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Die Autorin Sarah Bosetti las im Wegemuseum

Wusterhausen Die Autorin Sarah Bosetti las im Wegemuseum

Sarah Bosetti las in Wusterhausen aus ihrem Buch „Mein schönstes Ferienbegräbnis“ und aus unveröffentlichten Texten. Skurril, fies und bissig können die Texte von Sarah Bosetti sein, wenn die Unwegsamkeit zwischenmenschlicher Beziehungen thematisiert wird. Doch auch Nachdenklichkeit und Melancholie zeichnen sie aus.

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Sarah Bosetti (r.) signiert ihr Buch für die Leser. Markenzeichen des Literarischen Bilderbogens ist die Bücherfee, hier Caroline Pelzer (M.).

Quelle: Renate Zunke

Wusterhausen. Wer gern lacht und Spaß an hintergründiger, leichter Lektüre hat, der war am Freitagabend im Wusterhausener Wegemuseum genau richtig. Dort las innerhalb der Reihe „Literarischer Bilderbogen“ Sarah Bosetti aus ihrem Buch „Mein schönstes Ferienbegräbnis“ und aus unveröffentlichten Texten.

Seit 2009 tritt die 32-Jährige, die in Aachen aufwuchs und jetzt in Berlin lebt, auf Lesebühnen, Kabarettbühnen und bei Poetry Slams auf. Sie ist Kolumnistin bei Radio 1 und schreibt seit Anfang des Jahres ebenfalls für „Das Magazin“. 2013 wurde sie mit „Team Mikrokosmos“ (Sarah Bosetti und Daniel Hoth) deutschsprachige Vizemeisterin im Poetry Slam. 2014 erschien ihr erstes Buch „Wenn ich eine Frau wäre“.

Sarah Bosetti erzählt mit Feingefühl und Sprachwitz

Schon 2015 folgte „Mein schönstes Ferienbegräbnis“ mit folgendem Inhalt. Mit ihrem Freund Ulf schlägt sich Sarah durch den unsicheren Dschungel des großstädtischen Künstlerdaseins – orientierungslos und pleite. Aber sie sind jung und dynamisch. Sarah Bosetti erzählt mit Feingefühl, Sprachwitz und hintersinnigem Humor vom Ende der Jugend. Das Alter wird nicht ausgeklammert. Es sei ja kein Schicksal, das nur wenige ereilt, die von der Jugend betrauert werden müssten. Immerhin könne man dann in einer fast leeren Bahn zum einzigen besetzten Platz gehen und zu dem dort sitzenden Zwanzigjährigen sagen: „Gib mir deinen Platz sonst brech ich erstens zusammen und zweitens auf deine Schuhe.“

Skurril, fies und bissig können die Texte von Sarah Bosetti sein, wenn die Unwegsamkeit zwischenmenschlicher Beziehungen thematisiert wird. Doch auch Nachdenklichkeit und Melancholie zeichnen sie aus. Das konnten die Zuhörer feststellen. So verkündete die Autorin in Wusterhausen, wie von der Lesebühne gewohnt in beeindruckend langer, freier Rede, ihre Ansichten zum Feminismus: „Ich bin Feministin, aber ich wünschte es gebe keinen Feminismus. Feminismus hat immer Recht, ist der kleine Streber, der im Deutschunterricht anfängt die Grammatik der anderen zu berichtigen. Feminismus nervt.“

Darm und Gehirn verwechselt

Ebenfalls großes Gelächter erntete ihre Ansicht, dass Gott eventuell bei einigen Menschen Darm und Gehirn verwechselt hätte. Diese Idee sei ihr im Sprechzimmer ihres Arztes angesichts der anatomischen Darstellung von Gehirn und Darm gekommen. Deshalb würden wohl „die Köpfe einiger Menschen nur braune Masse produzieren“. Andere wiederum würden „Scheiße denken aber nur klug scheißen.“

Dass Tempo, im Denken und Formulieren, ein Markenzeichen der Autorin ist, das konnten die Zuhörer im bis auf den letzten Platz besetzten Alten Laden des Wegemuseums live erleben, Fast war man versucht zu rufen: „Luft holen nicht vergessen“, als Bosetti zum Schluss aus dem Buch „Mein schönstes Ferienerlebnis“ einen Ausschnitt las, den sie als „Die Boote“ überschrieb. Diesen Text bezeichnete sie als „das Beste, das ich je verfasst haben. Da habe ich all meine Klugheit reingeschrieben“. Ohne Punkt und Komma las sie dann die humorvolle Passage über einen Familienurlaub vor, und die Zuhörer kamen mit dem Lachen kaum nach.

Wigald Boning liest in Kyritz

Die nächste Lesung innerhalb der Reihe „Literarischer Bilderbogen“ findet am Freitag, 30. September, im Kyritzer ­Hotel „Waldschlösschen“, Seestraße 110, statt.

Dort liest ab 19.30 Uhr der Comedian, Moderator, Musiker und Autor Wigald Boning aus seinem Buch „Im Zelt“.

Kartenvorbestellung unter Tel. 033971/5 22 15  oder Tel.  03391/76 91 34.

Von Renate Zunke

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