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Ostprignitz-Ruppin Die Förderschulen platzen aus allen Nähten
Lokales Ostprignitz-Ruppin Die Förderschulen platzen aus allen Nähten
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00:21 14.09.2017
Die Schule am Neuruppiner Kastaniensteg feierte im vergangenen Jahr ihren 25. Geburtstag. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

An allen drei Standorten, an denen im Landkreis Kinder mit geistigen Behinderungen unterrichtet werden, herrscht akute Raumnot. „Wir haben die Kapazitätsgrenzen erreicht“, sagt Anke Somschor, die Leiterin des Kreisschulamtes.

Der Kreis muss deshalb dringend in die Schulen investieren. Doch das ist nicht ganz einfach. Das liegt nicht allein an dem Geld, das dafür erst noch in den Kreishaushalt eingestellt werden müsste. Vielmehr fehlt es an der Schule am Kastaniensteg in Neuruppin einfach an Platz, um dort noch zusätzliche Räume schaffen zu können, die barrierefrei und behindertenfreundlich sind. In der Schule am Kastaniensteg erhalten 81 Mädchen und Jungen ihren auf sie zugeschnittenen Unterricht – die Kapazität liegt bei 64 Plätzen.

Das Land prüft eine Erweiterung der Mosaikschule

In Neustadt (Dosse) gäbe es zwar hingegen noch Möglichkeiten zum Erweitern, aber das Gebäude, in dem die 35 Schüler derzeit unterrichtet werden, gehört nicht dem Landkreis. Die ausgewiesene Kapazität in Neustadt liegt bei 34 Plätzen. Auch an der Wittstocker Mosaikschule, die eine Platzkapazität von 54 Schüler hat, aber 66 Mädchen und Jungen betreut, würde es durchaus die Chance geben, noch Klassenräume anzubauen. Einen entsprechenden Antrag habe der Landkreis auch vor drei Jahren an das Land gestellt, doch dieses habe nicht zugestimmt, sagte Somschor beim jüngsten Kreis-Bildungsausschuss. Die Amtsleiterin hofft, dass es nun zum Jahresende vielleicht grünes Licht vom Land gibt. „Wir müssen vernünftige Bedingungen schaffen.“ Derzeit prüft das Bildungsministerium in Potsdam aber noch die geplante Kapazitätserweiterung für die Mosaikschule, sagte am Montag ein Ministeriumssprecher.

Die Raumnot bei den Förderschulen mit dem Schwerpunkt „geistige Entwicklung“ kommt keinesfalls überraschend. Seit dem Schuljahr 2014/15 steigt im Landkreis die Zahl der Mädchen und Jungen, die auf eine derartige Schule angewiesen sind, um sich überhaupt entsprechend ihrer Fähigkeiten entwickeln zu können. Schon seit dem vergangenen Schuljahr sind die Räume, die in Neuruppin und Wittstock extra für diese Unterrichtszwecke gebaut wurden, ausgeschöpft. Denn die Schüler, die zum Teil schwerst mehrfachbehindert sind, benötigen besondere Bedingungen, um lernen und entspannen zu können. Dazu gehören in Neuruppin ein sogenannter Snoezelraum, der angenehm warm ist und in dem die Kinder auch bequem bei leiser Musik liegen können, ebenso wie ein Schwimmbad oder eine sanfte Sauna, ein Sanarium.

Investiert der Kreis in Neustadt oder in Kyritz?

Laut dem Schulentwicklungsplan, der Aussagen bis zum Jahr 2022 macht, wird die Zahl der Mädchen und Jungen, die auf eine derartige Förderschule angewiesen sind, in den nächsten fünf Jahre nur unwesentlich sinken – von 177 Schülern auf 168. Damit sei der Erhalt der drei Förderschulstandorte in Ostprignitz-Ruppin weiterhin erforderlich, heißt es. Das bedeutet, dass der Landkreis, der für diese Unterrichtsform zuständig ist, auf jeden Fall investieren muss.

Unklar ist aber, an welchen Standorten das geschehen wird. Denn da das Gros der Förderschüler sowieso nach Neustadt mit dem Bus gefahren wird, käme auch ein anderer Standort, wie etwa Kyritz in Betracht. Die Überlegungen dazu sind noch nicht beendet.

Von Andreas Vogel

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