahinter steht auch Krohns Furcht, dass im Baubereich noch viel mehr gekürzt wird, wenn die Stadtverordneten nicht bereit sind, an anderer Stelle zu sparen. Die geplante Sanierung des Babimostrings und der Fehrbelliner Straße sind bereits gestrichen. Klassenzimmer und Kitaräume können vorerst nicht mehr renoviert werden. "Einen Klassenraum haben wir bisher alle sechs Jahre gemalert", sagte Marga Reinus. "Das ist schon unterster Standard." Doch selbst dafür bleibe in diesem Jahr jetzt kein Geld.

Erhard Schwierz (SPD) mahnte ähnliche Sparvorschläge wie vom Bauhof auch für die anderen städtischen Einrichtungen an: Tierpark, Stadtgarten, Altes Gymnasium und Museum.

Von Reyk Grunow

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