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Die Jugend macht grün in den Ferien

Flecken Zechlin Die Jugend macht grün in den Ferien

Die nächsten jungen Energieexperten sind zum Workshop in Flecken Zechlin eingetroffen. Organisiert wird dieser vom Projekt „green peers“, das unter anderem vom Bundesumweltministerium gefördert wird. Die zwölf Schüler aus Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern gehen Fragen zu Umwelt und Energie nach.

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Jonas (l.) und Janina (r.) waren schon beim diesjährigen Summer-Camp dabei und haben im Pizzaofen open-air Brot gebacken. Jetzt zeigen sie Rasmus (M.), wie das geht.

Quelle: Anja Reinbothe-Occhipinti

Flecken Zechlin. Nazi-Parolen an Schulen, rechte Gesinnung in der Gesellschaft, geflüchtete Menschen – das sind die Themen, über die Rasmus (15) aus Wismar, Janina (18) aus Berlin, Natalie (17) und Jonas (15, beide aus Neuruppin, am Mittagstisch diskutieren. Die Schüler sind gerade angereist in die DGB-Jugendbildungsstätte in Flecken Zechlin am Schwarzen See. Bis kommenden Dienstag bleiben sie hier und nehmen am zweiten Praxisworkshop „Energy Experts“ teil, den das Berliner Projekt „green peers – Jugend macht grün“ für Schüler aus Brandenburg, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen kosenlos veranstaltet. Dabei geht es um Themen unserer Zeit, weniger um AfD und Rechtsgesinnung als vielmehr um Klimawandel und erneuerbare Energien.

Klimawandel und erneuerbare Energien

„Das Projekt wird von den Europäischen Sozialfonds und vom Bundesumweltministerium gefördert. Noch bis Oktober 2018. Dann sehen wir weiter“, erklärt Susanna Heise, die bei „green peers“ für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.

Janina, Natalie und Jonas sprechen unterdessen so angeregt, als würden sie einander kennen. Tun sie auch. Die drei waren schon beim Green-Summer-Camp dabei, bei dem vegan in der Outdoor-Küche gekocht wurde, verrät Susanna Heise: „Wir veranstalten drei verschiedene Seminare im Projekt. Das dritte ist ein Bildungsurlaub für Auszubildende in der Bau- oder Sozialbranche, bei dem es darum geht, wie die eigene Berufsbildung nachhaltiger gestalten werden kann.“

Bau-Lehrlinge waren es auch, die die Pizzaöfen vor dem DGB-Haus unter Anleitung eines Fachmanns errichtet haben. Janina und Jonas zeigen Erasmus die Öfen nach dem Mittagessen und erzählen ihm, wie sie darin Brot gebacken haben. „Das machen wir diesmal wieder“, sagt Susanna Heise von green peers, und die drei „Energy Experts“ freuen sich drauf. Außerdem auf dem Programm für die insgesamt zwölf teilnehmenden Schüler steht der Bau eines Holzkochers.

Das Solarfloß haben ebenfalls jugendliche Camp-Teilnehmer gebaut

Das Solarfloß haben ebenfalls jugendliche Camp-Teilnehmer gebaut. An Bord kann sogar Tee gekocht werden.

Quelle: Anja Reinbothe-Occhipinti

„Aus alten Dosen, in die Löcher reinkommen, wird dieser gebastelt. So erfahren die Teilnehmer etwas über Upcycling und nachhaltiges Kochen “, erklärt Susanna Heise, die selber Ökologische Landwirtschaft studiert hat. Auch ein Solarkocher wird gebaut.„Das haben wir beim letzten Praxisworkshop im April schon mal gemacht“, sagt die engagierte green peers-Mitarbeiterin. Ihr Kollege Paul Müller, der zusammen mit Alexander Diete-Wendl die Gruppe leitet, erklärt im Detail: „Auf den Solarkocher kommt ein Edelstahlblech. Der Topf selber steht auf den Achsen, die zur Sonne ausgerichtet werden.“ Bei Interesse kann ein drittes Team an einer Photovoltaikanlage tüfteln.

Das Floß fährt mit der Kraft der Sonne

Mit der Kraft der Sonne wird auch das Solarfloß Deltang betrieben. Durch das lichte Blätterwerk ist es auf dem Schwarzen See zu erkennen. Teilnehmer, unter denen neben deutschen Jugendlichen geflüchtete, unbegleitete Minderjährige waren, haben das Holzfloß im Summer-Camp 2016 gebaut, erzählt Susanna:„Mit dem schwimmenden Seminarraum fährt ein Teil der Gruppe Montag abgasfrei durch die Seenlandschaft. Auf dem Holzkocher wird Tee aufgebrüht.“ Der andere Teil der jungen Energie-Experten besichtigt währenddessen eine Windanlage und eine öffentliche Einrichtung, wo mit Messgeräten untersucht wird, ob das Haus gut gedämmt ist und wo Energie eingespart werden könnte. „Tags zuvor bereiten wir die Checkliste innerhalb eines Themas vor“, sagt Heise. Nachmittags wird gewechselt, so dass jeder mal Floß gefahren ist beziehungsweise Energiefressern auf der Spur war.

Auch die neuen Berufsfelder der Energiewende sind ein Thema im Workshop. So kommt ein Windkraft-Ingenieur zum Abschluss zum Experten-Talk und stellt seinen Job anschaulich vor.

Für den ersten Tag steht erstmal nur Fiktion auf dem Plan, sagt Susanna Heise: „Die Teilnehmer sollen auf Papier eine Insel erschaffen, irgendwo in der Südsee, und skizzieren, wie sie erneuerbare Energie erzeugen zum Beispiel aus Wasser.“

Von Anja Reinbothe-Occhipinti

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