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Ostprignitz-Ruppin Die „Knatter“ als Symbol
Lokales Ostprignitz-Ruppin Die „Knatter“ als Symbol
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00:19 17.07.2017
Wer das Ortseingangsschild verpasst hat, weiß nun spätestens an der ersten Kreuzung, in welcher Stadt er sich befindet. Quelle: Matthias Anke
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Kyritz

Seit Freitag hat auch die Knatterstadt Kyritz ähnlich zahlreicher weiterer Städte im Lande einen Hingucker auf einer Kreisverkehrsinsel zu stehen. Im Morgengrauen wurde errichtet, was Metallbauer Christian Kronmarck aus Rosenwinkel schon seit Wochen fertig bei sich auf dem Gehöft zu stehen hatte.

Ob der 50-Jährige damit nun der Künstler ist, lässt sich jedoch nicht so einfach sagen. „Ich erhielt eine Skizze, wie es aussehen soll, danach gab es natürlich entsprechende weitere Abstimmungen mit Susanne Geitz“, erklärt Kronmarck. Denn auch diese Planerin vom Büro „Vorland“, Landschafts- und Freiraumgestaltung aus Wulkow bei Wusterhausen hat ihren künstlerischen Anteil. Sie legte den Kyritzer Stadtverordneten vor weit über einem Jahr verschiedene Entwürfe vor.

Für die Stadtverordneten war es einst keine leichte Entscheidung

Da war zunächst eine kleine Landschaft mit Segelbooten als Hinweis auf Kyritz als Stadt der Seen und Wälder. Das Bild konkurrierte mit einer Stadtsilhouette, einem überdimensionalen Globus als Denkanstoß an Carl Diercke, als bedeutendem Sohn der Stadt, und schließlich mit einer Darstellung, die Fremden den Ursprung des Beinamens „an der Knatter“ nahebringen sollte – letztere gleich in zwei Variationen.

Einfach machten sich die Stadtverordneten ihre Entscheidung im Juli 2016 auch nach mehreren vorhergehenden Ausschusssitzungen nicht. Schlussendlich veranlassten sie die Auftragsarbeit per Beschluss mit neun Stimmen für ein Wasserrad als Halbkreis gegen acht Stimmen, die lieber ein Wasserrad auf einem Sockel gesehen hätten. Auch der Preis ließ einige an dem Projekt zweifeln. Von 50 000 bis 70 000 Euro war die Rede.

Besonderer Stahl wurde für das Kunstwerk verwendet

„Es handelt sich um einen sehr teuren Stahl, den ich verwendet habe. Dieser Cortenstahl hat Legierungsbestandteile, die ihn nicht weiterrosten lassen“, erklärt Metallbauer Kronmarck. Das Material verroste also nicht. Nur die äußere Schicht sei nun ein Rost, der alles wie ein schützender Film überzieht. Demnach sei diese „Kreiselkunst“ auf der Insel dieser sogenannten Europakreuzung wartungsfrei und im Prinzip eine Installation für die Ewigkeit.

Diese Ansicht haben alle Kraftfahrer, die aus Richtung Norden auf den Kreisverkehr zukommen. Quelle: Matthias Anke

Den Preis dafür macht dabei nicht allein die Metallbauerarbeit aus. Zuvor waren Fundamente zu setzen. Elektriker sorgten für eine unterirdische Verkabelung. Vermutlich mit der Straßenbeleuchtung gekoppelt werden die Metallbuchstaben „Kyritz“ und „Knatter“ sowie das Mühlrad in der Mitte in der Dunkelheit schließlich beleuchtet. Als nächstes wird nun auch ein Landschaftsgärtner Hand an der Fläche anlegen, auf der momentan nur Unkraut wuchert.

Von Matthias Anke

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