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Die Kloster-Managerin verabschiedet sich

Heiligengrabe Die Kloster-Managerin verabschiedet sich

Erfolg kommt nicht nur durch Gottes Hilfe, ein Unternehmen muss auch wirtschaftlich geführt werden. Das tat Geschäftsführerin Margret Schobert 13 Jahre mit dem Klosterstift Heiligengrabe. Doch bei allen Finanzen war es für sie doch immer etwas Besonderes, an diesem spirituellen Ort zu arbeiten. Im MAZ-Gespräch erinnert sie sich an Vergangenes und blickt voraus.

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Seit 13 Jahren ist Margret Schobert die Geschäftsführerin des Klosterstifts. Im Mai wird sie in den Ruhestand gehen.

Quelle: Christian Bark

Heiligengrabe. Etwas wehmütig wird Marget Schobert schon, wenn sie daran denkt, dass sie bald nicht mehr im Klosterstift arbeiten wird. „Es war meine längste Arbeitsstelle, die ich hatte“, blickt die 64-Jährige zurück. 13 Jahre war die gebürtige Nürnbergerin als Geschäftsführerin des Stifts tätig. „Als ich das Kloster erstmals besichtigte, gab es eher ein tristes Bild ab“, blickt sie auf den Januar 2004 zurück. Doch schon damals habe sie gewusst, dass man aus dem Ort etwas machen konnte.

Altäbtissin Friederike Rupprecht konnte immer gut mit Margret Schobert zusammenarbeiten

Altäbtissin Friederike Rupprecht konnte immer gut mit Margret Schobert zusammenarbeiten.

Quelle: Christian Bark

„Es war finanziell und personell eine schwierige Zeit“, erinnert sich die damalige Äbtissin Friederike Rupprecht. Mit ihrem Fachwissen aber besonders ihrer Teambereitschaft habe Margret Schobert aber das Unternehmen „Kloster“ wieder in geordnete Bahnen gebracht. „Sie hat das Stift mit zu einem kulturellen Leuchtturm gestaltet“, sagt Rupprecht. Sie habe mit der Geschäftsführerin immer gut zusammenarbeiten und viel von ihr lernen können. Auf der anderen Seite war Margret Schobert begeistert von der Menschlichkeit der Klostermitarbeiter. Das habe ihr Kraft und Halt in der Zeit gegeben, als ihr Mann einige Monate nach Beginn ihrer Tätigkeit verstorben war.

Jeden Mitarbeiter wertgeschätzt

Und Ablenkung gab es für Margret Schobert in Heiligengrabe genug. „Ich war es nicht gewöhnt, als Ein-Frau-Abteilung zu funktionieren“, sagt sie. Zuvor hatte die studierte Wirtschaftswissenschaftlerin in der Berliner Bezirksverwaltung sowie an einer Klinik gearbeitet. Entscheidend sei auch gewesen, alle Gremien des Klosterlebens wie den Förderverein oder das Kuratorium enger zusammenzuschweißen. „Es kommt auf die Wertschätzung eines jeden Einzelnen an“, erklärt die Geschäftsführerin. Deshalb gebe es regelmäßige gemeinsame Veranstaltungen wie Kegelabende oder Feiern. Sehr angenehm seien auch die Morgenandachten zum Wochenstart sowie die Mittagsgebete.

In der Heilig-Grab-Kapelle hat Margret Schobert schon Andachten abgehalten

In der Heilig-Grab-Kapelle hat Margret Schobert schon Andachten abgehalten.

Quelle: Christian Bark

„Das Geistliche ist an so einem Ort natürlich immer präsent“, sagt Margret Schobert. Und genau das mache die Arbeit für die konfirmierte Protestantin auch so lohnenswert. Doch bei aller Liebe für Veranstaltungen und Sanierungsvorhaben spiele das Geld immer eine entscheidende Rolle. „Anfangs waren die Konzert- und Tagungseinnahmen keineswegs kostendeckend“, sagt Friederike Rupprecht. Durch Margret Schoberts Initiative sei das angepasst worden, um wieder wirtschaftlich arbeiten zu können.

Ihren Bürostuhl nimm die Geschäftsführerin mit

Ihren Bürostuhl nimm die Geschäftsführerin mit. Er gehört ihr schon 26 Jahre.

Quelle: Christian Bark

Das Kloster ist aber nicht nur als Kultur- und Tagungsort ein wirtschaftliches Unternehmen, es hängt noch weit mehr daran. „Wichtige Einnahmen kommen aus dem Stiftsforst und der Landverpachtung“, erklärt Margret Schobert. Das habe sich in den vergangenen Jahren gut entwickelt, spätestens 2007 sei es mit dem Unternehmen „Kloster“ wieder spürbar bergauf gegangen. Und das wird auch am Sanierungsstand der Gebäude sichtbar. Obwohl Margret Schobert anfangs wenig mit Förderanträgen für Sanierungen zu tun gehabt hatte, arbeitete sie sich in die Thematik ein. Besonders stolz ist die 64-Jährige auf den Ausbau der Abtei zum Dormitorium (Schlafräume) und Refektorium (Speisesaal) vor vier Jahren. Der war ursprünglich mit 170 000 Euro weniger geplant worden. „Der Schwamm im Gebälk machte die Sanierung teurer“, so Schobert. Finanziert werden konnte das durch den Verkauf von 700 Bullen. Die größte Wertschätzung für das Kloster sei aber die Verleihung des Deutschen Denkmalpreises im vergangenen Jahr gewesen.

Noch bis Ende Mai wird Margret Schobert in Heiligengrabe tätig sein, ab April ihre Nachfolgerin einarbeiten. Die muss sich allerdings einen neuen Bürostuhl mitbringen, denn der jetzige gehört Schobert seit 26 Jahren, wie sie sagt. Im Ruhestand will die 64-Jährige sich ihrem heimischen Garten widmen. Seit mehr als 20 Jahren hat sie ein Haus bei Flecken Zechlin. Und sie will das Kulturland Brandenburg erleben, Konzerte und Theater besuchen. Das Stift wird aber nicht ganz auf sie verzichten müssen. „Ich könnte einmal im Monat die Wochenenddienste an der Information ehrenamtlich übernehmen“, bietet sie an.

Von Christian Bark

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