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Die „Groove Factory“ lässt es krachen

Gartow/Dessow Die „Groove Factory“ lässt es krachen

Ein Jahr ist es her, dass das Percussion-Ensemble „Groove Factory“ seinen ersten Auftritt hatte. Seitdem gab es die jungen Leute um Schlagzeuglehrer Steffen Oestreich aus dem Wusterhausener Dorf Gartow vielerorts in der Region zu sehen – und vor allem zu hören. Das Markenzeichen der derzeit neun Musiker, die zwischen 12 und 38 Jahre alt sind: grüne Trommeln.

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Steffen Oestreich, 30 Jahre alt, ist der junge Vater der Gartower „Groovies“. Sein Ensemble trat zum ersten Mal beim Kyritzer Lichterfest 2015 auf.

Quelle: Matthias Anke

Gartow/Dessow. Schon ihr Auftakt war furios: Als vor einem Jahr mit dem Kyritzer Lichterfest die Weihnachtsbeleuchtung in der Stadt eingeschaltet wurde, geschah das mit einem ordentlichen Bums und Trommelwirbel. Dieser erste Auftritt des Percussion-Ensembles „Groove Factory“ ließ damals nicht nur jede Tannennadel des Weihnachtsbaumes auf dem Marktplatz vibrieren, sondern er blieb auch vielen Gästen in Erinnerung. So dauerte es nicht lange, bis die ersten Anfragen für weitere Auftritte folgten.

„Jahreshöhepunkt wurde dann die Regionalmesse ,Prima’, da hatten wir ein ziemlich großes Publikum“, sagt Steffen Oestreich rückblickend auf diese erste Zeit seiner „Groovies“. Der seit zwei Jahren im Wusterhausener Dorf Gartow lebende Schlagzeuglehrer war es, der diese Gruppe zusammentrommelte. Sie besteht heute teils aus seinen Musikschülern. Andere Mitglieder kamen durch Mundpropaganda hinzu. Zum Beispiel aus den Reihen des Neustädter Fanfarenzuges. Dessen Leiter Dietmar Lemke begeisterte Trommler für das neue Percussion-Ensemble.

Um mitzumachen, bedarf es auf den ersten Blick ja auch kaum mehr als möglichst viel Rhythmus im Blut. „Ganz so einfach ist das aber nicht, es soll ja qualitativ anspruchsvoll sein, was wir hier machen“, erklärt Oestreich.

Die Mitglieder sind derzeit zwischen 12 und 38 Jahre alt

Von seiner mittlerweile neunköpfige Gruppe trifft gerade einer nach dem anderen zur Probe ein. Die meisten dieser Perkussionisten beherrschten zuvor bereits andere Instrumente, allen voran Schlagzeug, aber auch Saxofon. So auch die beiden neuesten Mitglieder. Es sind die Kyritzerin Sandra Strunk und Elias Miksch aus Liebenthal.

Elias ist nicht nur derjenige, der zu den Proben die weiteste Anreise hat, sondern mit seinen zwölf Jahren auch der Jüngste – zumindest der jüngste männliche „Groovie“. Denn auch Antonia Hannig aus Gartow ist zwölf Jahre jung. „Elias lernt bei mir Schlagzeug, und weil anschließend Probe ist, passt das, vor allem auch dank seines Vaters, der ihn bis hier her fährt und dann draußen wartet“, erzählt Lehrer Steffen Oestreich.

Der 30-Jährige stammt aus dem mecklenburgischen Teterow, studiert in Rostock Lehramt und kam der Liebe wegen nach Gartow. „Anfangs probten wir in unserer Küche“, erzählt er. Seit gut einem Monat aber steht seiner „Groove Factory“ das Dessower Sport- und Gemeindehaus zur Verfügung. Einmal in der Woche lässt es sich dort ungestört üben. Eine Nachbarschaft gibt es nicht, die aus ihren Sesseln geworfen werden könnte.

Um ihre eigene Lautstärke auszuhalten, proben die „Groovies“ mit Gehörschutz

Um ihre eigene Lautstärke auszuhalten, proben die „Groovies“ mit Gehörschutz.

Quelle: Matthias Anke

Ohrstöpsel oder Kopfhörer lassen die Hobbymusiker ihre eigene Lautstärke ertragen. Einer nimmt seinen Stöpsel aus dem Ohr. Es ist Danny Stampehl. Der Bückwitzer, der bei einem Agrarbetrieb arbeitet, ist 38 und damit der Älteste in der Runde. Er sagt: „Eigentlich wären wir noch zwei, drei Leute mehr, aber weil die so weit weg studieren, sind sie nicht immer da.“

Stöpsel wieder rein. Und los geht es: Zu viert wirbeln sie ihre Schlagstöcke an sogenannten Tom-Snare-Racks. Michaela Stampehl bedient die Bass Drums. Diese Trommeln sind übereinander montiert und damit größer als jeder in diesem Raum, durch den besonders auffällig auch das „Auxiliary Percussion Rack“ scheppert. Steffen Oestreich spielt es gerade.

Die Instrumente hat allesamt er besorgt und die damit spielbaren Stücke mitunter selbst geschrieben. Ein eigenes Intro für die Gruppe gehört selbstverständlich dazu. Und derzeit arbeiten sie alle gemeinsam an einem Stück in Anlehnung an das „Safri Duo“. Experimente gehören auch immer wieder mal dazu. Und nicht zuletzt sind diese jungen Leute selbst für spaßige Projekte zu haben. So wurde mit Unterstützung einiger Trommler um Oestreich kürzlich die Aktion „Wir trommeln für unsere Museen“ im Kyritzer Altkreis zu einem Erfolg.

Michaela Stampehl an den „Bass Drums“

Michaela Stampehl an den „Bass Drums“.

Quelle: Matthias Anke

Mit Blick in die Zukunft schwebt dem Gartower ein zweites Ensemble vor: eine Nachwuchsgruppe. Von der aus lasse es sich je nach Können ins Profitrommlerteam aufsteigen.

Die „Groove Factory“ ist das Ensemble und Aushängeschild der Gartower „School of drums“. Mitmachen können Kinder ab sechs Jahren. Kontaktdaten sind im Internet zu finden unter www.bpmschool.de oder auf der Groove-Factory-Facebookseite.

Von Matthias Anke

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