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Ostprignitz-Ruppin Der neue Mann im Hafen
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02:15 18.05.2017
Marco Holstein im Lindower Hafen. Quelle: Regine Buddeke
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Lindow

Ganz ohne Wasser geht es für einen waschechten Rostocker Jung‘ nicht – so viel ist klar. Insofern hat Marco Holstein die Ostsee auch nur mit dem Gudelacksee getauscht. Der 41-Jährige ist seit Januar dieses Jahres Lindows neuer Hafenmeister und sozusagen in die Fußstapfen von Henri Barsewitz getreten, den es nach 13 Jahren im Yachthafen zu neuen beruflichen Horizonten zog.

Auch Marco Holstein ist keiner, der neue Herausforderungen scheut. Eigentlich hat er Dachdecker gelernt, lange Jahre in einem Entsorgungsunternehmen gearbeitet, bevor er im vergangenen Jahr mit Freunden eine Tour auf der „Traumland“ unternahm, in Lindow Station machte und im Hafen auf Christoph Wulschke traf. Der habe erzählt, dass die Stelle des Hafenmeisters bald vakant ist. „Da habe ich mich schnell entschieden, etwas ganz Neues zu machen und Wulschkes ein Nutzungskonzept vorgelegt“, erzählt Holstein. Das habe Gefallen gefunden und man habe sich schnell auf die Konditionen geeinigt, führt der neue Pächter aus, der vor einem Jahr von Rostock nach Oranienburg gezogen ist. Und nun zusammen mit seinem Geschäftspartner Christian Böhm „den Laden schmeißt“.

Nagelneue Boote, die darauf warten, zu schwimmen. Quelle: Regine Buddeke

„Ich bin jeden Tag hier. Und bin praktisch alles: Pächter, Geschäftsführer, Bootsverleiher, Hiwi, Barkeeper“, zählt Holstein auf. Quasi Mädchen für alles – jeder Dauer- oder Gastlieger wendet sich an ihn, wenn er Sorgen oder Fragen hat. Im Februar hat er begonnen, den alten Imbisskiosk aufzumöbeln. Neue Farbe, neue Einrichtung, neuer Tresen. „Wir haben ein etwas anders Konzept als unser Vorgänger“, erklärt der „Neue“. Sowohl was die Flotte betrifft, als auch die Getränke. „Ich habe in Rostock einen Lehrgang für Barkeeper absolviert“, erzählt Marco Holstein, der den Gästen in der mittlerweile fast völlig fertigen „Sea Lounge“ den ein oder anderen Cocktail kredenzen will: „Gute Longdrinks, zum Genießen und Entspannen“, verrät er. Das sei Neuland für ihn – aber gerade das reizt ihn.

Auch mit seiner Bootsflotte will er ein wenig Trendsetter sein, ein wenig hipper – auch wenn natürlich klassische Kanus ebenfalls ausleihbar sind. Genauso wie man die „Dorothee“ weiter mieten kann – der lütte Ausflugsdampfer mit Skipper, der seit eh und je zum Hafen gehört und fast schon ein Maskottchen ist. Darüber hinaus gibt es Motorisiertes in allen PS-Klassen: vom Schlauchboot über Jet-Kajaks bis hin zu Konsolenbooten, deren klangvolle Namen Goldfinger oder Quicksilver aktionsreiche Abenteuer suggerieren.

Zum fröhlichen Feiern kann man ein Loungefloß leihen und für Sportbegeisterte locken Fitness-Boards namens Hobie Eclipse – das sind quasi Surfbretter, auf denen man sich stehend auf Pedalen fortbewegt, den Lenker immer fest im Griff.

Marco Holstein wird auch Longdrinks und Cocktails mixen

Einen offiziellen Eröffnungs­termin gibt es nicht, sagt Marco Holstein. „Wenn die Boote kommen, geht es los.“ Draußen liegen schon vier davon – noch eingeschweißt. Stück für Stück werde jetzt auch die Sea-Lounge fertig: der künftige Betreiber hat in der Bauphase bereits erste gute Kontakte zu Lindower Unternehmen knüpfen können. „Den Umbau des alten Lokals mussten wir faktisch selber stemmen“, so Holstein.

Auch die Anschaffung der Boote musste erst einmal finanziert werden: „So etwas wird in Brandenburg nicht gefördert“, sagt der Existenzgründer, der ein Gründerseminar bei der IHK besucht hat und mit Elan und Optimismus vorgeht. „Auch wenn sich einiges im Nachhinein als schwieriger herausstellte als es zu Beginn schien.“ Und obwohl er vorerst nicht an ein Speisenangebot denkt, wird er lange Tage haben – so viel steht schon fest. „Wir werden sehen, wie alles angenommen wird“, so der Hafen-Pächter. „Wenn die Leute auf ihren eigenen Booten Cocktails trinken, habe ich früh Feierabend.“ Bisher sei das Feedback aber gut.

Ein Pärchen kommt in die Sea-Lounge: Bernd Streuber und seine Frau verbringen seit 18 Jahren ihre Freizeit in Lindow – sogenannte Dauerlieger, die im April kommen, wenn geslippt wird, und bis Oktober bleiben. Sie stellen sich vor, erzählen ein bisschen vom Hafenalltag, was so Sache ist am Steg – gerade unter den Alteingesessenen ist es ein bisschen wie Familie. Zu der Marco Holstein wohl bald auch gehören wird. „Mal gucken, was er bringt“, sagt Bernd Streuber. „Dat wird schon.“

Von Regine Buddeke

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