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Der Tempelgarten – die Pracht der alten Zeit

Neuruppin Der Tempelgarten – die Pracht der alten Zeit

Sieben Jahre hat es gedauert und mehr als zwei Millionen Euro gekostet – jetzt ist die Sanierung des Neuruppiner Tempelgartens abgeschlossen. Ab sofort ist der kleine Park an der Präsidentenstraße wieder für Besucher geöffnet. Seit dem vergangenen Sommer haben Landschaftsbauer die einmalige Gartenanlage nach historischen Vorlagen neu gestaltet.

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Müllberg wächst schon seit einem Jahr

Mit einer Führung bei Regen eröffneten Stadtverwaltung und Tempelgartenverein den umgestalteten Park am Mittwoch.

Quelle: Reyk Grunow

Neuruppin. Dass der kleine Park einmal so herrlich werden würde, hat Peter Neiß nicht erwartet. „Ich hätte mir das nie so großartig vorgestellt“, gestand der Vorsitzende des Neuruppiner Tempelgartenvereins am Mittwoch. Er ist begeistert vom neuen Neuruppiner Tempelgarten.

Zusammen mit der Stadtverwaltung hatte der Verein gestern zu einer kleinen inoffiziellen Wiedereröffnungsfeier des Gartens eingeladen. Seit Sommer 2016 war die einmalige Anlage mit maurischen Elementen für Besucher gesperrt. Seitdem hatten Landschaftsgestalter und Gartenbauer die Parkanlage umgekrempelt. Zuletzt war sie nur noch ein Abklatsch der Pracht früherer Zeiten. Ab sofort ist der Garten wieder geöffnet. Die Sanierung ist beendet.

Viele Beete wurden neu angelegt und in aufwändigen Mustern mit Blumen bepflanzt, die dort vor 150 Jahren schon wuchsen

Viele Beete wurden neu angelegt und in aufwändigen Mustern mit Blumen bepflanzt, die dort vor 150 Jahren schon wuchsen.

Quelle: Reyk Grunow

Rund 2,5 Millionen Euro hat die Fontanestadt in den vergangenen sieben Jahren investiert, um die Parkanlage wieder weitgehend so erstehen zu lassen, wie sie einmal war. Der Tempel, der dem Garten seinen Namen gibt, wurde aufwändig saniert, Mauern und Tore ebenso, dann die Sandsteinfiguren, Vasen, Putten, Sockel. Als letzter Schritt wurde die eigentliche Gartenanlage nach historischem Vorbild umgestaltet.

Lange hatte die Architektin Brigitte Gehrke dafür in alten Unterlage recherchiert. Viele Hinweise gibt es, doch nicht immer sind sie komplett. Auf alten Zeichnungen ist zum Beispiel zu erkennen, dass es neben dem Apollotempel, den Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff im 18. Jahrhundert für den Kronprinzen Friedrich schuf, weitere Bauwerke gegeben haben muss. Heute kennt sie niemand mehr. Bei der Umgestaltung haben Archäologen jetzt jedoch Mauerreste gefunden, die die Annahmen bestätigen. Wenn auch niemand mehr sagen kann, wie die Bauten aussahen und welchen Zweck sie hatten.

Archäologen haben vieles freigelegt, was niemand mehr kannte

Archäologen und Gartenbauer hatten in den vergangenen Monaten viel zu tun. Sämtliche Wege im Park wurden neu angelegt. Sie sind breiter und haben eine neue, helle, glatte Oberfläche bekommen; manche verlaufen auch anders als zuletzt bekannt. Die Blumenbeete wurden neu angelegt und – in teilweise orientalischen Mustern – mit Gewächsen bepflanzt, die es dort auch um 19. Jahrhundert gab. Die sogenannte Wolfsschlucht wurde vom Schutt der Jahrhunderte befreit und ist nun wieder viel tiefer.

Grüne Oase vor der Stadtmauer

Der Tempelgarten an der Neuruppiner Präsidentenstraße geht auf den Amaltheagarten zurück, den Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff 1732 bis 1736 vor Neuruppins Stadtmauer für Kronprinz Friedrich schuf, als der von seinem Vater nach Neuruppin versetzt wurde.

Im Laufe der Zeit hatte der kleine Park viele Eigentümer und wurde oft umgestaltet. Aus den Anfangsjahren ist nur noch der Apollotempel erhalten, wenn auch nicht mehr in seiner ursprüngliche Fassung.

Die jetzige Ansicht entspricht weitgehend der Gestaltung im 19. Jahrhundert.

Außerdem wurden dutzende Bäume gepflanzt. Sie sollen vor allem dem hinteren Teil der Gartens wieder den Eindruck eines Waldes geben, der zuletzt nicht mehr zu erkennen war. Das Tor zur Präsidentenstraße wird auch wieder von zwei Ulmen gesäumt, die dort früher standen. Bis sie zu voller Pracht gelangen, müssen Bäume und andere Pflanzen allerdings noch wachsen. Das gilt auch für den Rasen.

Ohne die Hilfe der vielen Sponsoren und Fördermittel von Land und Bund wäre die gärtnerische Sanierung als letzter Schritt nicht möglich gewesen

Ohne die Hilfe der vielen Sponsoren und Fördermittel von Land und Bund wäre die gärtnerische Sanierung als letzter Schritt nicht möglich gewesen.

Quelle: Reyk Grunow

Mehr als eine halbe Million Euro hat die gärtnerische Umgestaltung gekostet, ein Großteil Fördermittel. Der Tempelgartenverein hatte mit Hilfe des Rotary Clubs und vieler Sponsoren 55 000 Euro als privaten Zuschuss gesammelt. Ohne dieses Geld wäre die Sanierung kaum möglich gewesen. Baudezernent Arne Krohn lobte dieses „hervorragende Beispiel bürgerschaftlichen Engagements“ am Mittwoch erneut.

Bürgermeister Jens-Peter Golde dankte auch dem Team des Baudezernates ausdrücklich. Den Tempelgarten so zu sanieren, war eine Herausforderung. Ihn zu erhalten wird mindestens eine ähnliche. 60 000 Euro wird die Pflege pro Jahr kosten. Der Kämmerer habe zugesichert, dass das Geld vorhanden ist, so Golde: „Das ist eine sichere Sache für die nächsten Jahre.“

Von Reyk Grunow

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