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Der neue Windplan kommt später

Neuruppin Der neue Windplan kommt später

Der zweite Entwurf des neuen Windplanes für die Region Prignitz, Ostprignitz-Ruppin und Oberhavel wird doch erst im nächsten Jahr verabschiedet und dann öffentlich für die Bürger ausgelegt. Grund für die Verzögerung sind ungeklärte Fragen zu neuen Eignungsgebieten für Windräder. In der Region gibt es schon gut 1000 Anlagen.

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Chefplaner Ansgar Kuschel beim Planungsausschuss in Neuruppin.

Quelle: Andreas Vogel

Neuruppin. Nun ist es raus: Der zweite Entwurf des Regionalplanes Wind für Prignitz, Ostprignitz-Ruppin und Oberhavel wird von der Regionalversammlung doch erst im nächsten Jahr verabschiedet und dann für die Öffentlichkeit ausgelegt. Einen Termin dafür gibt es noch nicht. Bereits klar ist lediglich, dass am 17. Januar der Planungsausschuss nochmals tagen wird, sagte am Dienstag Thomas Berger-Karin, der stellvertretende Leiter der regionalen Planungsstelle Prignitz-Oberhavel. Der Ausschuss will weitere offene Fragen zu den neu geplanten Windkrafteignungsgebieten klären. Erst danach werde der Regionalvorstand entscheiden, wann die Regionalversammlung über die öffentliche Auslage des Entwurfs befinden wird, so Berger-Karin.

Noch gilt ein Mindestabstand von 500 Metern

Damit gerät das Procedere für einen neuen Windplan in der Region erneut in Verzug. Dabei drängt die Zeit. Denn der jetzt gültige Plan für Prignitz, Ostprignitz-Ruppin und Oberhavel stammt aus dem Jahr 2003 und entspricht längst nicht mehr den Erfordernissen. So gilt immer noch ein Mindestabstand von Windrädern zu Häusern von 500 Metern, dabei sind die meisten Energieriesen, die derzeit aufgestellt werden, rund 200 Meter groß.

Auch deshalb soll in dem neuen Windplan ein Mindestabstand von 1000 Meter fixiert werden, wobei unter bestimmten Bedingungen Ausnahmen geplant sind: Zum einen soll der Mindestabstand in Kur- und Klinikgebieten 1500 Meter betragen; zum anderen sollen Anlagen auch in einer Entfernung von 750 Metern zu Gebäuden erlaubt sein – aber nur, wenn die Gesamthöhe der Windräder 150 Meter nicht überschreitet (die MAZ berichtete).

Jede Anlage ist ein Risiko für Tiere

Doch noch gilt das neue Papier nicht. Vielmehr versuchen die Planer weiterhin zu klären, ob in den von ihnen ermittelten Flächen, auf denen neue Windräder entstehen könnten, vom Aussterben bedrohte oder besonders geschützte Tierarten leben, wie Seeadler, Rotmilan oder Schwarzstorch. „Jede neue Anlage ist ein potenzielles Risiko für den Artenschutz“, sagte Regionalplaner Berger-Karin. Hinzu kommt, dass gerade Vögel gern ihren Standort wechseln: Mal brüten sie in der Nähe eines Dorfes, mal zwei Kilometer weiter in der Nähe eines anderen Ortes. Ob und wo Windräder errichtet werden dürfen, dazu müssen sich die Planer jeweils mit dem Landesumweltamt abstimmen. Für Montag, 14. November, ist dazu ein weiteres Gespräch geplant, sagte Chefplaner Ansgar Kuschel.

Eigentlich sollte der zweite Entwurf des Regionalplanes Wind, der den Bau von Windrädern steuern soll, bereits im Sommer öffentlich ausgelegt werden. Wegen mehrerer Änderungen war der Termin auf Dezember verschoben worden. Nun kommt er erst 2017. Ohne Regionalplan dürften die Windräder im gesamten Außenbereich der drei Landkreise entstehen. Damit gäbe es einen Wildwuchs an Windrädern. Dabei stehen schon jetzt mehr als 1000 Anlagen in der Region.

Von Andreas Vogel

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