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Ostprignitz-Ruppin Der Traum vom eigenen Museum
Lokales Ostprignitz-Ruppin Der Traum vom eigenen Museum
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02:15 05.06.2017
Kevin Schönberg (l.) und Daniel Jankowska wollen die Maschinen nach und nach restaurieren. Quelle: Reyk Grunow
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Bechlin

Bessere Werbung kann es kaum geben. Das Storchennest auf dem Trabidach an der B 167 bei Bech­lin kennt fast jeder. Deutschlandweit haben die Bilder vom Storchentrabi auf dem alten Strommast für Aufsehen gesorgt. Immer wieder halten Touristen an, weil sie das Motiv unbedingt fotografieren wollen. Noch ahnt kaum jemand, was sich hinter dem eigenwilligen Storchennest verbirgt. Das soll sich ändern.

Schon 2015 haben Daniel Jankowska und Kevin Schönberg die alte Mühle von Bechlin gekauft. Bis vor wenigen Jahren wurde dort noch Getreide zu Schrot gemahlen. Seit dem Tod des früheren Besitzers stand dort alles still. Die Eigentümerin wollte die Mühle erhalten, wie sie war, doch allein konnte sie das nicht leisten. Die beiden jungen Männer kamen genau richtig.

Mit Mühlen, Mehl oder dem Bäckerhandwerk haben beide nichts zu tun. Daniel Jankowska arbeitet als Hausmeister in einem Neuruppiner Hotel, Kevin Schönberg in einer Lkw-Werkstatt. Doch die alte Technik der Bechliner Mühle hat sie einfach fasziniert. Seit zwei Jahren arbeiten sie an ihrem Plan, aus dem Haus ein Museum zu machen. Zum Mühlentag am Montag wollen sie zum ersten Mal für Besucher öffnen.

Eine Maschinenfabrik aus Wittenberge hat die Technik für die Mühle hergestellt. Die Originalpläne aus der Bauzeit 1925 gibt es noch. Quelle: Reyk Grunow

„Früher stand an dieser Stelle eine Bockwindmühle“, sagt Daniel Jankowska. Die ist 1924 allerdings abgebrannt. Ein Jahr später haben sich die Besitzer entschieden, eine neue, moderne Mühle zu bauen, angetrieben von einem Motor.

„Man hat damals schon auf einen Elektromotor gesetzt“, sagt Jankowska. Dabei hatte das Grundstück nicht einmal einen Stromanschluss. In den ersten Jahren musste ein Dieselgenerator die elektrische Energie fürs Mahlwerk liefern. Die Maschinenfabrik Wetzig aus Wittenberge hat die Mühle gebaut. Noch heute prangt ihr Firmenschild an den Geräten in Inneren.

In Bechlin steht noch fast die gesamte alte Technik

Mühlen wie die in Bechlin gab es früher viele. „Jedes Dorf hatte seine eigene“, weiß Daniel Jankowska. Doch die meisten gibt es schon lange nicht mehr. Und die, die erhalten blieben, wurden im Inneren oft völlig umgebaut. Das macht die Bechliner Mühle so besonders. „Hier stehen noch fast alle alten Maschinen“, sagt Kevin Schönberg. Viele laufen sogar noch – selbst die Motoren aus den 30er Jahren.

1936 ist die Mühle einmal modernisiert worden, in den 60er Jahren dann noch einmal. Damals kamen auch zwei große Silos dazu, um noch mehr Korn aufnehmen zu können. Die Korntanks wurden vor wenigen Jahren abgerissen.

Die alten Walzenstühle sind dagegen noch erhalten. Sie sind die moderneren Mahlwerke: Zwischen rotierenden Metallzylindern wurde das Korn darin förmlich zerrissen. Die Walzenstühle waren effektiver als die hunderte Kilo schweren Mühlsteine früherer Zeiten. Aber auch die gibt es in Bechlin noch.

Tier im Keller stehen in dunklen Nischen die alten Elektromotoren, die über breite Riemen ihre Kraft auf die Maschinen im gesamte Haus übertragen. Vieles funktioniert nach wie vor. Quelle: Reyk Grunow

In ganz Deutschland suchen Kevin Schönberg und Daniel Jankows­ka nach alten Originalteile und neuen Transmissionsriemen, um die alten porösen Lederriemen ersetzen zu können, die die Maschinen mit den Motoren im Keller verbinden. Viel haben sie noch zu tun, bis die Mühle vielleicht irgendwann einmal aussieht wie auf den alten Plänen von 1925. Im nächsten Jahr soll auch der Trabi auf dem Mast vorm Haus ersetzt werden, der seit Jahren verwaiste Storchenhorst ebenso. In der Hoffnung, dass sich vielleicht doch wieder ein Storch darin niederlässt. Werbung ist immer gut.

Wer will, kann die Mühle in der Bechliner Chaussee 19 zum Mühlentag am Pfingstmontag schon besichtigen. Von 8 bis 18 Uhr gibt es Führungen, dazu natürlich Kaffee und selbst gebackenen Kuchen.

Von Reyk Grunow

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