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Die Aufräumarbeiten dauern an

Kyritz Die Aufräumarbeiten dauern an

Nach dem Orkan vom Donnerstag waren auch am Freitag noch Haushalte ohne Strom und vor allem kleinere Straßen wegen umgestürzter Bäume gesperrt. Die Aufräumarbeiten, an denen sich auch viele freiwillige Helfer beteiligen, dauern noch an. Vor allem die Feuerwehren hatten Dutzende von Einsätzen zu bewältigen.

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Wie hier Amtsdirektor Dieter Fuchs (r.) in Zernitz bemühten sich die Verwaltungen ums Koordinieren.

Quelle: André Reichel

Kyritz. Das große Aufräumen nach dem Sturm prägte am Freitag praktisch überall das Tagesgeschehen. Privatleute, Unternehmen und vor allem die öffentlichen Verwaltungen hatten alle Hände voll zu tun, sich erst einmal einen Überblick über die Schäden zu verschaffen

Manche Orten war bis weit in den Vormittag hinein oder sogar noch länger ohne Strom. Entsprechende Meldungen lagen am Nachmittag noch aus Drewen, Ganz, Teetz, Trieplatz, Lögow und Teilen von Wusterhausen vor. In Trieplatz und Wusterhausen mussten die Wasserwerke mit Notstromaggregaten versorgt werden. Stromnetzbetreiber Edis teilte mit: „Störungen gab es im Bereich der Hochspannung, der Mittelspannung und der Niederspannung.“ Die Mitarbeiter arbeiteten intensiv an der Beseitigung der Havarien. Man habe zudem eine Reihe externer Dienstleister herangezogen. Trotzdem, so das Unternehmen, seien die Reparaturen nicht überall kurzfristig möglich gewesen. „In der Regel wurden die Versorgungsunterbrechungen durch herumfliegende Äste und umstürzende Bäume verursacht.“

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Kaum ein Ort im Altkreis Kyritz blieb von den Folgen des Sturms am Donnerstagnachmittag verschont. Am Freitag begannen die Aufräumarbeiten. Diese werden sicher noch viele Tage dauern.

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Wie sehr der Orkan am Donnerstagnachmittag wütete, zeigte sich exemplarisch in der Wusterhausener Seestraße: Das erste Hindernis ließ sich am Nachmittag dank der Hilfe von Einweisern noch einigermaßen umfahren. Um das zweite, einen umgestürzten Baum in Höhe der ehemaligen Landwirtschaftsschule, kam man mit etwas Geschick über den Parkplatz gegenüber herum. Baum Nr. 3 in Höhe des Abzweigs Mittelweg setzte dann das endgültige Stoppzeichen. So ähnlich lief es auch an vielen anderen Orten ab.

Die Feuerwehr konnte nicht überall zugleich sein. Zwischen Metzelthin und Ganzer beispielsweise lag ein Stamm auf der B 167. „Wir müssen Bundes- und Landesstraßen zuerst beräumen. Die haben Priorität“, erklärte der Wusterhausener Gemeindewehrführer Ralf Hohmann. Und diese Maxime galt für seine Kollegen in anderen Kommunen genauso. So waren auch am Freitag noch kleinere Orte wie beispielsweise Voigtsbrügge kaum zu erreichen, weil Bäume gleich reihenweise die Zufahrtsstraßen blockierten.

Feuerwehrleute im Dauereinsatz

Kathrin Lorenz von der Neustädter Amtsverwaltung äußerte trotz allem ihre Erleichterung: „Ich bin dankbar, dass es hier keine Toten gegeben hat und dass alle Kameraden der Feuerwehr wieder heil nach Hause gekommen sind.“ Allein im Neustädter Raum seien bis zu 60 von ihnen am Donnerstag bis Mitternacht und noch am Freitag im Einsatz gewesen. „Danke dafür“, sagt Kathrin Lorenz.

Die Arbeit der Feuerwehr wurde durch Ausfälle in den Telefon- und Mobilfunknetzen erschwert. Die Feuerwehrtechnische Zentrale in Kyritz diente zeitweise als Sitz des kreisweiten Führungsstabes. Bis Freitagnachmittag registrierte man 133 abgeschlossene Einsätze zur technischen Hilfeleistung. Die endgültigen Zahlen werden erst in der kommenden Woche feststehen.

Zuallererst ging es darum, Menschenleben zu schützen. Im Landkreis Ostprignitz-Ruppin hatte es die Polizei mit über 50 Einsätzen wegen des Sturms zu tun. In der Prignitz waren es sogar 97. Bei vier Unfällen wurden Menschen verletzt. Bei Lindow starb der Beifahrer eines Kleintransporters, als sich ein Ast durch die Windschutzscheibe bohrte. In 20 weiteren Fällen blieb es bei Sachschäden. Auch dabei war oft die Hilfe von Feuerwehrleuten gefragt.

Unverzügliche Aufräumarbeiten

Noch am Donnerstag begannen vielerorts die Aufräumarbeiten. Viele Menschen packten mit an – nicht nur auf dem eigenen Grundstück. So konnte manches Hindernis schneller beseitigt werden als gedacht. Auf dem Weg zwischen Bantikow und Stolpe beispielsweise hatte sich nahe des Reiterhofs ein dicker Eichenstamm quergelegt. Reiterhofchef Tony Meyer war skeptisch. „Ich glaube nicht, dass den heute noch einer wegräumt.“ Ihm war gerade das Dach eines Pferdestalls davongeweht. Doch Hilfe war schon unterwegs. Forstarbeiter Marcel Huse kam vorbei, um nach dem Rechten zu sehen, und hatte die Kettensäge dabei. Mutter Christel Huse – mit ihrer Familie erst seit einem Monat in Bantikow zu Hause – schleppte die Äste beiseite. Der Mann vom Reiterhof brachte seinen Radlader zum Einsatz. Die Feuerwehr musste nicht kommen.

Gerade die Forstleute werden wohl noch mit den Folgen des Orkans zu tun haben, wenn längst alle Straßen und Wege wieder freigeräumt sind. Revierförster Roland Protz in Dreetz berichtet von erheblichen Schäden. In anderen Revieren dürfte es ganz ähnlich aussehen. Auch das Dreetzer Arboretum bekam etwas ab. Unter anderem wurde das Sanitärgebäude von einem Baum beschädigt. Generell warnen Forstfachleute derzeit noch vor dem Betreten der Wälder, da viele abgerissene Äste und entwurzelte Bäume erst zu sichern sind.

Von Alexander Beckmann und Wolfgang Hörmann

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