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Die Giftaktion hat begonnen

Neuruppin Die Giftaktion hat begonnen

Seit Montag werden in Ostprignitz-Ruppin die Raupen des Eichenprozessionsspinners mit dem Fraßgift Dipel ES bekämpft. Begonnen wurde in den Gemeinden Wusterhausen und Fehrbellin. Wann befallene Eichen in Neuruppin und den Ortsteilen besprüht werden, ist noch unklar. Das hängt vom Wetter ab.

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Die Raupen des Eichenprozessionsspinners „wandern“ gemeinsam zu ihrem Futter.

Quelle: DPA

Neuruppin. Im dritten Anlauf hat es geklappt: Seit Montag werden in Ostprignitz-Ruppin die Raupen des Eichenprozessionsspinners bekämpft. „Wir haben in der Gemeinde Wusterhausen begonnen“, sagte Ma­thias Wittmoser, der zuständige Amtsleiter der Kreisverwaltung in Neuruppin. Demnach wollte die vom Kreis beauftragte Firma am Montag auch noch in der Gemeinde Fehrbellin sowie in den Ämtern Lindow und Temnitz damit beginnen, befallene Eichen mit dem Fraßgift Dipel ES zu besprühen. Kreisweit sollen 6000 Eichen auf einer Gesamtfläche von 127 Hektar besprüht werden. Der Grund: Die Nesselhaare der Raupen, die mit Widerhaken ausgestattet sind und zudem ein Nesselgift enthalten, können zu gesundheitlichen Problemen führen, angefangen von Haut- und Augenentzündungen bis hin zu Atemwegsbeschwerden. Wegen solcher Symptome haben im vergangenen Jahr fast 160 Menschen im Landkreis einen Arzt aufgesucht.

Noch keine Ergebnisse von der Wiener Uni

Eigentlich hatte die Kreisverwaltung gehofft, bei der Giftaktion in diesem Jahr auf Ergebnisse einer Untersuchung zurückgreifen zu können, die die medizinische Universität Wien 2016 im Ruppiner Land und in der Ostprignitz veranlasst hatte. Dabei waren nach der Sprühaktion Leute befragt worden, die unter Allergien leiden. Aber bisher liegen keine Ergebnisse vor. Deshalb hatte der Kreis selbst Ärzte abgefragt, um herauszufinden, wie viele Menschen sich 2016 bei ihnen wegen Problemen gemeldet haben, die auf einen Kontakt mit den giftigen Nesselhaaren zurückzuführen sind.

Sprüh-Termin schon zweimal verschoben

Erstmals in der Region wird das klebrige Fraßgift ausschließlich vom Boden aus mit sogenannten Sprühkanonen auf die Eichenblätter befördert. Der Kreis rechnet dadurch mit Kosten von maximal 50 000 Euro – das ist deutlich weniger als 2016, als der Gifteinsatz mit 170  000 Euro zu Buche schlug. Im Vorjahr wurde das Fraßgift allerdings auch noch zu großen Teilen aus der Luft per Hubschrauber ausgebracht. Das Ergebnis des Lufteinsatzes hat die Experten aber nicht überzeugt: Bei Regen und zu viel Wind konnten die Hubschrauber das Gift nicht verteilen.

Auch beim Einsatz der Sprühkanonen, die meist von einem Traktor gezogen werden, muss das Wetter stimmen. Deshalb ist auch noch nicht ganz klar, wann in Neuruppin und den Ortsteilen die befallenen Eichen besprüht werden. Der Neuruppiner Baumwart Hendrik-Hans Hüttich hofft, dass es noch in dieser Woche klappt. Allerdings sind in diesem Jahr schon zwei Sprühtermine geplatzt. Denn eigentlich sollte die kreisweite Aktion bereits Anfang Mai starten. Da hatten die Eichen aber noch zu wenig Blätter ausgebildet, auf denen das Fraßgift hätte haften können.

Von Andreas Vogel

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