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Diakonie-Seniorenzentrum jetzt komplett

Millioneninvestition am neuen Standort in Dreetz Diakonie-Seniorenzentrum jetzt komplett

Die Tagespflege der Diakonie ist in die für mehr als eine Millionen Euro errichteten neuen Räume des Seniorenzentrums in Dreetz eingzogen. Etwa 20 Besucher kommen regelmäßig. Nun sollen es sich Gäste wie Beschäftigte am neuen Standort einrichten.

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In der Wohngemeinschaft für Demenzkranke gibt es täglich Übungen für das Gedächtnis.

Quelle: Sandra Bels

Dreetz. Stolz zeigt Helga Meinke ihr kleines Reich. Die 71-Jährige bewohnt ein Zimmer in der Servicewohngemeinschaft für Demenzkranke im Seniorenzentrum Dreetz des Diakonischen Werks Ostprignitz-Ruppin. Die Seniorin öffnet ihren schmucken Raum gern für Besucher. Alles ist piekfein. Über der Couch hängen Bilder von Helga Meinke und ihrem Mann. "Da waren wir noch ganz jung", sagt sie. Dann zeigt sie die acht Porzellankätzchen in der Anbauwand. Dass sie die geschenkt bekommen hat, ist aber ein Geheimnis, verrät sie den Besuchern. Neben den Katzen liegt ein kleines Fotoalbum mit einer goldenen, verschnörkelten 70. Bilder von Helga Meinkes 70. Geburtstag sind drin. Sie feierte ihn im vergangenen Jahr mit ihrer Familie in Lögow. "Es war ein schönes Fest", sagt sie und erzählt beim Blättern, wer auf den Fotos zu sehen ist. Dann geht die Rentnerin zurück zu den anderen Bewohnern in die Gemeinschaftsküche. Sie werden rund um die Uhr betreut.

Die Diakonie hat mit dieser Wohnform in Neuruppin bereits gute Erfahrungen gemacht und sie deshalb auch für Dreetz favorisiert, erklärt Werner Böhm, Geschäftsführer des Diakonischen Werks Ostprignitz-Ruppin. Die ersten Bewohner konnten zum 1.Juni dieses Jahres in Dreetz einziehen. Nach und nach füllten sich die zehn Zimmer. Eines ist gegenwärtig noch zu vergeben.

Die Pflegekräfte der Wohngemeinschaft arbeiten im 24-Stunden-Schichtdienst. Wie im Krankenhaus oder Pflegeheim soll die Betreuung aber nicht wirken. Deshalb haben die Mitarbeiter auch keine Kittel an. "Wir sind hier Gäste", erklärt Heike Hetzke. Sie ist Pflegedienstleiterin der Diakonie-Sozialstation, zu der die Wohngemeinschaft gehört. Sie und ihre Mitarbeiter planen den Tag gemeinsam mit den Bewohnern. Dazu gehört auch das Zubereiten der Mahlzeiten.

Alles geschieht in Absprache mit den Angehörigen, die jederzeit in der Wohngemeinschaft willkommen sind und einen Schlüssel haben. Im betreuten Wohnen sieht es ein bisschen anders aus. Die Mieter leben weitestgehend eigenständig, werden aber täglich vom ambulanten Pflegedienst betreut. Von den sieben Wohnungen ist noch eine zu haben. Sie befinden sich im früheren Kita-Gebäude. Es sind Zweizimmerwohnungen unterschiedlicher Größe mit Küche und Bad. Alle Wohnungen sind ebenerdig und haben eine Terrasse, sodass die Bewohner gleich im Grünen sind.

Millionenprojekt

  • Baustart für das Seniorenzentrum der Diakonie OPR in Dreetz war am 3. September 2012. Das Gelände der ehemaligen Schule wurde komplett umgestaltet. Erhalten blieb nur die ehemalige Kita, die ausgebaut wurde.
  •  Laut Diakonie-Geschäftsführer Werner Böhm wurden 1,2 Millionen Euro investiert. 100 000 Euro Fördermittel gab es vom Deutschen Hilfswerk.
  • Ursprünglich hatte man weniger Geld eingeplant, aber eine Giebelwand war schief und wurde abgestützt und mit einem neuen Fundament gesichert. „Das war kostenintensiv“, erklärt Böhm.

Gerade erst von Neustadt nach Dreetz umgezogen ist die Tagespflege der Diakonie. 20 Plätze sind derzeit belegt. "Die Räume in Neustadt waren mit der Zeit viel zu klein geworden", so Werner Böhm. Die Besucher der Tagespflege sind zwischen 60 und 92Jahre alt. Sie werden täglich von zu Hause abgeholt und wieder zurückgebracht. Das Dreetzer Seniorenzentrum ist mit dem Einzug der Tagespflege komplett. Sie konnte nicht früher umziehen, weil sie wegen der neuen Adresse auch eine neue Zulassung benötigte, war von Werner Böhm zu erfahren. Ganz neu sei für die Gäste das Umfeld jedoch nicht gewesen. Sie hätten immer wieder Ausflüge nach Dreetz unternommen und sich die Räume angeschaut. Ausgelegt sind sie für 30 Tagesgäste. "Wir wollen noch einen Antrag auf Erweiterung stellen", so Böhm.

Zunächst sollen sich die Tagesgäste und auch die Mitarbeiter eingewöhnen. "Und dann müssen wir noch ein bisschen dekorieren, denn unsere Wände sind ein bisschen kahl", sagt Schwester Thekla Köppen. Die gemeinsamen Bastelrunden seien perfekt dafür. Gedächtnistraining, Musiktherapie oder kochen und backen stehen aber auch in den Wochenplänen, die zusammen mit den Gästen aufgestellt werden.

Das Diakonische Werk OPR hat mit dem Seniorenzentrum 13 neue Arbeitsplätze geschaffen. Böhm sagt, dass es schwierig war, geeignetes Personal, sprich Fachkräfte, zu finden. In der Tagespflege gibt es fünf Mitarbeiter. Für die Wohngemeinschaft arbeiten elf Angestellte. Dazu kommen noch ein Hausmeister und ein Kraftfahrer.

Von Sandra Bels

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