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Diakon in Dreibrück ist entsetzt

Hoffnungstaler Stiftung führt das System Kochen und Kühlen ein Diakon in Dreibrück ist entsetzt

Die Hoffnungstaler Stiftung Lobetal betreut Menschen, die unter einer geistigen, seelischen oder unter Mehrfachbehinderungen leiden – so auch in Dreibrück südlich von Fehrbellin. Dort soll zum Jahresende ein neues Essensystem für die 88 Bewohner eingeführt werden. Diakon Steffen Klebig ist entsetzt.

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Diakon Steffen Klebig schwört auf die gute Küche in Dreibrück.

Quelle: Andreas Vogel

Dreibrück. Auf heftigen Widerspruch treffen die Pläne der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal, die Einrichtung in Dreibrück an die zentrale Essensversorgung der Stiftung anzuschließen. „Wir haben eine gut funktionierende Küche in Dreibrück, in der täglich gekocht wird. Da brauchen wir doch nicht so etwas anzufangen“, empört sich Diakon Steffen Klebig.

Der 61-Jährige, der seit 36 Jahren in Dreibrück arbeitet, befürchtet, dass die Qualität des Essens deutlich sinken wird, wenn das Mittag künftig in einer Küche in 80 oder gar 100 Kilometern Entfernung zubereitet und dann nach Dreibrück transportiert wird. „Wir haben hier eine Küche vor Ort, die rentabel wirtschaftet für die 88 Bewohner in Dreibrück.“ Der Diakon bemängelt zudem, dass nicht einmal die Mitarbeitervertretung gefragt wurde. „Essen ist doch ein Teil der Lebenskultur. Die darf man nicht zerstören.“ Klebig verweist auf die Bibel und darauf, dass auch die schwächsten Mitglieder der Gesellschaft, zu denen ebenfalls die geistig kranken Menschen in Dreibrück gehörten, ein Recht auf ein gesundes und gutes Essen haben.

Arvid Schaub ist überrascht über den heftigen Protest. Gleichwohl verteidigt der Bereichsleiter der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal das neue System der Essensversorgung. „Wenn wir in jeder kleinen Wohneinheit kochen, ist das sehr teuer.“ Deshalb habe sich die Stiftung für das System Kochen und Kühlen („cook and chill“) entschieden. Dabei wird das Essen für rund 1500 Personen in einer Großküche auf traditionelle Weise zubereitet und gekocht, dann aber sofort auf drei Grad Celsius heruntergekühlt. Innerhalb von drei Tagen könne das Essen zu jeder Zeit aufgewärmt werden. „Es wird auf 60 Grad erhitzt und dann ausgegeben.“ Die Geräte zum Aufwärmen seien dabei so gekennzeichnet, dass sie ebenfalls von Menschen mit Beeinträchtigungen bedient werden könnten. Schaub glaubt nicht, dass sich die Essensqualität durch das neue System verschlechtern wird. Auch gebe es keinerlei Pläne, den beliebten Speisesaal in Dreibrück zu schließen. „Man kann aber auch in den Wohngruppen individuell essen“, sagt der Bereichsleiter.

Die Bewohner von Dreibrück sollen ab Jahresende von der zen­tralen Küche versorgt werden. Zuvor will die Stiftung die Mitarbeiter schulen und die Geräte für das Aufwärmen der Gerichte anschaffen. „Keiner, der bei uns arbeitet, wird entlassen“, betont Schaub. Vielmehr bekämen Köche, die nicht mehr gebraucht werden, das Angebot, künftig in den Wohnstätten zu arbeiten. Diakon Klebig tröstet das nicht. „Ich verstehe nicht, warum man die heimatliche Küche einfach so aufgibt.“

Von Andreas Vogel

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