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Die Hüllen fallen in der Königstraße

Denkmal des Monats in Wittstock Die Hüllen fallen in der Königstraße

Ein Haus lässt die Hüllen fallen: Das Sanierungsobjekt in der Wittstocker Königstraße/Kleine Kettenstraße präsentiert sich seit Freitag zumindest äußerlich in neuem Glanz. Das Haus wird – gemeinsam mit dem ebenfalls kürzlich sanierten Nachbargebäude – zum Denkmal des Monats November gekürt.

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Harmonisches Miteinander: Diese beiden Objekte werden gemeinsam zum Denkmal des Monats November gekürt.

Quelle: Björn Wagener

Wittstock. Ein Haus lässt die Hüllen fallen: Rund anderthalb Jahre lang verbarg sich das Eckhaus an der Königstraße/Kleine Kettenstraße in Wittstock hinter einer Bauplane. Seit Freitag ist der Blick wieder frei. Als eine der Ersten genossen den Anblick Sigrid Böhm und André Linke von der Wittstocker Wohnungsbaugenossenschaft, die rund 1,5 Millionen Euro in das Projekt investiert hat – größtenteils aus städtischen und eigenen Mitteln. Auch der Architekt Bernd Abel ließ sich die Enthüllung der Königstraße 30 nicht entgehen. Schließlich ist dieser Bau etwas Besonderes. Aus ursprünglich einem Haus wurden zwei. Denn das Eckhaus wurde zur Hälfte abgerissen und neu errichtet, zur anderen Hälfte wird es saniert (die MAZ berichtete). Außen ist bis auf eine Eingangstür und den Sockel alles fertig. Der Innenausbau läuft noch. Der Neubau ist weiter vorangeschritten als der Altbau. Insgesamt acht Wohnungen sollen dort entstehen – voraussichtlich bis zum Frühjahr 2016.

Als die Sanierung dieses Einzeldenkmals Anfang 2014 begann, ging man von gut einem Jahr Bauzeit aus. Dass es nun deutlich länger dauert, liege unter anderem daran, dass bisher viele Detailabstimmungen nötig gewesen seien. Denn das Objekt steht nicht nur im Fokus des Denkmalschutzes. Auch Archäologen und Bauzeitforscher seien involviert, so Bernd Abel.

Das Eckhaus in der Königsstraße 32 entstand vor dem Stadtbrand 1716

Das Eckhaus in der Königsstraße 32 entstand vor dem Stadtbrand 1716. Damals war es noch viel kleiner. Nach einem Brand 1907 oder 1908 entstand das dreistöckige Gebäude.

Quelle: Björn Wagener

Zu den aufwändigsten Aktionen habe das allmähliche Anheben der Hausecke zur Straße hin gezählt. Die war um 17 Zentimeter abgesackt. Zwölf Zentimeter davon konnten wieder ausgeglichen werden. Das Fachwerk zur Straße hin wurde komplett neu ausgemauert. Wo Holz auszuwechseln war, sei aus Denkmalschutzgründen nur vereinzelt neues Material verwendet worden. „In etlichen Details kam noch echte Handwerkskunst zum Tragen“, sagte der Architekt.

Der hohe Sanierungsaufwand wird nun belohnt: Am 20. November werden die beiden Häuser in der Königstraße 30 und 32 von der Arbeitsgemeinschaft der Städte mit historischen Stadtkernen gemeinsam zum „Denkmal des Monats“ gekürt. Denn auch das Nachbarhaus, die Nummer 32, wurde erst in diesem Jahr nach ebenfalls aufwändiger Sanierung fertiggestellt. Dort wurden gut zwei Millionen Euro investiert. An dieser Stelle war die Gebäude- und Wohnungsverwaltung (GWV) federführend. Beide Häuser fügen sich nun harmonisch in das historische Stadtbild von Wittstock ein.

„Das denkmalgeschützte Gebäude­ensemble der beiden stattlichen Bürgerhäuser ist von hoher bau- und stadtgeschichtlicher Bedeutung. Beide Häuser repräsentieren weithin sichtbar das bürgerliche Selbstbewusstsein des hier ausgebildeten regionalen Wirtschafts- und Handelszentrums“, teilte Markus Hennen, der Sanierungsbeauftragte der Stadt Wittstock, dazu mit.

Von Björn Wagener

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