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Diakonissen nicht mehr in Aktion

Epiphaniasfest in Heiligengrabe Diakonissen nicht mehr in Aktion

Seit 1946 wird das Epiphaniasfest in Heiligengrabe gefeiert. In diesem Jahr wurden nur noch geladene Gäste begrüßt. Erstmals traten die verbliebenen Diakonissen nicht in Aktion. Zu den neuen Aufgaben gehört, dass demnächst acht bis zwölf unbegleitete minderjährige Flüchtlinge am Standort Heiligengrabe aufgenommen werden.

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Schwester Annerose, gehört zu den 13 Diakonissen, die in Heiligengrabe weiterhin wohnen.

Quelle: Christamaria Ruch

Heiligengrabe. Das Epiphaniasfest stand am Mittwochabend im Friedenshort in Heiligengrabe im Mittelpunkt. Dabei wichen die Veranstalter von der bekannten Tradition ab und empfingen nur noch geladene Gäste – gut 60 Besucher folgten der Einladung. Bis vergangenes Jahr feierten die Mitarbeiter und Diakonissen aus Platzgründen an zwei aufeinander folgenden Tagen und begrüßten bis zu 200 Gäste.

Noch-Äbtissin Friederike Rupprecht (r) gehörte mit zu den Besuchern des Abends

Noch-Äbtissin Friederike Rupprecht (r.) gehörte mit zu den Besuchern des Abends.

Quelle: Christamaria Ruch

Pfarrer Leonhard Gronbach ist leitender Theologe und Vorsitzender des Vorstands der Stiftung Diakonissenhaus Friedenshort in Freudenberg. Er führte gemeinsam mit Oberin Christine Killies sowie Stephan Drüen, Einrichtungsleiter Friedenshort in Heiligengrabe, durch den Abend. Dabei erlebten die Besucher einen völlig neuen Ablauf: Standen sonst die Diakonissen mit Chorauftritt und szenischem Spiel im Mittelpunkt, mischten sie sich nun nur noch unter das Publikum. 13 Diakonissen leben noch in Heiligengrabe. „Fast alle sind im fortgeschrittenen Alter und deshalb können sie auch nicht mehr hier mitwirken“, sagte Oberin Christine Killies auf Nachfrage der MAZ. Schwester Dorothea ist die einzige der Diakonissen im berufstätigen Alter. Sie begrüßte wie gewohnt alle Besucher am Eingang. Killies sagte weiter: „Es wird niemand von ihnen gezwungen, nach Freudenberg umzuziehen.“

Stephan Drüen und mit Oberin Sr

Stephan Drüen und mit Oberin Sr. Christine Killies begrüßten die Gäste.

Quelle: Christamaria Ruch

Zwei Filme über das 125-jährige Jubiläum vom Friedenshort im vergangenen Jahr bestimmten den Abend. Daneben hielt Leonhard Gronbach die Andacht zur Jahreslosung „Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.“ Dabei griff er das Wort von Bundeskanzlerin Angela Merkel „Wir schaffen das“ auf und spannte den Bogen zu den neuen Herausforderungen. Auch an den bundesweit 150 Standorten vom Friedenshort spielt das Thema Flüchtlingshilfe eine zunehmende Rolle. Mehr als 200 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge haben bislang beim Friedenshort eine Unterkunft gefunden. „Auch hier in Heiligengrabe beschäftigen wir uns damit“, so Leonhard Gronbach. Denn „demnächst werden hier acht bis zwölf unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aufgenommen.“ Einen genauen Zeitpunkt dafür nannte er allerdings nicht.

Stephan Drüen berichtete bei seinem Jahresrückblick von der Arbeit in der Behindertenhilfe und Altenpflege. „Eine Wohngruppe mit sechs Personen konnte im letzten Jahr hier in Heiligengrabe aufgelöst werden“, sagte er. Dies sei vor allem ein großer Erfolg, denn die therapeutische und sozialpädagogische Arbeit mit den ehemaligen Bewohnern sei so erfolgreich gewesen, dass sie nun allein leben können. Damit verwies er zugleich auf die Eingliederung als Teil der Inklusion. „Menschen in ihrer Selbstständigkeit zu stärken ist eine Herzensangelegenheit für uns und Kern unserer Arbeit“, so Drüen. Aktuell stehen 63 Plätze im stationären Wohnbereich der Behindertenhilfe bereit sowie 24 Plätze im Seniorenheim „Haus Friede.“ Dabei äußerte er den Wunsch, eine Ombudsperson aus Heiligengrabe zu finden. Diese sollte dann das Bindeglied zwischen der Gemeinde und der Einrichtung sein. „Interessenten für dieses Ehrenamt können sich gerne melden“, ermunterte er.

Von Christamaria Ruch

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