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Ostprignitz-Ruppin Der Streit ums Landratsamt ist entschärft
Lokales Ostprignitz-Ruppin Der Streit ums Landratsamt ist entschärft
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02:15 03.07.2017
Wann das Landratsamt saniert wird, ist noch nicht ganz klar. Quelle: Peter Geisler
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Neuruppin

Für heftige Diskussionen unter den Kreistagsabgeordneten hat am Donnerstagabend der von der Verwaltung eingebrachte Nachtragshaushalt gesorgt. Grund sind die im Papier veranschlagten Kosten in Höhe von 2,6 Millionen Euro, die nötig wären, um das Landratsgebäude in der Neuruppiner Virchowstraße zu sanieren.

Der Nachtragshaushalt geriet in Gefahr

„Die Summe ist kein Pappenstiel“, betonte Ralph Bormann. Der Chef der bunten Fraktion aus Bauern, freien Wählern und FDP vermisste ein Konzept, wie das unter Denkmalschutz stehende Gebäude, das in den Jahren 1894/95 eigens als Landratsamt gebaut worden war, sowie der zu DDR-Zeiten errichtete Anbau modernisiert werden könnten. Auch die CDU-Fraktion sei von den Sanierungsplänen überrascht worden, sagte Erich Kuhne  – während Landrat Ralf Reinhardt (SPD) seinerseits von den Bedenken der Abgeordneten überrascht wurde. Reinhardt räumte ein, die Politiker nicht rechtzeitig über die Sanierungspläne informiert zu haben. Zugleich betonte er, dass es sich derzeit lediglich um erste Planungen und grobe Schätzungen handele. „Mit dem Nachtragshaushalt wird noch nicht die Sanierung der Virchowstraße beschlossen.“

Verwaltungsneubau soll nicht gefährdet werden

Das überzeugte die Abgeordneten, zumal sich alle für ein Projekt aussprachen, das ebenfalls im Nachtragshaushalt enthalten ist und keinesfalls gefährdet werden soll: den Neubau eines Verwaltungsgebäudes in der Neustädter Straße auf dem Gelände der Kreisverwaltung für rund 6,6 Millionen Euro, in das vermutlich 2019 die rund 100 Mitarbeiter des Neuruppiner Jobcenters und des Gesundheitsamtes einziehen werden. Sie sollen aus ihren jetzigen Büros raus, die sich in der alten Poliklinik und dem Nachbargebäude (Gesundheitsamt) befinden, weil das Areal verkauft werden soll. Deshalb waren in den vergangenen Monaten schon nach und nach die Ärzte aus der einstigen Poliklinik aus- und umgezogen. Einige haben ihre Praxen jetzt in der Junckerstraße, andere auf dem Gelände der Ruppiner Kliniken. Die Ostprignitz-Ruppiner Gesundheitsdienste (OGD), eine Tochter der Kliniken, erhofft sich durch den Verkauf des nunmehr ehemaligen Ärztehauses samt Anlagen mindestens 3,35 Millionen Euro.

Diese weit reichenden Pläne wollte der Kreisausschuss mit seinen Bedenken zum Nachhaushalt keinesfalls gefährden – und stimmte mit großer Mehrheit zu. Lediglich Dieter Groß (Linke) und Frank-Rudi Schwochow (BVB-Freie Wähler) waren dagegen. Die beiden Abgeordneten überzeugte auch nicht das Versprechen des Landrats, dass die Sanierungskosten für das Landratsamt erst den Kreishaushalt 2018 vermutlich mit einer sechsstelligen Summe belasten wird.

Von Andreas Vogel

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