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Ostprignitz-Ruppin Dessower Dorferneuerung liegt auf Eis
Lokales Ostprignitz-Ruppin Dessower Dorferneuerung liegt auf Eis
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00:18 04.04.2016
Der Postweg ist recht dicht bebaut, aber unbefestigt. Quelle: Alexander Beckmann
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Dessow

Der Friedensweg, der Postweg und der Petersilienweg in Dessow sind nicht etwa vernachlässigt. Erst vor kurzem ließ die Gemeinde die Wohnstraßen wieder einmal glätten. Doch der Regen der vergangenen Tag zeigte schnell, warum „unbefestigte Straßen“ so heißen: Praktisch umgehend machte sich der Modder wieder breit.

2010 hatte man im Dorf ernsthaft die Hoffnung gehegt, dass sich an diesem permanenten Missstand nach Jahrzehnten endlich etwas ändert. Damals hatte die Gemeinde Wusterhausen beschlossen, für Dessow eine Dorferneuerungsplanung anzuschieben. Das daraus resultierende Konzept sollte den Zugriff auf Fördertöpfe erleichtern. Ab 2011 wurde losgeplant. Das Interesse der Dessower war groß. Viele Vorschläge gingen ein. Am Ende des Jahres gab es einen ganzen Katalog detailliert ausgearbeiteter Vorschläge – die unbefestigten Wege standen ganz oben mit an.

Doch nach dem Abschluss der Planungsphase kehrte ab Ende 2012 zumindest äußerlich erst einmal Ruhe ein. 2014 entstanden Pläne für eine Befestigung von Friedensweg und Postweg. Doch die stießen bei den Anwohnern auf Widerstand: Betonpflaster auf den Fahrbahnen fand bei ihnen wenig Zustimmung. Die Verwaltung wollte andere Varianten prüfen und das Ergebnis im vergangenen Jahr vorlegen.

Gebaut wurde in Dessow bislang nichts. Viele von denen, die ihre Vorschläge in die Dorferneuerungsplanung eingebracht hatten, sind inzwischen enttäuscht – auch Ortsvorsteher Gerd Schütte. „Wir haben viel diskutiert und beraten und dann wurde ausgerechnet die teuerste Variante ausgewählt“, konstatiert er. „Das wollen die Dessower nicht.“ Für die Befestigung von Friedensweg und Postweg seien jeweils rund 280 000 Euro veranschlagt worden. „Wenn sich 14 Anwohner das teilen sollen, ist das zu viel“, urteilt Gerd Schütte. Schließlich werden laut Straßenausbaubeitragssatzung bei einer Anliegerstraße 60 Prozent der Baukosten auf die Anwohner umgelegt.

Doch auch von Seiten der Gemeinde besteht momentan offenbar wenig Nachdruck für die Umsetzung der Vorhaben. Auf der Investitionsliste der Gemeinde Wusterhausen für die nächsten Jahre findet sich Dessow nach Aussage seines Ortsvorstehers Gerd Schütte momentan jedenfalls nicht wieder.

Bürgermeister Roman Blank kann derzeit keine Fortschritte versprechen. Zumindest über das Leader-Programm, das kommunale Projekte voranbringen soll, seien derzeit kaum Fördermittel in Aussicht. „Wir sind ja gerade dabei, das Leader-Management neu auszuschreiben.“ Das bedeutet, dass die fachliche Betreuung des regional verwalteten Förderprogramms gerade erst neu aufgestellt wird. Wie es mit Geld aus diesem Topf weitergeht, bleibe abzuwarten, so Blank. Immerhin sei für Dessow planerisch vieles schon vorbereitet.

Konkrete Aussichten bestehen aber nicht. Auch im sechsten Jahr nach ihrem Beginn wird die Dorferneuerungsplanung für Dessow wohl keine Resultate bringen.

Von Alexander Beckmann

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