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Dessow zwei Tage unter Dampf

Maschinen-Jubiläum gefeiert Dessow zwei Tage unter Dampf

Alles drehte sich am Wochenende in Dessow um die historische Dampfmaschine, die in der ehemaligen Brauerei steht. Die 100 Jahre alte Maschine wurde für die Feier wieder zum Laufen gebracht. Zu Gast war am Sonntag die Geschäftsführerin des Museumsverbandes Brandenburg. Susanne Köstering eröffnete den Museumstag für das Land Brandenburg.

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Bei mehreren Führungen wird den Besuchern die 100 Jahre alte Dampfmaschine der Brauerei erklärt und kurz in Gang gesetzt.

Quelle: André Reichel

Dessow. Zwei Tage lang feierten die Dessower am Wochenende auf dem ehemaligen Brauereigelände ihre historische Dampfmaschine, die in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden ist. Jahrzehntelang stand die denkmalgeschützte Anlage weitestgehend still. Doch die Interessengemeinschaft im Dorf scheute nun weder Kosten noch Mühe, um sie wieder zum Laufen zu bringen. Der Vorsitzende der Interessengemeinschaft, Eckhard Dürr, lobte bei Eröffnung am Sonnabend das große Engagement: „Ich kann all jenen, die sich für den Erhalt und die Instandsetzung einsetzten, gar nicht genug danken.“

Das Motto der großen Geburtstagsfeier lautete „Unter Dampf“. Zum Gelingen des Festes trugen beispielsweise die Berlin-Brandenburger Dampffreunde bei. Mehr als ein Dutzend von ihnen hatten in einer Halle gleich neben der musealen Werkstatt zahlreiche Modelle von historischen Traktoren, Lokomotiven und anderer Maschinen und Gerätschaften – alle selbstgebaut und funktionstüchtig und selbstverständlich Dampf betrieben, vorgeführt. Dort stellte auch die Kyritzer Künstlerin Ursula Miegel 35 ihrer vorrangig in Acryl und Mamormischtechnik gefertigten Bilder aus.

Reges Interesse bei Kindern wie Erwachsenen gleichermaßen fand ebenfalls eine Installation des Rathenower Modelleisenbahnvereins in der musealen Werkstatt. Selbstverständlich standen auch dort die Dampflokomotiven im Fokus.

Manfred Teske begrüßt im historischen  Gewand die Gäste

Manfred Teske begrüßt im historischen Gewand die Gäste.

Quelle: André Reichel

Während am Eingang der alten Werkstatt die Gäste vom Wusterhausener Heimatfreund Manfred Teske in historischer Kleidung empfangen wurden, gab es im Hof der ehemaligen Brauerei ein zünftiges musikalisches Ständchen von den „Kyritz Musikanten“. Reichlich Gäste waren schon gleich zu Beginn des Festes ab 10 Uhr auf dem Platz. Es herrschte ein reges Kommen und Gehen. Im Laufe des Tages waren es mehrere Hundert, die mit den Dessowern ausgelassen feierten.

Auf dem Hof gab es neben der Musik noch reichlich mehr Unterhaltung. Die Kinder konnten beispielsweise auf einer Hüpfburg toben und unter Dampf eine Runde mit einer Gartenlokomotive drehen. Diese hatten die Berlin-Brandenburger Dampffreunde mitgebracht und aufgebaut. Für das leibliche Wohl sorgten die Mitglieder der Interessengemeinschaft mit einem Kaffee- und Kuchenstand und einem Bratwurststand. Der Tourismusverein der Region „Dosse-Seen-Land“ präsentierte sich mit einem Stand auf dem Hof, während der Förderverein zur Erhaltung des technischen Denkmals Gaswerk Neustadt mit einem Infostand vor Ort war.

Am Sonnabendnachmittag trat die Nachwuchs-Linedance-Gruppe der Neustädter Homburg-Schule auf.

Mit Volldampf fährt eine Gartenbahn mit  Gästen über den Platz

Mit Volldampf fährt eine Gartenbahn mit Gästen über den Platz.

Quelle: André Reichel

In der Darre, dem Trockenboden der ehemaligen Brauerei, wurde an beiden Tagen Kunst präsentiert. Der 79-jährige Wusterhau­sener Klaus Hoferichter zeigte beispielsweise Bilder mit Motiven aus seiner Heimatstadt und Umgebung.

Am Sonntag, dem eigentlichen Museumstag, folgte dann ein weiterer Höhepunkt. Die Geschäftsführerin des Museumsverbandes Brandenburg, Susanne Köstering, eröffnete den Museumstag für das Land Brandenburg. Sie habe sich für einen Besuch in Dessow entschieden, weil ihr das Programm rund um 100 Jahre Dampfmaschine besonders interessant erschien, sagte Susanne Köstering. Sie zeigte sich begeistert von der vorbildlichen Idee, wie die Museen in der sogenannten Kleeblattregion zusammenarbeiten. So waren in Dessow beispielsweise nicht nur Vertreter des Gaswerks Neustadt, sondern auch Vertreter der Kyritzer Heimatstube, des Demerthiner Schlosses und des Museums der Neustädter Gestüte zu Gast.

Zum Abschluss des Festes gab es am Nachmittag das musikalisch-literarische Programm „Heinrich Zille und sein Milljöh“ – ein Kabinettstück mit Anekdoten, Geschichten, Zeitzeugnissen und Berliner Liedern.

Von André Reichel

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