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Ostprignitz-Ruppin Diamantenes Ehepaar aus Neuruppin
Lokales Ostprignitz-Ruppin Diamantenes Ehepaar aus Neuruppin
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02:18 05.12.2015
Siegfried und Elisabeth Ringleb erinnern sich an ihren gemeinsamen großen Tag. Quelle: Peter Geisler
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Neuruppin

Als Siegfried Ringleb seine Elisabeth zum ersten Mal gesehen hat, war es um ihn geschehen. Die groß gewachsene Erzieherin mit den langen blonden Haaren hatte es ihm angetan. Das war vor 60 Jahren, als sie sich im Kindergarten, in dem Elisabeth arbeitete, kennengelernt haben. Beim Faschingstanz im Stadtgarten sind sich die beiden näher gekommen und dann hat es ordentlich gefunkt. Noch im selben Jahr, am 3. Dezember 1955, haben die beiden geheiratet und feiern am Donnerstag ihren Diamantenen Hochzeitstag. Seitdem hat sich einiges verändert: die Kinder sind aus dem Haus, die Knochen spielen nicht mehr so mit wie damals, doch die Liebe ist nicht gerostet.

„Wir haben zusammen gepasst, zusammen gearbeitet, das hat sich eben so ergeben“, sagt die 83-jährige Elisabeth Ringleb. Ihr Mann hatte damals für die Feuerlöscherproduktion in Deutschland und Tschechien gearbeitet und war auch für andere Arbeiten im hiesigen Kindergarten eingeteilt. Durch den Betrieb haben sie sich täglich gesehen. Siegfried Ringleb, der ursprünglich aus Halle an der Saale stammt, hatte im Alter von 16 Jahren ausgelernt und kam 1954 nach Neuruppin. „Irgendwann hatte ich einfach das Verlangen zu heiraten. Da war ich 21 Jahre alt“, erzählt er. Um Elisabeths Hand musste er bei ihrem Vater zwar nicht anhalten, aber er zog nach der Hochzeit direkt in das Elternhaus ein. Dort wohnt das Ehepaar noch heute.

Vor 60 Jahren ist dieses Hochzeitsfoto entstanden Quelle: Peter Geisler

Die Hochzeit feierten die Ringlebs mit 35 Freunden, Bekannten und Familienmitgliedern im Wohnzimmer des Hauses. Während sich die beiden auf dem Standesamt in Neuruppin das Ja-Wort gaben, deckten Freunde und Nachbarn zu Hause den Esstisch mit selbst zubereiteten Speisen. „Es war ein schöner Tag, aber es ist schon so lange her“, sagt Elisabeth Ringleb.

Zwei Jahre nach der Hochzeit kam das erste gemeinsame Kind auf die Welt – die Tochter Iris, und ein Jahr später dann auch ihr Sohn Peter. Beide Kinder leben mittlerweile in Berlin. „Früher haben wir alle in einem Haus gewohnt und es gab selten Zoff“, sagt Siegfried. Und wenn, dann nur wegen der Kinder. Denn Elisabeth habe immer für Frieden in der Familie gesorgt, während Siegfried auch mal durchgreifen wollte. Elisabeth hatte es in den gemeinsamen 60 Jahren nicht immer leicht, sagt sie, denn ihr Mann sei fast die Hälfte der Zeit gar nicht zu Hause gewesen, womit sie zwar etwas übertreibt, aber ihre Position in der Familie klar umreißt. „Mein Mann stand im Vordergrund und ich habe mich um die Kinder und den Haushalt gekümmert.“

Siegfried hatte nach seiner Maschinenbau-Lehre in Rostock studiert, war selten in Neuruppin, und auch danach als Arbeiter in der Feuerlöscherfirma oft im Ausland unterwegs. „Ich war meist für mehrere Tage nicht da und wusste auch nie, wann ich abends nach Hause komme“, erzählt er. Das sei nicht immer einfach gewesen. Aber jetzt, sagt Elisabeth, denkt sie nicht mehr daran. Dafür sei es zu lange her. Sie erfreut sich lieber an ihren Kindern, die ihr mittlerweile schon drei Enkel und zwei Urenkel geschenkt haben.

Was dem Paar jetzt noch vom damaligen Alltag mit den Kindern, der Arbeit und dem Haushalt bleibt, ist der gemeinsame Garten. Und das obwohl beide mittlerweile ihre Gebrechen haben. Ihnen fällt das Harken und Hacken zunehmend schwerer. Elisabeth kümmert sich noch so gut es geht um den Haushalt, putzt, kocht Mittagessen und wäscht ab. Einkäufe erledigt das Paar zusammen. „Mein Mann ist der Kraftfahrer“, sagt Elisabeth. „Und er hat seine Münzen.“ Damit spielt sie auf Siegfrieds große Sammelleidenschaft an, die sie zwar duldet, aber nicht unbedingt teilt.

Die Ringlebs wissen einander auch nach 60 Ehejahren noch zu schätzen, damals vor allem wegen Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit und dem Sinn für Familie. „Unsere Liebe hat kein geheimes Erfolgsrezept. Wir schätzen diese Dinge immer noch aneinander und haben vor allem Achtung vor dem anderen“, verrät Siegfried.

Rückblickend haben beide die vergangenen 60 Jahre als schnelllebig empfunden. Nur die Erinnerungen seien nicht mehr so präsent und auch die Kontakte zu anderen werden immer weniger, weil viele Menschen aus ihrem Umfeld verstorben sind. „Man ist immer mehr auf sich angewiesen. Das ist nicht einfach zu akzeptieren, aber wir müssen uns damit abfinden“, sagt Siegfried Ringleb.

Von Luise Fröhlich

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