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Deutlich mehr Windräder im Amt Temnitz

Erste öffentliche Diskussion Deutlich mehr Windräder im Amt Temnitz

Keine Windräder im Wald, deutlich größerer Mindestabstand zwischen Windrädern und Siedlungsgebieten – das fordern die Kritiker möglicher neuer Windräder in der Temnitz-Region. Ein Hamburger Büro hatte am Mittwoch den Vorentwurf für den Teilflächennutzungsplan Windenergie vorgestellt. Das Papier sieht für die Region drei neue Windeignungsgebiete vor.

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Die Bewohner der Region fürchten einen Windrad-Wildwuchs.

Quelle: Peter Geisler

Werder. Mehr als 30 neue Windkraftanlagen könnten auf Temnitzer Amtsgebiet entstehen. Davon geht zumindest Christina Gegner vom Hamburger Planungsbüro Plankontor aus, das im Auftrag des Amtes Temnitz einen Vorentwurf für den Teilflächennutzungsplan Windenergie erstellt hat. 42 Windräder drehen sich bereits in der Region. Viel zu viele, finden Anwohner. Wie zu erwarten wurde bei ersten öffentlichen Präsentation des Vorentwurfs am Mittwochabend in Werder Protest laut.

Derzeit sind die rechtlichen Grundlagen für den Bau von Windrädern unsicher. Im schlimmsten Fall droht der Region ein Wildwuchs von Anlagen. Mit dem jetzt vorgestellten Vorentwurf versucht das Amt Einfluss auf eine Entwicklung zu nehmen, die sich aus Sicht der Behörde ohnehin nicht aufhalten lässt. „Verhindern können wir die Windräder nicht“, sagte Gegner. „Wir können es nur steuern.“ Der Plan versuche das Beste im Sinne der Anwohner herauszuholen.

Papier sieht größeren Abstand zu Häusern vor

Anders als ebenfalls im Entwurf vorliegende Windenergieplan der Regionalen Planungsgemeinschaft sieht das von Plankontor präsentierte Papier nicht vier, sondern nur drei Windkrafteignungsgebiete für das Amtsgebiet Temnitz vor. Auch der Mindestabstand zwischen Anlagen und Wohnbebauung ist größer eingeplant als bei der Regionalen Planungsgemeinschaft – 1500 statt nur 1000 Meter.

Drei Windeignungsflächen wären nach Einschätzung von Plankontor möglich: eine 236 Hektar große Fläche nordwestlich von Rägelin und nördlich von Netzeband, eine 54 Hektar große, im Wald gelegene Fläche westlich von Walsleben und Dannenfeld sowie eine 77 Hektar große Fläche östlich von Küdow-Lüchfeld und südlich von Dabergotz.

Zahlreiche solcher Riesen stehen bereits in der Region

Zahlreiche solcher Riesen stehen bereits in der Region.

Quelle: Peter Geisler

Anwohner kritisierten insbesondere den zugrunde gelegten 1500-Meter-Abstand als deutlich zu niedrig. „Wir sprechen heute von mehr als 216 Meter hohen Anlagen“, sagte der Wildberger Bernd Werner. Wende man die so genannte 10H-Regel an, nach der der Mindestabstand zwischen Anlage und Wohnbebauung das Zehnfache der Anlagenhöhe betragen solle, würde „das mindestens einen 2000-Meter-Abstand bedeuten“.

Andere Zuhörer kritisierten den von Plankontor zugrunde gelegten 1500-Meter-Abstand ebenfalls als deutlich zu gering. Planerin Gegner machte ihnen jedoch nicht viel Hoffnung auf großzügigere Werte. „Wir können nicht mehr als 1500 Meter ausweisen“, so Gegner. „Dann können wir gar nichts mehr ausweisen.“ Das aber sei rechtlich nicht zulässig.

Auch Windräder im Wald stehen in der Kritik

Ebenfalls in der Kritik: geplante Windeignungsgebiete im Wald. Silke Theuergarten von der Bürgerinitiative „Keine neuen Windräder in der Temnitz-Region“ forderte etwa vom Amtsausschuss einen Beschluss, der Windräder im Wald ausschließt. Planerin Gegner kann sich vorstellen, dass der künftige Flächennutzungsplan auch tatsächlich auf Windanlagen im Wald verzichtet – auch ohne Wald blieben noch Flächen übrig, auf denen Anlagenbauer planen könnten.

Die Netzebander Gemeindevertreterin Charis Riemer kritisierte zudem, dass der Vorentwurf zu wenig Rücksicht auf Naturschutz nimmt. So seien in der Region nördlich von Rägelin Brutgebiete von Weihen nachgewiesen worden. Auch Standorte von Schreiadlern und Wanderfalken seien bekannt. Bestehende Anlagen sind nach Einschätzung Riemers zudem zu wenig bedacht worden. „Ich kann diese Anlagen doch nicht einfach wegbeamen“, sagte Riemer. „Die stehen und die bringen Leistung.“

In zahlreichen Orten regt sich Protest

In zahlreichen Orten regt sich Protest.

Quelle: Peter Geisler

Nach Einschätzung Gegners könnte der Teilflächennutzungsplan Anfang 2017 rechtskräftig werden. Bis tatsächlich weitere Windräder gebaut werden, könnten weitere drei Jahre vergehen. Denn die Planer empfehlen den Gemeinden, zunächst eigene Bebauungsplane aufzustellen, mit denen sie Einfluss auf Höhe und Anzahl der Anlagen nehmen können. Auch Ausgleichsmaßnahmen auf Gemeindegebiet können dort festgeschrieben sein.

Der jetzt präsentierte Vorentwurf weist Flächen für mindestens 10 bis 15 Windräder aus. Gegner geht jedoch davon aus, dass Anlagenbauer dort deutlich mehr Windräder errichten wollen. „Das ist ein Erfahrungswert.“

Von Frauke Herweg

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