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Ostprignitz-Ruppin Achtjähriger startet mit Formel-1-Wagen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Achtjähriger startet mit Formel-1-Wagen
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00:41 31.07.2015
Ole aus Glienicke ist stolzer Besitzer dieses Silberpfeils. Quelle: Christamaria Ruch
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Glienicke

Wie aus einem Guss präsentiert sich der Silberpfeil von Glienicke. Äußerst schnittig und formvollendet glänzt das legendäre Rennauto W196 in der Sonne. Und wer sich noch an die Formel 1 in den 1950er Jahren erinnert oder eben einfach ein Kenner der Szene ist, der kann nur staunen.

Bauingenieur Michael Kappel heckte den kühnen Plan aus, beim diesjährigen Seifenkistenrennen am 29. August in Jabel endlich einmal eine Kiste Marke Eigenbau an den Start zu schicken. „Eigentlich ist mein Schwiegervater Schuld, dass ich den Silberpfeil nun gebaut habe“, räumt der 55-Jährige ein. Denn dieser verfolgte im letzten Jahr den Seifenkistenwettbewerb in Jabel und ermunterte dann seinen Schwiegersohn. „Naja, unser Sohn Ole wollte ja auch eine Seifenkiste“, so Vater Michael. Mittlerweile ist das Fahrzeug fast fertig. Doch das ist nicht nur irgendein Auto mit vier Rädern. Es ist tatsächlich ein maßstabsgerecht nachgebauter Silberpfeil W196. „Die Baupläne habe ich problemlos aus dem Mercedes-Museum in Stuttgart erhalten.“ Gut 100 Stunden Arbeit stecken in der Miniaturausgabe. „Ich bastele ja gerne“, sagt Kappel kurz.

Fred Wehland (l.), Organisator des Seifenkistenrennens, und Bauingenieur Michael Kappel studieren den Bauplan für den Silberpfeil. Quelle: Christamaria Ruch

Der achtjährige Ole übt schon kräftig mit dem Fahren. „Das ist ein cooles Auto“, kommentiert er. Ole möchte natürlich die Kiste sicher und schnell über die gut 300 Meter lange Distanz im Rundlingsdorf Jabel steuern. „Das Auto ist auf Ole maßgeschneidert zugeschnitten“, verrät sein Vater. Mit 2,2, Meter Länge und 90 Zentimeter Achsenbreite ist der Silberpfeil tatsächlich nur etwas für kleine Rennfahrer. „Das Fahrzeug ist 2,4 mal kleiner als im Original“, sagt Michael Kappel. Seit Oktober letzten Jahres investierte er sehr viel Zeit und Geduld in den Nachbau. Doch als Bauingenieur meisterte er jede Hürde und das Ergebnis lässt auch Fred Wehland aus Jabel erblassen. Er organisiert Jahr für Jahr das Seifenkistenrennen. „So etwas professionell Gebautes habe ich noch nicht gesehen.“ Nur noch ein paar Details fehlen am Fahrzeug. Der falsche Auspuff aus Klempnerrohren und der fotokopierte Tacho müssen noch angeschraubt werden. Und natürlich findet auch der Mercedes-Stern seinen Platz vorn auf der Spitze. Am Ende sorgt der Silberlack für den buchstäblichen Glanz des Silberpfeils.

Aus dem einstigen Rad einer Kreissäge wird das abnehmbare Lenkrad für den Silberpfeil. Quelle: Christamaria Ruch

Die gut 60 Kilogramm schwere Seifenkiste besteht aus Sperrholz. „Wie ein umgedrehter Bootskörper“, kommentiert Kappel die einfache wie geniale Bauweise. Elf Spanten von der Spitze bis zum Heck sorgen für Stabilität. Leitbleche aus Sperrholz befinden sich hinter den Vorderrädern am Rumpf. Das ist Aerodynamik pur. Das Lenkrad stammt vor einer Kreissäge und muss wie beim Formel-1-Wagen vor dem Einstieg abmontiert werden. Die Räder einer Schubkarre sind mit Kugellagern aufgepeppt und sorgen für das richtige Rollverhalten auf der Piste. Stahlseile sind in der Lenkung verankert und sogar die Konkurrenz BMW schlich sich ins Fahrzeug. „Das Drehgestell der Achse ist ein ausrangiertes Radlager vom 7er BMW“, verrät Tüftler Michael Kappel. Doch alles steht und fällt schlussendlich mit dem Windwiderstand und dem Rollverhalten. Erst wenn das alles im Lot ist, wird der Silberpfeil seinem Namen gerecht. Doch weil ja dieser Pfeil schon im Original Sieger und Weltmeister hervorbrachte, sind jetzt eigentlich nur noch Ole und seine Fahrkünste sowie Taktik gefragt. „Es geht nicht ums Gewinnen“, stapelt Michael Kappel tief. Auf jeden Fall wird diese Seifenkiste kräftig beim Wettbewerb in Jabel mitmischen.

Von Christamaria Ruch

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