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Die Hühner dürfen wieder ins Freie

Ostprignitz-Ruppin Die Hühner dürfen wieder ins Freie

Die Geflügelhalter atmen auf: Sie können ihre Hühner, Tauben, Enten und Gänse wieder ins Freie lassen. Allerdings gibt es Ausnahmen. Denn im Bereich des Naturschutzgebietes Oberes Rhinluch müssen die Vögel weiterhin im Stall bleiben. Wie lange, das ist ungewiss.

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Auch Jörg Stockhammer vom Sonnenlandhof in Wuthenow freut sich über das Ende der Stallpflicht.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Die meisten Geflügelhalter in Ostprignitz-Ruppin dürfen aufatmen – und ihre Hühner, Tauben, Enten und Gänse wieder ins Freie lassen: Der Landkreis hat die seit Anfang November geltende Stallpflicht, die wegen mehrerer Fälle der Vogelgrippe ausgerufen worden war, gelockert.

„Wir empfehlen zwar weiterhin, die Tiere im Stall zu lassen“, sagte am Dienstag Kreistierärztin Simone Heiland. Aber vorgeschrieben ist das in Ostprignitz-Ruppin jetzt lediglich noch in den Bereichen der Gemeinde Fehrbellin, die zum Naturschutzgebiet Oberes Rhinluch gehören. Dieses gilt als sogenanntes „Wildvogel­einstandsgebiet“, weil dort auf den Feldern in jedem Frühjahr tausende Enten, Gänse und Kraniche rasten.

Die Tiere waren kurz vor dem Durchdrehen

Die Kreistierärztin hat sich mit dem Umweltamt der Kreisverwaltung in Neuruppin beraten. Im Ergebnis wurden die Bereiche bei Hakenberg, Linum und Zietenhorst als „Risikogebiet“ eingestuft. In diesem gilt weiterhin die Stallpflicht – auch wenn Verbraucherschutzminister Stefan Ludwig (Linke) in Potsdam am Dienstag die „generelle Stallpflicht“ im Land aufgehoben hat. Das bedeutet jedoch lediglich, dass nun die Landkreise wieder selbst bestimmen können, in welchen Regionen die Vögel raus dürfen und in welchen sie vorerst weiterhin im Stall bleiben müssen.

Groß war die Freude über das Ende der Stallpflicht bei vielen Geflügelhaltern in der Region, so auch beim Sonnenlandhof in Wu­thenow. „Wir wollten nie Tiere halten, die man einsperren muss“, sagte Juliane Stockhammer. Deshalb fielen ihr die vergangenen Wochen und Monate besonders schwer. Erst legten die acht Hühner, die sich seit November mit zwei Laufenten einen Stall teilen mussten, nur noch recht wenig Eier. Zuletzt begannen die Hühner, die eigenen Eier selbst aufzupicken. „Ich hatte den Eindruck, die Tiere waren kurz vor dem Durchdrehen“, sagte Stockhammer.

Ausnahmegenehmigung galt nur bis zum Jahreswechsel

Einige Geflügelhalter wie das Gut Hesterberg konnten zwar dank einer Ausnahmegenehmigung ihre Vögel etwas länger als andere im Freien lassen, damit die Tiere noch für das Weihnachtsfest geschlachtet werden konnten. Aber seit Januar gab es in Ostprignitz-Ruppin keine Ausnahmen mehr, sagte Amtstierärztin Heiland. War doch am 8. Januar in einem Putenstall bei Kyritz der Vogelpest-Erreger nachgewiesen worden. Daraufhin wurden die 11 000 Puten in der Anlage, die dem Moorgut Kartzfehn gehört, getötet. Ende Januar mussten zudem im Tierpark Kunsterspring 90 Vögel sterben, nachdem bei zwei Hähnen Geflügelpestviren des Stamms H 5N 8 nachgewiesen worden waren. Das Töten der Tiere in der infizierten Anlage wird stets damit begründet, dass damit das Ausbreiten der Krankheit verhindert werden soll.

Einen weiteren Fall von Vogelgrippe im Landkreis hatte es in einem Stall bei Heiligengrabe gegeben. Dort waren daraufhin 4200 Puten getötet worden. Zudem waren in der zweiten Februarhälfte mitten in Neuruppin eine tote Möwe und eine tote Wildgans gefunden worden. Auch sie waren mit Geflügelpest infiziert. Anders als bei den Funden in Kunsterspring, Heiligengrabe und bei Kyritz hat das Veterinäramt in diesem Fall keinen Sperrkreis um den Fundort der toten Vögel eingerichtet. Davon habe man abgesehen, weil der Fundort zum einen mitten in der Stadt lag, und es sich zum anderen um infizierte Wildvögel handelte, die bereits an sehr vielen Orten in Deutschland entdeckt wurden, hieß es.

Auch in der Prignitz wird die Stallpflicht lediglich gelockert. Die im November erlassene Anordnung der Aufstallung von Geflügel wird zwar aufgehoben. Ausgenommen sind allerdings Risikogebiete unmittelbar an der Elbe, der Löcknitz, am Rudower See und am Rambower Moor, in denen Wasservögel rasten.

Von Andreas Vogel

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