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Ostprignitz-Ruppin Die Fontane-Hochschule rückt näher
Lokales Ostprignitz-Ruppin Die Fontane-Hochschule rückt näher
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12:08 05.01.2015
Möglicher Standort: Die Nicolaischule in Brandenburg. Quelle: Jacqueline Steiner
Brandenburg an der Havel

Die Kliniken in Brandenburg und in Neuruppin nehmen einen zweiten Anlauf. Kürzlich haben sie beim Wissenschaftsrat einen überarbeiteten Antrag eingereicht mit dem Ziel, die erste und einzige Medizinhochschule im Land Brandenburg zu gründen, um Ärzte auszubilden. Der Brandenburger Modellstudiengang soll mehr als das klassische Medizinstudium in den Klinikalltag integriert und somit stark praxisorientiert sein. Er sollte schon im Winter 2013 beginnen. Doch der für die Begutachtung medizinischer Studiengänge maßgebliche Wissenschaftsrat äußerte Bedenken gegen die Planung und verhinderte den Start der angestrebten privaten "Medizinischen Hochschule Brandenburg Theodor Fontane".

Seither haben die Professoren der Kliniken inhaltlich und personell nachgelegt, wie Dieter Nürnberg und Wilfried Pommerien der MAZ erläuterten. Die Chefärzte aus Neuruppin und Brandenburg, beide Professoren, sind Sprecher der Gründungsorganisation "Medizinische Hochschule Brandenburg Campus GmbH".

Der Wissenschaftsrat vermisste in seinem ersten Votum den Nachweis ausreichender Forschungsarbeit und verlangte mehr Klarheit über die Lehrausstattung. Die Hochschulgründer haben nun Kooperationspartner wie die Universitäten Potsdam und Cottbus, das Hasso-Plattner-Institut und das Deutsche Institut für Ernährungsforschung gewonnen. Die FH Brandenburg ist ohnehin gesetzt.

Ein Drittel der Kosten tragen die Medizinstudenten selbst

  • Im Wirtschaftsplan der Medizinischen Hochschule Brandenburg Theodor Fontane sind 34 Stellen definiert, davon sieben Professorenstellen. Der Lehretat soll in der Aufbauphase bei 6,5 Millionen Euro im Jahr liegen.
  • 45 Medizinstudenten sollen pro Jahr aufgenommen werden, so dass nach fünf Jahren 225 junge Leute in Brandenburg und Neuruppin Medizin studieren würden. „Der Patient ist ein Mensch und somit mehr als ein Befund“, erklärt Schily das Leitbild. Es gelte für den Arzt, „alles im Auge zu behalten, jenseits einer Checklistenmedizin“.
  • 115.000 Euro, so viel kostet nach der Kalkulation jeder Student in den fünf Jahren. 80.000 Euro davon steuern kooperierende Kliniken bei, denen sich die Studenten im Gegenzug vertraglich als künftige Ärzte verpflichten. 7000 Euro müssten die Studenten jedes Jahr selbst aufbringen. Das Geld können sie später bezahlen, wenn sie berufstätig sind.
  • Die Abiturnote ist bei der Auswahl der Studenten nachgeordnet. Vorrangig sind persönliche Eignung und Praxiserfahrungen.
  • Für das Psychologiestudium kalkuliert die Hochschule mit 25.000 Euro Kosten pro Student im Bachelor – und 16.000 Euro im Master-Studiengang. Pro Monat müssten die Psychologiestudenten somit 685 Euro selbst bezahlen.

Nachgewiesen wird zudem die Forschungsaktivität der Klinikprofessoren sowie kooperierender Wissenschaftler. Zwei Forschungs- und zwei Stiftungsprofessuren sollen den Stellenwert der Forschung in der künftigen Hochschule abbilden. Chefchirurg René Mantke ist Forschungskoordinator. Die Gründer benennen konkrete Orte für die Forschungsarbeit. Die künftige Hochschule soll einen Teil der umgebauten Nicolaischule nutzen, außerdem Gebäude auf dem Gelände der Ruppiner Kliniken und im Forschungshaus des Molekulargenetik-Unternehmens "Signature Diagnostics". Die Medizinhochschule Brandenburg schafft Lehrstühle in den Grundlagenfächern und verpflichtet nach Angaben Pommeriens und Nürnbergs zusätzlich Seniorprofessoren für Fächer wie Pharmazie und Ernährungslehre.

Um die Gründung voranzutreiben und den Start im Winter zu gewährleisten, wollen die Initiatoren den Universitätsstudiengang Psychologie mit den Abschlüssen Bachelor und Master vorziehen. Wenn die Akkreditierungsagentur AHPGS grünes Licht gibt, könnte das Ministerium die auf Psychotherapie ausgerichteten Studiengänge genehmigen und die Hochschule anerkennen.

Als Ziehvater und Berater haben die Brandenburger den Arzt Konrad Schily gewonnen, der von 1982 bis 2004 fast ununterbrochen Präsident der Privatuniversität Witten/Herdecke war. Er steht auch für das Leitbild der Brandenburger Ärzteausbildung. Die frühere Gesundheitspolitikerin Margrit Spielmann soll die Findungskommission für das Kuratorium der Medizinhochschule leiten. Gesucht sind Unterstützer aus Politik, Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft.

Weitere Informationen: www.mhb-fontane.de

Von Jürgen Lauterbach

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