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Die Flucht im Fokus

Pro Flüchtlinge in Wittstock Die Flucht im Fokus

Das Engagement für Flüchtlinge in Wittstock geht weiter. Das Bündnis „Wittstock bekennt Farbe“ lädt für Sonnabend an einen Infostand ein. Gleichzeitig werden Fotos gesucht für eine Flucht-Ausstellung. Rechtsradikale wollen in Rheinsberg demonstrieren.

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Eine Demo pro Flüchtlinge wird zu Sonnabend in Wittstock vorbereitet.

Quelle: BELGA

Wittstock. Einen Informationsstand zum Thema „Flucht – damals und heute, Gründe und Belastungen“ mit Gesprächsrunde wird es am Sonnabend, 3. Oktober, von 9 bis 12 Uhr auf dem Wittstocker Marktplatz geben. Betreut wird er von Mitstreitern des Bündnisses „Wittstock bekennt Farbe“.

Es gehe dabei um sachliche Information und Gespräche rund um dieses Thema, wie ein Sprecher des Bündnisses mitteilt. „Wir wollen auch den Gerüchten entgegentreten. Vor 25 Jahren sind viele DDR-Bürger nach Ungarn und dann in die BRD geflüchtet, jetzt flüchten viele Menschen aus völlig anderen Gründen aus ihrem Heimatland. Wir geben den Besuchern die Möglichkeit, sich darüber auszutauschen und mit Flüchtlingen von damals und heute über ihre Gründe zu reden“, heißt es weiter.

Das Bündnis arbeite zurzeit an einem Projekt über verlorene Heimat. Es soll eine Ausstellung entstehen, die von den deutschen und ausländischen Menschen berichtet. Es werden noch Interessenten gesucht, die daran mitarbeiten. Das Bündnis fragt: Wer hat einst seine Heimat verlassen, wer hat noch Fotos davon? Viele Menschen hat es als Flüchtlinge nach dem Zweiten Weltkrieg aus ihrer Heimat hierher verschlagen. Wie waren ihre Erfahrungen? Wer kann von seiner Übersiedlung in die BRD oder auch umgekehrt berichten?

Dabei gehe es vor allem auch darum, was man besser machen kann als damals und wie eine Willkommenskultur entstehen kann. Es wird auch möglich sein, mit Flüchtlingen direkt ins Gespräch zu kommen.

Während die Runde auf dem Marktplatz in Wittstock stattfindet, gibt es in der Rheinsberger Innenstadt zwei Versammlungen – eine aus dem rechtsextremen und eine aus dem bürgerlichen Spektrum. Das teilt die Polizei mit, die alle angemeldeten Aktionen in beiden Städten begleiten wird.

Etliche Rheinsberger wollen sich am Sonnabend der angekündigten Kundgebung der rechtsextremen NPD in der Innenstadt entgegenstellen. Die Rheinsberger Landtagsabgeordnete Ulrike Liedtke und andere haben in den vergangenen Tagen eine Gegendemonstrationen mit viel Musik organisiert. Sie soll am Sonnabend von 11 bis 12 Uhr auf dem Kirchplatz stattfinden.

Die Rechtsextremen haben für den Tag der Deutschen Einheit einen Aufmarsch in Berlin angekündigt. Zusätzlich ist gut ein Dutzend kleinerer fremdenfeindlicher Aufzüge in Brandenburg geplant, vor allem in Städten, in denen Flüchtlinge untergebracht sind, wie in Rheinsberg.

„Wo gesungen wird, da lass dich ruhig nieder“, heißt das Motto der Gegenveranstaltung. „Der Text geht ja noch weiter“, sagt Ulrike Liedtke und zitiert: „Böse Menschen haben keine Lieder.“ Die frühere Leiterin der Musikakademie hält das für wichtig: „Rheinsberg ist eine Kulturstadt“ – eine, die fremde Menschen willkommen heißt. Das wollen sie und Dutzende andere Rheinsberger am Sonnabend beweisen.

Von Björn Wagener

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