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Die Carusos von Zechlinerhütte

SPD-Fraktionschef besucht Kita Die Carusos von Zechlinerhütte

Eine Kindertagesstätte setzt auf musikalische Früherziehung. Die Zechlinerhütter konnten ihre kleine Kita mit einem neuen Konzept vor der Schließung bewahren. Inzwischen sind dort wieder alle Plätze belegt.

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Fröhlicher Kreis: Bei den Hüttenzwergen werden die Kinder schon früh an Musik und Instrumente herangeführt.

Quelle: Christian Schmettow

Zechlinerhütte. Kulturprogramme von Kita-Kindern sind für Eltern, Omas und Opas eine helle Freude. Für alle anderen ist der Gesang der Kleinsten musikalisch nicht immer ein Hochgenuss. Doch in der Kita Hüttenzwerge aus Zechlinerhütte könnten uneingeschränkte Freude nun zur Regel werden. Die Hüttenzwerge haben im Juni die Caruso-Prüfung bestanden. 30 Lieder mussten sie dafür einreichen, zwei davon in fremden Sprachen. Die Auszeichnung des Brandenburgischen Chorverbandes wird den Hüttenzwergen am 26. September, verliehen. An dem Samstag haben die Hüttenzwerge von 10 bis 15 Uhr Tag der offenen Tür.

Die damalige Leiterin der Rheinsberger Musikakademie, Ulrike Liedtke, unterstützte die Kita. Seit 2012 gibt es dort musikalische Früherziehung. Als SPD-Landtagsabgeordnete besuchte Liedtke am Mittwoch die Hüttenzwerge gemeinsam mit dem Vorsitzenden der brandenburgischen SPD-Landtagsfraktion, Klaus Ness.

Die Hüttenzwerge sind eine kleine Kita. Vor neun und vor vier Jahren stand sie kurz vor der Schließung. 2006 besuchten nur noch zwölf Kinder die Tagesstätte. Inzwischen sind alle 29 Plätze belegt. Sogar aus Rheinsberg bringen Eltern ihre Kinder nach Zechlinerhütte, weil sie vom dortigen Konzept überzeugt sind. Der persönliche Kontakt zu den Eltern sei in einer kleinen Kita im Dorf besser als in einer großen Einrichtung, sagt die Leiterin der Hüttenzwerge, Irena Dolata-Wiewiorra. Deshalb sei für sie und ihre drei Mitarbeiterinnen der Streik auch kein Thema, obwohl Erzieherinnen bei dem freien Träger der Tagesstätte, der Arbeiterwohlfahrt (Awo), weniger Geld verdienen als ihre Kollegen in kommunalen Kindertagesstätten.

Bunte Räume dank engagierter Eltern

Dank der engagierten Eltern und der Awo sehen die Räume bunt und fröhlich aus. „Ich bin viel unterwegs. Ich habe Kitas gesehen, die 1987 gebaut wurden und heute noch auf dem Stand sind“, sagt Klaus Ness. Er begrüßt, dass Kindertagesstätten in den vergangenen Jahren eine Aufwertung erfahren haben – von Aufbewahrungsanstalten zur frühkindlichen Förderung mit Gemeinschaftserlebnis. Beitragsfreiheit wäre wünschenswert, habe für ihn aber nicht Priorität, sagt Ness. Wenn die Eltern für die Kita nicht mehr zahlen müssten, würde das das Land 170 Millionen Euro zusätzlich im Jahr kosten. Wichtiger wäre ein besserer Betreuungsschlüssel (mehr Erzieherstellen pro Kind). Schon jetzt trägt der Staat den Löwenanteil der Kosten. Die Elternbeiträge schwanken, weil sie sich nach dem Einkommen der Eltern richten. In Zechlinerhütte trugen 2014 die Eltern zum Beispiel rund 13 Prozent der Gesamtkosten – plus Eigenleistungen und Spenden.

Klaus Ness findet, dass sich Anerkennung für die Arbeit der Erzieherinnen nicht nur im Gehalt ausdrücken muss. Wer es im Kreuz hat, weil er 30 Jahre lang Kinder gehoben hat, freut sich auch ab und zu über Wellness-Gutscheine oder eine kostenlose Massage.

Von Christian Schmettow

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