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SED-Kreissitz soll Senioren-WG werden

Diakonisches Werk will in Neuruppin Wohnungen für Demenzkranke einrichten SED-Kreissitz soll Senioren-WG werden

Das Diakonische Werk Ostprignitz-Ruppin will im Haus der einstigen SED-Kreisleitung in Neuruppin eine Senioren-Wohngemeinschaft einrichten. "Wir haben das Haus in der Bahnhofstraße 17 gekauft", sagte Diakonie-Geschäftsführer Werner Böhm (59) am Freitag. Zwölf Wohnungen für Demenzkranke sollen vor Ort entstehen.

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In Neuruppin soll eine neue Senioren-WG entstehen.

Quelle: Patrick Pleul

Neuruppin. In dem Gemäuer, das kurz nach der Wende Sitz des Arbeitsamtes war, sollen bis zu zwölf Wohnungen für Demenzkranke sowie eine große Gemeinschaftsküche entstehen. Allerdings wird dies frühestens im nächsten Jahr passieren. Denn die Diakonie rechnet mit Umbaukosten von 1,2 Millionen Euro. Zwar fördert das Deutsche Hilfswerk derartige Projekte - aber nur mit maximal 300.000 Euro, so Böhm.

Der Diakonie-Chef hält das Projekt dennoch für sinnvoll. "Die Zahl der Demenzkranken steigt, auch bei uns in der Region. Und dieser Trend wird in den nächsten zehn, zwanzig Jahren anhalten."

Derzeit wohnen viele Demenzkranke bei sich zu Hause, dort werden sie auch regelmäßig betreut. Aber das ist nicht immer einfach. "Manche vergessen zu essen, andere das auf die Toilette gehen oder ihre Medikamente zu nehmen", sagte Böhm. Eine Betreuung in einer WG hätte mehrere Vorteile: Zum einen wäre ständig eine Aufsichtsperson vor Ort, zum anderen wären die Demenzkranken nicht so oft allein. Sie könnten sich untereinander austauschen. "Viele Angehörige arbeiten und wohnen ja außerhalb", so Böhm.

Der Neuruppiner hat das Diakonische Werk in Neuruppin mit aufgebaut. Dabei ist Böhm gelernter Werkzeugmacher und studierter Maschinenbauer. Bis 1991 hat er bei den Elektro-Physikalischen Werken (EPW) in Neuruppin gearbeitet. Dann wurde der Betrieb abgewickelt. Eher zufällig entdeckte Böhm 1991 eine Anzeige in der Zeitung. Das neu gegründete Diakonische Werk suchte einen Geschäftsführer. "Ich war zum Schluss Leiter im Ratiomittelbau bei EPW und dachte, vielleicht kann ich das auch." Also suchte sich der Vater dreier Kinder seinen Hochzeitsanzug raus, ging zum Vorstellungsgespräch - und wurde genommen. "Wir haben in der Schinkelstraße 10 mit sechs Krankenschwestern und einer Sozialarbeiterin angefangen", so Böhm. Starthilfe gab es für die Diakonie vom Krankenhaus. "Die haben uns gezeigt, wie man häusliche Krankenpflege abrechnet."

Inzwischen hat die Diakonie 123 Festangestellte und 270 Patienten, die zu Hause aufgesucht werden. Hinzu kommen eine Tagespflegestation in Neuruppin und eine in Dreetz. "Wir haben in Dreetz die alte Kita gekauft", so Böhm. Dort sind neben der Tagespflege auch eine Senioren-WG sowie Plätze für betreutes Wohnen untergebracht. Zudem kümmert sich die Diakonie um die Obdachlosen im Landkreis sowie um Praktika für Schulabgänger, die geistig- oder körperbehindert sind. Böhm und seine Mitarbeiter haben also gut zu tun. Am Freitag durfte der Geschäftsführer jedoch nicht zur Arbeit: Seine Kollegen bereiteten eine Überraschung vor. Denn Böhm wird am Montag 60.

Von Andreas Vogel

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