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Die Erdäpfel rollen wieder

Kyritz Die Erdäpfel rollen wieder

Seit wenigen Tagen werden wieder Kartoffeln für die Kyritzer Stärkefabrik angeliefert. Die diesjährige sogenannte Kampagne läuft also. Unterdessen aber steht noch wichtigeres für dieses Werk erst an: Es soll eine Eindampfungsanlage gebaut werden. Weil ihre Höhe allerdings bereits genehmigte 30 Meter überschreitet, ist sie jetzt erneut Thema bei den Stadtverordneten.

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Ob per Lkw oder Trecker mit Anhänger: Seit Mitte voriger Woche werden an der Pritzwalker Straße wieder Kartoffeln angeliefert.

Quelle: Matthias Anke

Kyritz. Mit der für die Kyritzer Stärkefabrik seit Langem geplanten Eindampfungsanlage beschäftigen sich die Stadtverordneten am kommenden Montag in einer Sondersitzung. Zu dieser Anlage gehört ein 32 Meter hoher Turm mit einem Durchmesser von 3,50 Metern. Zwar hatten die Stadtverordneten bereits zu Beginn des vorigen Jahres der sogenannten „notwendigen Befreiung von Festlegungen des bestehenden Bebauungsplanes“ zugestimmt, weil der bestehende Plan nur Neubauten von bis zu 21 Meter Höhe zuließ. Die Ausnahme bezog sich jedoch noch auf 30 Meter.

Werkleiter spricht von einem Meilenstein auch für die Region

„Die reichen aber nicht. Wir brauchen eine Genehmigung für 32 Meter“, erklärte Werkleiter Martin Jahn auf MAZ-Nachfrage. Er hoffe, dass alles klappt, und verweist auf die bestehenden Silos, deren Turm ohnehin sogar 42 Meter hoch sind. Sie selbst sind 36 Meter hoch. Jahn unterstreicht: „Der Eindampfer ist ein Meilenstein nicht nur für das Werk, sondern für die Region.“ Denn ein Hintergrund des Vorhabens ist es, die Umweltbelastung zu reduzieren. Das bei der Verarbeitung der Feldfrüchte anfallende Fruchtwasser wird schließlich auf den Äckern der Region ausgebracht. Reduziert aber bald der Verdampfer die Menge von derzeit rund 1000 Kubikmetern pro Jahr auf nur noch 130, sinkt das Transportaufkommen auf den Straßen der Region entsprechend. Zugleich soll das Fruchtwasserkonzentrat nicht mehr so intensiv riechen.

Mit dem Verdampfer werde darüber hinaus erst die Voraussetzung geschaffen, künftig auch andere Rohstoffe wie etwa Erbsen zu verarbeiten. Ohne die neue Eindampfanlage wären die zusätzlich anfallenden Produktionsabwässer nicht zu bewältigen.

Ob per Lkw oder Trecker mit Anhänger

Ob per Lkw oder Trecker mit Anhänger: Seit Mitte voriger Woche werden an der Pritzwalker Straße wieder Kartoffeln angeliefert

Quelle: Matthias Anke

„Wenn wir die Anlage noch dieses Jahr in Betrieb nehmen wollen, brauchen wir jetzt die Genehmigung“, sagte Jahn weiterhin mit Blick auf diese „riesige Investition“. Er werde daher auch Gast bei der Sitzung sein. Die Stadtverordneten tagen am Montag ab 18 Uhr im Rathaussaal. Anschließend, um 18.30 Uhr, ist ohnehin die Sitzung der Mitglieder des Wirtschaftsausschusses angesetzt.

Unterdessen rollen die Erdäpfel immer weiter durch das Fabriktor an der Pritzwalker Straße und dort weiter in die Anlagen hinein. Sie werden seit Mitte voriger Woche angeliefert per Lkw oder Traktoren mit Anhängern. Wie viele kommen werden, lasse sich laut Werkleiter Jahn noch nicht genau sagen. „Wir rechnen aber mit einer normalen Ernte.“ Es gebe eben Bauern, die über dieses Jahr klagen, und andere, laut denen alles positiv verlief. So verhalte sich das bisher auch mit dem Stärkegehalt der Kartoffeln: Einige würden laut Jahn weit mehr als 20 Prozent aufweisen, einige andere hingegen seien „richtig schlecht“. Am Ende aber pegele sich die Qualität erfahrungsgemäß irgendwo in der Mitte ein.

Von Matthias Anke

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