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Ostprignitz-Ruppin Derber Spaß in Neuruppin
Lokales Ostprignitz-Ruppin Derber Spaß in Neuruppin
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00:24 29.07.2015
Tiefschlaf: Die Amme (Sarah Schlootz) entdeckt Julia. Quelle: Frauke Herweg
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Neuruppin

Wenigstens dem Pater und der Amme geht es am Ende gut. In der „Romeo und Julia“-Inszenierung der Dresdner Theatergruppe „Spielbrett“ fläzen sich die beiden zum Schluss in Sonnenliegen. Mit in dicken Bademänteln gehüllten Füßen lassen sie es sich mit Cocktails in der Hand gut gehen. Vom späten versöhnlichen Ende der Fehde zwischen den Montagues und den Capulets erfahren sie aus der Regenbogenpresse.

Mit seiner „Romeo und Julia“-Aufführung startete „Spielbrett“ seine diesjährige Planwagen-Tour am Sonnabend im Neuruppiner Tempelgarten. Am Sonntag zogen die Spielleute nach Vielitz weiter. In den kommenden Tagen werden sie ihre Bühne in Fürstenberg, Himmelpfort und anderswo an märkischen Seen aufschlagen. Wie die fahrenden Schausteller des Elisabethanischen Zeitalters bringen die Mimen um Regisseur und Schauspieler Ulrich Schwarz das Theater zu den Leuten.

Was die Zuschauer im Tempelgarten geboten bekamen, war nichts für Zartbesaitete. Schon Shakespeares Originaltext ist mitunter deftig. Doch auch die drei obdachlosen Musiker (Jens Grunert, Berit Bartz, Tina Schnabel), die die verbotene Liebe auf der Bühne mal clownesk, mal lakonisch kommentieren, geizen nicht mit Zoten. „Apotheker verzögern besser als Gärtner“, verkünden sie. „Fliesenleger können länger als Bäcker.“

Bei den Zuschauern kam das Trio mit seiner Lust am Unmissverständlichen gut an. Bei einigen Liedern der abgerissenen Musikern klatschen die Gäste mit. Wer Freude an buntem, temporeichen Spiel hat, klatschte nach saftigen 100 Minuten heftig.

Unsäglich betrübt: die obdachlosen Musiker. Quelle: Frauke Herweg

Wie im Elisabethanischen Theater üblich, traten die „Spielbrett“- Darsteller ohne technische Verstärkung auf. Ein Teil des Textes verfliegt im Rauschen der Bäume und im Husten der Sitznachbarn. Doch das macht nichts. Das Spiel der Darsteller ist bildreich und unmissverständlich. Es werden Stinkefinger gezeigt, Hosen geöffnet. Da gibt es nichts zu deuten.

Einer der absurdkomischen Höhepunkte der „Spielbrett“-Inszenierung: die Szene, in der sich Julia (Helenie Mende) und Romeo (Benedikt Stübgen) auf einem Maskenball kennenlernen. Julia erscheint als rosafarbiges Riesenkaninchen, Romeo als böser Wolf. Mit einer Möhre weckt er das Interesse der Kaninchendame. Ohne weiter zu zögern, schmeißt er sich ran an das Objekt seiner Begierde.

Was nach dem dramatischen Liebestod der beiden übrig bleibt? Nicht viel. Die drei obdachlosen Musiker sind da ganz fatalistisch. Liebe, ach, verdammt, ohnehin ganz überbewertet, finden sie. Auch über den Tod zweier Liebender und eine irrwitzige Familienfehde wollen sie nicht weiter nachdenken. „Und die Moral von der Geschichte“, so verkünden sie am Ende. „An mir liegt es nicht.“

Von Frauke Herweg

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