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Ostprignitz-Ruppin Der „Weiße Ring“ sucht Helfer
Lokales Ostprignitz-Ruppin Der „Weiße Ring“ sucht Helfer
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00:20 01.09.2017
Herbert Brandt sucht Helfer. Er selbst macht noch bis 2020 mit. Das Bild zeigt ihn, wie er die Polizei bei der Kfz-Diebstahlsprävention unterstützte. Quelle: Matthias Anke
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Kyritz

Der Leiter der Ostprignitz-Ruppiner Außenstelle des Opferhilfevereins „Weißer Ring“, Herbert Brandt aus Kyritz, bleibt voraussichtlich noch bis Ende des Jahres 2020 im Amt. „Ich werde im kommenden November 75 Jahre alt und dann kann ich auf 60 Jahre ehrenamtliche Tätigkeiten verweisen von der Feuerwehr über das Arbeitertheater, das Rettungsschwimmen bis hin eben zum Weißen Ring. Doch dann sollte es eigentlich gut sein“, sagt er der MAZ: „Bis Ende 2020 mache ich aber noch.“

Laut Brandt ist bis dahin „eine nahtlose Staffelstabübergabe“ an einen Nachfolger möglich – beziehungsweise an eine Nachfolgerin. Ohne schon näher ins Detail gehen zu wollen sagt Brandt, dass es sich um eine Frau handelt, die derzeit noch im Polizeidienst steht, dann aber in den Ruhestand wechselt und sich dem Verein voll widmen wollen würde.

Mitarbeiterzahl ist von zwölf auf neun geschrumpft

Derweil hat Brandt andere Nöte: Es mangelt an ehrenamtlichen Helfern. Als im Jahr 2015 das zehnjährige Bestehen des Weißen Rings im Landkreis gefeiert wurde, konnte er auf 481 bearbeitete Opferfälle in OPR verweisen, hauptsächlich sexuelle Straftaten, Körperverletzungen und Nachstellungen. Damals waren es noch zwölf, jetzt stehen nur noch neun eigens dafür ausgebildete Mitarbeiter zur Verfügung.

Die Mitgliederzahl, also all diejenigen, die nicht direkt persönlich, sondern mit ihrem Beitrag Hilfe leisten, ist mit 44 gleich gebleiben. Bundesweit zählt der Verein 52 000 Mitglieder. Am Ende können dank deren Engagement Opfer sämtlicher Straftaten unentgeltlich betreut werden. Mit neun Leuten sei die Lange nun zwar noch nicht prekär. Trotzdem sendet Brandt einen Hilferuf und setzt auf neue Gesichter: „Sie würden die Arbeit auf eine noch breitere Basis stellen.“

Es gehe vor allem immer darum, den Opfern beim Umgang mit Behörden zu helfen, die Hilfe weiterer Organisationen zu vermitteln oder auch in materiellen Notlagen zu helfen. „Gerade in der heutigen Zeit müssen wir uns alle darüber im Klaren sein, hilfebedürftigen Menschen beizustehen, zu mehr Gerechtigkeit beizutragen. Man muss für etwas kämpfen wollen, für andere Vorbild sein. Nur so kann man sein Gewissen wenigstens etwas beruhigen. Wegschauen und diese dringlichen Aufgaben anderen überlassen, kann keinen vernünftigen Menschen zufriedenstellen“, appelliert Brandt und wird deutlicher: „Morgen können auch Sie Opfer einer Straftat werden. Dann brauchen auch Sie unsere Hilfe.“ Brandt verweist darauf, dass die Mitarbeiter geschult und entstehende Unkosten erstattet werden.

Unterdessen ist man in der Prignitz, wo Annette Hochhardt die Außenstelle leitet, personell zufriedener. Dietmar Pritzschke als ihr Stellvertreter sagt: „Wir sind sechs Leute und so aufgestellt, dass keiner überlastet ist, also noch seine Freizeit hat.“ Einfache Mitglieder als Beitragszahler würde man jedoch „natürlich sehr gerne immer mehr sehen“. Aber auch diese Spendenbereitschaft an sich sei sehr gut, sagt Pritzschke mit Blick auf ein besonders hohes Aufkommen etwa im Vorjahr, als viele Kommunen, aber auch die Gerichte Geld für die Arbeit des Weißen Rings gaben.

Wer sich für die ehrenamtliche Mitarbeit beim Opferhilfeverein „Weißer Ring“ im Landkreis Ostprignitz-Ruppin interessiert, kann sich bei Herbert Brandt in Kyritz unter 033971/3 00 35 melden. Möglich ist es auch, als Prignitzer sein Team zu verstärken.

Von Matthias Anke

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