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Ostprignitz-Ruppin Deutsch-arabisches Theater feiert Premiere
Lokales Ostprignitz-Ruppin Deutsch-arabisches Theater feiert Premiere
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00:17 21.07.2016
Einmal um die ganze Welt: In der Schlussszene kommen alle Märchenfiguren und Tänzer auf die Bühne. Quelle: Peter Geisler
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Rheinsberg

An der Wunderlampe wollen fast alle Kinder einmal reiben. „Wer traut sich, die Wunderlampe zu putzen?“, fragt der Flaschengeist Dschinni – und viele Kinderarme fliegen hoch. Wer einmal die Lampe putzt, reist mit ihr nach China. Wer ein weiteres Mal ihr runden Bauch reibt, lässt russische Baba Jagas über die Bühne jagen.

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Das deutsch-arabische Kindermusiktheaterstück „Wunderlampe“ hatte in der Allendeschule Rheinsberg Premiere.

In dem deutsch-arabischen Kindermusiktheater „Wunderlampe“ entführt die Wunderlampe das Publikum auf eine Weltreise. Das bauchige Lämpchen lässt Märchenfiguren aus dem Orient und dem Okzident einander begegnen und Musik aus aller Welt erklingen. Am Dienstag feierte das Stück in Rheinsberg Premiere. „Ich freue mich, mit welchem Selbstbewusstsein die Kinder gespielt haben“, sagte die Vorsitzende von „Tanz & Art“ Ulrike Liedtke, die das Stück gemeinsam mit Kinder aus Rheinsberg und Umgebung, aus Tschetschenien, Afghanistan, Syrien und Serbien entwickelt hatte.

Entstanden war die Idee für das Stück im Hörclub – einem Musikangebot, bei dem deutsche und arabische Kinder heimatliche und fremde Klänge entdecken können. Ziemlich schnell merkte Liedtke, dass viele Kinder „eng mit der eigenen Kultur verhaftet sind“. Arabische Kinder etwa waren nur mit ihrer eigenen Musik mit ihrem vierteltönigen Tonsystem und ihrer vielfältigen Rhythmik vertraut. Ein gemeinsames Musikprojekt sollte deshalb die Kinder für andere Musik, andere Kultur öffnen. „Für eben das, was es sonst noch so gibt“, sagt die Musikwissenschaftlerin Liedtke.

Liedtke musste das Stück weitgehend ohne Sprache erarbeiten

Schwierig dabei: Die Flüchtlingskinder sprachen wenig oder kaum Deutsch. „Ich musste ohne Sprache arbeiten“, sagte Liedtke. Die Idee, ein arabisches Märchen zu spielen, verwarf sie wieder – zu gering waren die Deutschkenntnisse dafür. Stattdessen konzipierte Liedtke ein Musiktheaterstück, bei dem ein Sprecher einige grundlegende Handlungsinformationen gibt. Beim Erarbeiten der einzelnen Szenen verließ sie sich später auf Bilder und Klänge. Um den Kindern etwa einen Eindruck von chinesischer Kultur zu geben, spielte sie ihnen chinesische Glöckchen vor und zeigte ihnen ein Youtube-Video von der Chinesischen Mauer.

In der „Wunderlampe“ bereisen die 25 Ensemble-Mitglieder fünf Länder – China, Russland, Deutschland, Spanien und Syrien. Nicht immer waren die Kinder offen für die ihnen fremden Klänge. „Ich bin ein tschetschenisches Mädchen, ich kann nicht arabisch tanzen“, sagt ein junge Darstellerin kurz vor der Premiere. Liedtke musste ihre Überzeugungskünste aufbringen, um das Mädchen umzustimmen.

Caramba! Eine spanische Flamenco-Tänzerin lässt die Stiere erzittern – zum Ärger der Toreros. Quelle: Peter Geisler

Ebenfalls eine Herausforderung: die Größe des Ensembles. Zeitweilig arbeiten Liedtke und Choreograf Pavel Stoiko mit bis zu 60 Kindern. Als im Januar plötzlich 30 Flüchtlingskinder Rheinsberg verlassen, weil sie mit ihren Familien in Richtung Nordrhein-Westfalen weiterziehen, muss Liedtke „noch einmal von vorne“ anfangen.

Unterstützung bekam die SPD-Landtagsabgeordnete unter anderen von Pavel Stoiko, der eigentlich am Neustrelitzer Theater arbeitet und Friedrun Ferdinand, die wunderschöne Kostüme nähte. Auch von einem deutsch-arabischen Strickkurs kommt Hilfe – syrische Mütter stricken Kostümteile.

Im Oktober geht das Ensemble mit der Wunderlampe auf eine kleine Tournee. Auch in Neuruppin und in Wittstock wird das Musiktheater dann zu sehen sein. Im kommenden Jahr will Liedtke ein neues Stück erarbeiten. „Dann mit ein bisschen Sprache“, sagt sie. Ein arabisches Märchen vielleicht.

Von Frauke Herweg

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