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Ostprignitz-Ruppin Di Grine Kuzine rockt den Kornspeicher
Lokales Ostprignitz-Ruppin Di Grine Kuzine rockt den Kornspeicher
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11:12 14.02.2016
Mit Hingabe: Steve Lukanky, Alexandra Dimitroff und Stefan Fräntzel. Quelle: Regine Buddeke
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Alt Ruppin

Der Sinn des Namens erschließt sich erst auf den zweiten Blick – ganz im Gegensatz zur Musik. Bei der ist von der ersten Note an klar: Party!

„Di Grine Kuzine“ – die grüne Kusine – ist eigentlich ein Klezmer-Klassiker von Abe Schwartz aus dem Jahr 1921 und handelt von einem russisch-jüdischen Einwanderermädchen in Amerika. Das grün steht hier für grün hinter den Ohren, für unbefangenes Herangehen an einen komplett neuen Kontinent. Und hier macht es dann Klick. Denn Sängerin Alexandra Dimitroff, schwarzhaarig und temperamentvoll, mit dunkel blitzenden Augen ist – nicht nur wegen ihres Namens – der Inbegriff einer bulgarischen, stolzen Frau. Aber wenn sie anfängt zu reden, rollen keine kyrillischen Kehllaute über ihre Lippen, sondern eine saloppe Berliner Schnauze bricht sich da in schönster Form Bahn. Nur ein Beispiel für die Kulturenvielfalt im Schmelztiegel der Metropole. Und auch die Musik spannt einen Bogen um die Welt, wie sie die jüdischen Migranten schon immer unter ihre Füße nahmen. Kein Land, wo keine jüdischen Auswanderer auftauchten, kein Land, in dem sie nicht ihre Spuren hinterlassen, ihre Wurzeln gepflanzt haben. Und so bedient sich auch die Musik der „Grinen Kuzine“ aus aller Welt – zu Zeiten der Bandgründung, kurz nach der Wende, eher noch ein Novum. Und sozusagen auch die Tat eines „Greenhorns“.

Schöne Duette. Quelle: Regine Buddeke

Balkan-Rock? Ja, klar – und nicht zu knapp. Aber da steckt noch weit mehr in der Musik, die „Die Grine Kuzine“ lustvoll bis zum Äußersten ausreizt und zu einer gigantischen Party auflaufen lässt. Ein bisschen Klezmer, ein wenig Latin – gepaart mit Funk, Pop und Ska, sattem Bigband-Jazz und Polka-Reißern. Tango geht auch, und so man will, klingt Dimitroff mit ihrem kehligen, absolut balkantypischen Alt wie die Protagonistin aus dem Film „Das Zigeunerlager zieht in den Himmel“. Dazu knetet sie ihre Quetschkommode. Die ist – vom Schlagzeug abgesehen – denn auch das einzige Instrument, das nicht geblasen wird – den Rest des schmetternd-krachigen Sounds liefern Basstuba und Trompete, Sopransaxofon und Klarinette. Ein Sound, der sich gewaschen hat, der keinen kaltlässt, der in den Beinen zuckt und deutlich macht, warum auf Hochzeiten am Balkan drei Tage lang getanzt wird bis zum Umfallen.

Der Kornspeicher Neumühle ist am Freitagabend bis auf die letzte Karte ausverkauft. Und – Premiere – dieses Mal nur teilbestuhlt. So wollte es Gastgeber Manni Neumann, so wollte es die Band, so wünscht es sich seit längerem ein Teil des Publikums. „Wir freuen uns, dass wir heute gleichzeitig mit euch hier sind“, ulkt Alexandra Dimitroff mit bierernstem Gesicht. Das Publikum lacht – und das war nicht das letzte Mal. Wenn die Berlinerin zwischen den Titeln daher plaudert, wirkt das kein bisschen routiniert, sondern wie frisch aus dem Ärmel geschüttelt.

Das Publikum ist elektrisiert. Quelle: Regine Buddeke

Pointiert dagegen die Musik. Hier passt jedes Zusammenspiel der fünf Musiker. Auf den Ton genau spielen sich die Vollblutmusiker die Bälle zu – die Soli sind die helle Freude. Wenn Steve Lukanky seine Tuba in tiefer Verneigung umarmt ist das genauso schön, wie wenn Karel Komnatoff und Stefan Fräntzel die Trompete und das Saxofon in einen heißen Flirt verwickeln. Zu dem mit funkelnden Augen Dimitroff in den Knien wippt und stampft, um wenig später mit dem Akkordeon dazuzustoßen. Drummer Marco Baresi liefert die zwingenden Rhythmen dazu, ob scharfer Zweiviertel-, oder melancholischer Walzer-Takt. Ausruhen ist ein No-Go – in jeder Sekunde. Da wird französisch und spanisch gesungen, bulgarisch und deutsch. „Berlin“ heißt eine Lobhymne auf die Stadt, aus der die Musiker kommen – ein Wechselbad aus Fluch und Wonne. „Berlin, meine graue Sonne“, das zu weit weg vom Meer ist, für manche zu weit östlich, singt Dimitroff und reimt darauf ein köstlich – auch hier ist die Hauptstadt multi-kulti. „Berlin, du süße Metropole“, geht es weiter – von „lackierten Affen, die dich nur begaffen, und deine Seele nicht verstehen.“

„Wir sind hier nicht zum Spaß“, ruft Alexandra Dimitroff. „Ihr auch nicht“, animiert sie das Publikum zum Mitsingen, Mitklatschen, Mittanzen. Es funktioniert – am Ende des Konzertes stehen und tanzen auch die bislang Sitzenden. Und bekommen von Dimitroff – „kraft meines Amtes“ – die bulgarische Ehrenstaatsbürgerschaft verliehen. Was mit Jubel quittiert wird. Und nicht zuletzt in vier Zugaben gipfelt.

Von Regine Buddeke

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