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„Die Dreckecke Brandenburgs“

Mastanlagenprotest in Blesendorf „Die Dreckecke Brandenburgs“

Bei Könkendorf (Prignitz) an der Grenze zum Landkreis Ostprignitz-Ruppin sollen künftig im großen Stil Hähnchen gemästet werden. Das will die Bürgerinitiative „Prignitzer gegen Industriemast“ verhindern. Denn sie befürchtet negative Auswirkungen auf mehreren Gebieten. Widersprüche können noch bis zum 13. Mai vorgebracht werden.

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Protest-Schriftzüge am Bürgerzentrum in Blesendorf.

Quelle: Björn Wagener

Blesendorf. „Wir müssen jetzt etwas tun, sonst ist die Gelegenheit vorbei“, sagte Ingo Klugert von der Bürgerinitiative (BI) „Prignitzer gegen Industriemast“ am Dienstagabend im Bürgerzentrum in Blesendorf. Die BI hatte dorthin zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Es ging darum, die Menschen für Auswirkungen zu sensibilisieren, die die BI im Zusammenhang mit der Hähnchenmastanlage befürchtet, die bei Könkendorf (Prignitz) an der Grenze zur Gemarkung Blesendorf und damit zum Landkreis Ostprignitz-Ruppin gebaut werden soll. Vor allem aber ging es auch um Fristen: Wen die Baupläne für die Mastanlage in irgendeiner Weise berühren, kann die Akten nur noch bis 29. April einsehen – in der Stadt Pritzwalk, der Gemeindeverwaltung Heiligengrabe oder im Landesumweltamt in Potsdam.

Viele Belastungen befürchtet

Widersprüche gegen das Vorhaben der Firmen Jankon GmbH und Wilkon GmbH seien bis zum 13. Mai möglich. Die Firmen planen jeweils den Bau von drei Ställen, jeder von ihnen soll 54 000 Hähnchen fassen – insgesamt also 324 000 Mastplätze. Die BI befürchtet vielerlei Belastungen: Lärm, Gestank, Keime, Schadstoffe im Boden und Grundwasser, negative Auswirkungen auf den Tourismus und den Naturschutz sowie Straßenschäden durch den zusätzlichen Lkw-Verkehr zur und von der Anlage. Am Dienstag war von 1350 Lkw-Bewegungen pro Jahr die Rede.

Nur schriftliche Einwendungen werden berücksichtigt

Knapp 30 Gäste waren der Einladung der BI gefolgt und erfuhren von Ingo Klugert, dass den Einwendungen Begründungen beigefügt werden müssen – „je detaillierter, desto besser“. Und: Nur schriftliche Einwendungen würden beim Erörterungstermin am 20. September berücksichtigt. Aber auch Plakate brächten etwas, meinte Klugert und berichtete von einem Investor, der trotz Baugenehmigung Abstand genommen habe, weil der Protest vor Ort zu groß gewesen sei. Die industrielle Mast, die bei Könkendorf geplant ist, habe mit einem herkömmlichen Landwirtschaftsbetrieb nichts zu tun.

Noch deutlicher wurde Willi Wegner aus Blesendorf: „Wir sind die Dreckecke Brandenburgs. Windräder, Mastanlagen, alles wird gefördert, aber wir in der Region haben nichts davon. Das Menschenwohl haben die Behörden immer weniger im Blick.“ BI-Vorsitzende Sandra Rieboldt verwies auf bisherigen Aktionen der BI – Unterschriftensammlungen und Protestaktionen. Ablehnend steht dem Bau nicht nur die BI, sondern auch die Stadt Pritzwalk als zuständige Kommune gegenüber. Sie hat ihr Einvernehmen verweigert – wegen ungenügender Erschließung.

Von Björn Wagener

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