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Der Spezial-Kreisel kommt

Wittstock Der Spezial-Kreisel kommt

Die Anbindung von der Pritzwalker Straße in Richtung Jabeler Chaussee in Wittstock wird 2018 neu gestaltet. Dadurch sollen Rückstau-Situationen vom Bahnübergang entschärft werden. Das heißt aber auch, dass das Kunstwerk „Dialogue Constructiviste“ versetzt werden muss.

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Das Kunstwerk „Dialogue Constructiviste“ muss wegen des Kreisel-Baus an einen anderen Standort versetzt werden.

Quelle: Björn Wagener

Wittstock. Wittstock bekommt im kommenden Jahr einen neuen Kreisverkehr – und was für einen! „Einen Kunstgriff“ nennt ihn Martin Bünning, der Leiter des Amtes für Stadtentwicklung. Denn er soll im Bereich der Anbindung der Pritzwalker Straße zur Jabeler Chaussee nicht nur für flüssigen Verkehr sorgen, sondern bekommt auch eine bauliche Besonderheit spendiert. Dabei geht es um die Zufahrt vom sehr nahen Bahnübergang aus. Ein „Schlenker“ in der Straßenführung soll bei Rückstau möglichst viele Fahrzeuge aufnehmen können.

Das Projekt wird vom Landesbetrieb Straßenwesen umgesetzt und dort auch geplant. Die Stadtverordneten stimmten am Mittwochabend dem geänderten Bebauungsplan zu und machten den weiteren Weg damit frei. Gebaut werden soll von Frühjahr bis Herbst 2018, um pünktlich zur Landesgartenschau (Laga) 2019 fertig zu sein. Das Ganze solle auch ein Stück Straßenbau in Richtung Stadt mit einschließen. Der Verkehr wird in dieser Zeit umgeleitet.

Schwierige Verkehrssituation soll entschärft werden

Damit werde eine schwierige Verkehrssituation entschärft. Denn vor allem der Rückstau bei geschlossenen Schranken sei bislang ein Problem, weil er ein Unfallpotenzial darstelle. Die Zufahrt zum Gewerbegebiet Stadtberg sei nicht nur viel befahren, sondern werde auch häufig von Lastwagen genutzt, berichtet Martin Bünning. Eine Ampelanlage sei als „nicht zielführend“ angesehen worden. Denn sie hätte den Verkehr zusätzlich zum Bahnübergang noch einmal gestoppt. Ein Kreisel dagegen soll den Verkehr im Fluss halten.

Das bevorstehende Bauprojekt sorgt aber auch dafür, dass das Kunstwerk „Dialogue Constructiviste“ des französischen Künstlers Garry Faif versetzt werden muss. Es befindet sich nahe der Zufahrt zum Stadtberg, aber auch nahe der Bahnlinie und würde mit den Bauplänen kollidieren. Deshalb beschäftigte sich der Kulturausschuss in dieser Woche mit diesem Problem.

Fünf Varianten für neue Standorte

Er bevorzugt, das Kunstwerk lediglich ein Stück in Richtung Hagebaumarkt nach hinten zu verlegen. Neben dieser Variante standen noch vier weitere zur Debatte: auf der Freifläche am Abzweig zur Rheinsberger Siedlung (Richtung Babitz); auf der Freifläche an der HEM-Tankstelle in der Meyenburger Chaussee; ferner auf der Freifläche am Kreisel in der Rosa-Luxemburg-Straße und auf einer Fläche in der Nähe der Rückseite der Schwimmhalle. Auf jeden Fall solle eine günstige Verkehrslage gewählt werden, die möglichst stark frequentiert wird. Wohngebiete oder die Innenstadt seien nicht erwünscht. Das favorisiere Simone Faif, die Witwe des 2002 verstorbenen Garry Faif. Im Kulturausschuss ist man sich dessen bewusst, dass das Kunstwerk polarisiert und mancher Wittstocker auch „überhaupt nichts“ damit verbinde. Der Vorsitzende Wolfgang Dost wirbt jedoch immer wieder dafür, den Blick auf „Dialogue Constructiviste“ zu schärfen und gleichzeitig zu weiten. „Es ist Wittstocks einziges Kunstwerk von internationaler Bedeutung“, sagt er. Denn Werke von Garry Faif sind auch in Paris und Tokio zu finden. „2005 hat die Stadt Paris eine Straße nach ihm benannt“, sagt Wolfgang Dost

Die 18 Meter lange und sieben Meter hohe, an einen Verladekran erinnernde Skulptur wurde 1993 zur Jahrtausendfeier Potsdams zunächst an der dortigen Breiten Straße aufgebaut. Als sich einige Jahre später die Gelegenheit ergab, bemühte sich die Stadt Wittstock, vor allem auch Wolfgang Dost, das Kunstwerk zu übernehmen. 2003 wurde es schließlich in der Dosse­stadt aufgestellt. 2011 bekam es einen neuen Anstrich.

„Viele Menschen wissen nicht um den Wert des Werkes“, sagte Wolfgang Dost vor den Stadtverordneten. Auch wenn „Dialogue Constructiviste“ nicht jedem gefalle, so dürfe „nicht leichtfertig“ über den Umgang mit dem Werk entschieden werden.

Von Björn Wagener

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