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Die Banzendorfer Landfrauen

Frauenpower schon zu DDR-Zeiten Die Banzendorfer Landfrauen

Zu DDR-Zeiten haben sie schon viel bewegt – auch nach der Wende wollten die Banzendorferinnen gerne gesellig bleiben. Schnell war die Ortsgruppe der Landfrauen gegründet: von den 18 Mitgliedern sind noch zwölf übrig – gemeinsam wird „gesportelt“, Kuchen gebacken und bei Dorffesten mit Hand angelegt.

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Zwar ohne die grünen Shirts, dafür aber in den neuen Jacken: die Banzendorfer Landfrauen – rechts Simone Daase.

Quelle: Buddeke

Banzendorf. Die T-Shirts sind leuchtend grün. Die Jacken violett: Landfrauen Banzendorf steht hinten zu lesen. „Die haben wir grade neu angeschafft“, verrät Simone Daase, die den Frauen nicht wirklich „vorsteht“ sondern mittenmang mitmischt. Etwa beim Sport mit Barbara Reichert: jeden Montag treffen sich bis zu zwölf Landfrauen, um gemeinsam „gemäßigter Gymnastik“ – wie sie es nennen – nachzugehen. Hochleistungssport muss es nicht mehr sein – immerhin ist die älteste der Damen stolze 91 Jahre alt. „Das ist auch unser Problem“, beklagt Daase. Der Nachwuchs fehle.

Seit 2000 bereichern sie das Dorfleben

Bei Gründung der Landfrauen sei man noch zu achtzehnt gewesen – mittlerweile sind aber schon einige der Mitglieder gestorben oder zu alt, um noch mitzumachen. Derweil sei noch genug zu tun. Auch wenn die gemeinsamen Handarbeitsnachmittage der Vergangenheit angehören. „Das war immer schön“, seufzt Annemarie Mewes. „Wir waren schon immer eine gute Gemeinschaft.“ Damit meint sie auch die Zeit vor der Wende, als die Frauen noch unter dem Dach des Demokratischen Frauenbundes oder der Volkssolidarität organisiert waren und ein ähnlich buntes Programm hatte. „Das wollten wir nach der Wende wiederhaben“, so Mewes. Insofern habe Wilma Nickel, Vorsitzende der Landfrauen in Ostprignitz-Ruppin, offenen Türen eingerannt, als sie anregte, eine Ortsgruppe in Banzendorf ins Leben zu rufen. Am 15. Januar 2000 wurde diese gegründet – viel haben Simone Daase und ihre Damen inzwischen gestemmt. Nicht nur, dass sich die Landfrauen um die Pflege des Kriegerdenkmals kümmern und den Ortsbeirat bei der Organisation von Festen aller Art unterstützen. Darüber hinaus hat sich das üppig-leckere Kuchenbüfett der Landfrauen im Dorf als feste Größe etabliert – wann immer es etwas zu feiern gibt.

Im Dirndl nach Tschechien

Gern erinnern sie sich auch an alte Zeiten – als die Landfrauen-Treffen noch „im Saal“ stattfanden. „Ulrike Köpcke hat damals den Sport geleitet und ihre Mutter hat dazu Klavier gespielt“, sagt Annemarie Mewes. Denn der Sport ist nur der Auftakt fürs gemeinsam Klönen hinterher. „Und zum Planen“, so Daase. Denn eigentlich gebe es immer etwas zum Organisieren. Man nahm früher einmal am Erntekronenwettbewerb für das große Erntefest der Dörfer teil. In den vergangenen Jahren hatte es – dank des damaligen Ortsbürgermeisters Peter Wilbers – auch Austauschbegegnungen nach Tschechien und Polen gegeben. „Wir sind damals in Dirndls nach Tschechien gereist, weil die Landfrauen dort alle in Tracht angetreten sind“, erinnert sich Sabine Theiß. Dafür wurden die Tschechinnen dann zum Banzendorfer Dorffest eingeladen. „Wir haben sie privat untergebracht – und haben uns gut verstanden. Auch wenn wir kein Wort tschechisch konnten.“ Aber ein schönes Miteinander funktioniere eben auch mit Zeichensprache. Vom Kuchenbacken gar nicht zu reden.

Von Regine Buddeke

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