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Die Kantorei Rheinsberg

Rheinsberg Die Kantorei Rheinsberg

Wo man singt, da lass dich ruhig nieder – heißt es im Kanon. Alexander Lang, der seit 2016 die Kantorei Rheinsberg leitet, hält vom Sitzen beim Singen nicht all zu viel. Seine Proben gestaltet er eher dynamisch: der Stimmbildner verlangt seinen Sängern einiges ab, um die mehr- zum Teil achtstimmigen Sätze sauber über die Bühne zu bekommen.

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Alexander Lang ist ein enthusiastischer Chorleiter, der eher bewegt als statisch singen lässt. Das gehört zur Stimmbildung – genau wie der Spaß am Singen.

Quelle: Regine Buddeke

Rheinsberg. „Denkt an die barocke Kraft der Töne“, mahnt Alexander Lang an die Sänger gewandt. Die heben an zu singen. „Jesu meine Freude“, tönt es vielstimmig aus allen Kehlen. Mit kurzem Handwischen beendet der Chorleiter den Gesang. Die Soprane bekommen ein kurzes Sondertraining. Das nicht nur aus Tönen besteht, sondern zudem eine gymnastische Komponente bekommt. „Aufstehen, sitzen“, erklärt Lang und die Soprane singen, während sie sich vom Stuhl auf- und niederwuppen. „Zur Lockerung“, erklärt Lang, der einige Jahre Oper in Bayreuth sang und zudem ausgebildeter Stimmtrainer ist.

Bei der Chorprobe wird gesungen und gelacht

Bei der Chorprobe wird gesungen und gelacht.

Quelle: Regine Buddeke

Zur Lockerung werden zwischendurch auch Po, Rumpf oder Lippen ausgeschüttelt oder das Brustbein betrommelt. Zum besseren Töneformen darf in einer Sarabande umher geschritten werden – um den Barock zu verinnerlichen. Und um die Rippen zu öffnen. Die Töne sowieso. Ein paar Passagen werden mit eingezogenen Wangen oder gar heraushängender Zunge gesungen – eine der Sängerinnen rollt die Augen – doch so schnell ist Lang mit Artikulation und Intonation nicht zufrieden. Es geht immerhin auch schon mal um achtstimmige Sätze. Da muss jeder Ton sitzen. Kurzerhand greift er sich eine der Damen und wirbelt sie im Tanzschritt herum. Sie schaut ein wenig skeptisch – singt weiter. Und lacht. Wie ihre Sängerkollegen, die am Donnerstagabend im Gemeindehaus der Rheinsberger Sankt-Laurentius-Kirche zur allwöchentlichen Kantorei-Probe gekommen sind. So ernst die Kantaten und Lieder oft sind – gelacht wird viel und gern. Singen als Quell der Freude. Alexander Lang tut viel dafür, dass das so bleibt. „Ein Lachen entspannt 60 Muskeln“, feuert er seine Sänger an. Und weiter gehts – immer wieder springt er zum Klavier, schlägt ein paar Akkorde an, um gleich darauf wieder ins Zentrum des Geschehens zu switchen, inmitten der Probenden. „Weicht, ihr Trauergeister“, erschallt es in Sopran, Alt, Tenor und Bass.

Die Sätze sind mehrstimmig und anspruchsvoll

Im März 1989 wurde der Chor von Kantor Hartmut Grosch gegründet – nach langer Chorpause. „Praktisch in den letzten Atemzügen der DDR“, erinnert sich Sängerin Ute Baudis, die mit Karin Sühring, Marianne Wennrich und Inge Goy seit dieser Zeit dabei ist. Der letzte Kirchenchor habe Ende der 50er Jahre geendet. Chorleiter Alexander Lang ist erst seit September 2016 am Taktstock. Erklärtes Ziel der Kantorei-Aktiven ist es, geistliches Liedgut zu pflegen und Gottesdienste mitzugestalten. Zwei Highlights gibt es im Jahr: die Pfingstmusik und das Weihnachtsoratorium. Gerade bei letzterem kooperiert der Chor gern mit anderen Sängern, etwa der Kantorei Wittstock oder Neuruppin. „Es sind beim Singen schon viele gute Freundschaften entstanden“, lobt Marianne Wennrich die Sänger­gemeinschaft. „Wenn man mal down ist – das Singen befreit immer“, sagt Inge Goy. Auch Karin Sühring ist voll Lob: „Ich habe schon drei verschiedene Chorleiter erlebt – aber Herr Lang schafft es, einen so zu motivieren, dass man denkt, man sei der beste Sänger.“

„Ich habe schon viele Chöre geleitet, aber der Rheinsberger ist etwas besonderes“, schwärmt Lang seinerseits. Seit er ihn leite, sei er, der Franke, erst in der Region angekommen.

Die Probe ist zu Ende, die Sänger packen ihre Noten ein. Alexander Lang hat noch nicht genug und knallt ein Abba-Medley in die Tasten, dem ein „Über sieben Brücken“ folgt. Viele singen mit. „Er ist nicht zu bremsen“, sagt Ute Baudis und schmunzelt. „Wenn es dem Ende zugeht, ist er unersättlich.“

Von Regine Buddeke

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